Stephan Kolck kann es selbst gar nicht ganz fassen: "Es hätte niemand zu träumen gewagt, dass wir jemals an diesem Punkt stehen könnten." Damit meint der Vorstandsvorsitzende des Kommunalunternehmens Haßberg-Kliniken nicht die Baustelle, die sich seit Dienstagnachmittag auftut. Von dieser Sorte gab es schon viele in den letzten Jahren rund um das Kreiskrankenhaus in Haßfurt.
Der Punkt ist die "unglaubliche Erfolgsgeschichte", wie Bürgermeister Rudi Eck (CSU) sagt, die aus den wackelnden Kreiskrankenhäusern binnen zehn Jahren ein "grundsolides Unternehmen" (Landrat Rudolf Handwerker, CSU) gemacht hat.

Operation Krankenhaus


Deswegen war der Spatenstich symbolisch gleich in mehrfacher Hinsicht: Er setzt das Startsignal für das größte Einzelprojekt der "Operation Kreiskrankenhaus", die offenbar ein einst kränkelndes Unternehmen weiter genesen lässt. Mit einem Aufwand von 7,5 Millionen Euro wird in den nächsten vier Jahren das Bettenhaus der Klinik, Herzstück und Keimzelle des Krankenhauses aus den 50er Jahren, saniert, modernisiert, um- und angebaut.
Die Rechnung, die nicht aufzugehen scheint, ist für Landrat Handwerker ein weiterer Baustein in Sachen Zukunftsfähigkeit: 145 Betten bietet das Kreiskrankenhaus in Haßfurt bisher. Für 7,5 Millionen Euro wird es runderneuert und angebaut; am Ende werden es immer noch 145 Betten sein. Die aber "größer, moderner, schöner und zeitgemäß. Damit stärken wir den Klinikstandort", sagte der Landrat, als er zusammen mit Chefärzten, Planern und Bauunternehmern einen der 15 "Idealspaten" (so die Marke) schwang, die zum symbolischen Akt bereitstanden.

Lob für die Mitarbeiter


Zu viele Spaten für zu wenige Arbeiter: Stephan Kolck musste gleich zwei der Schaufeln in die Hand nehmen, was auch symbolträchtig ist: Immerhin waren es die Entscheidungen seines Klinik-Unternehmens (mit den Häusern in Haßfurt, Ebern und Hofheim) und nicht zuletzt auch die finanziellen Opfer der Belegschaft (insgesamt 530 Mitarbeiter, davon 300 in Haßfurt), die das Krankenhaus erst immun machten gegen die Gesundheitskonzerne, die sich kleine und finanzschwache Kliniken nur allzu gerne einverleiben.
"Wir haben unser Heil in der Kooperation gesucht, untereinander und auch mit dem Leopoldina in Schweinfurt, und damit sind wir bestens gefahren", sagte Kolck am Rande des Festaktes zur Eröffnung des letztes Aktes der Operation Krankenhaus.