Schreiner, Friseur, Bäcker, Erzieher, Kinderpflegerin, Mechatroniker, Maler, Bankkaufmann oder zu Polizei oder Bundeswehr? Die Wahl der richtigen Berufslaufbahn ist für junge Menschen nicht leicht, doch die Ausbildungsbörse an der Heinrich-Thein-Berufsschule am Sonntag konnte für viele ein hilfreicher Wegweiser sein.
56 Aussteller - Industrieunternehmen, Dienstleistungs- und Handwerksbetriebe, Berufsfachschulen und Behörden - präsentierten sich als Ausbilder und boten Eltern und Schülern Informationen aus erster Hand. In einigen Werkstätten konnten die Schüler auch die Arbeit praktisch ausprobieren.

Fragen über Fragen

Worauf kommt es an, wenn ich mit Holz oder Metall arbeiten will? Was macht eigentlich ein Papiertechnologe oder ein Berufssoldat? Würde ich die Sportprüfung für den Polizeidienst überhaupt schaffen? Solche Fragen beantworteten
Ausbilder und Auszubildende bei der Börse aus erster Hand.
Haßfurts Bürgermeister Rudi Eck, der gemeinsam mit Landrat Rudolf Handwerker die Schirmherrschaft übernommen hatte, eröffnete die Ausbildungsbörse. Die mittlerweile achte Ausstellung bedeute eine Menge Organisation, wofür Eck dem Vorsitzenden des Berufsschul-Fördervereins, Herbert Elflein, und dem stellvertretenden Schulleiter Thorsten Brüggemann dankte. Nach wie vor sei die Entscheidung für den richtigen Beruf nicht einfach, sagte Eck, auch wenn sich die Vorzeichen aus Sicht der Schulabgänger verbessert hätten, denn viele Betriebe suchten händeringend nach geeigneten Bewerbern. Das zeige auch die steigende Zahl derer, die sich hier präsentieren, zwölf mehr als noch vor zwei Jahren.
Eck ermutigte die jungen Leute, bei der Berufswahl auf ihre Neigungen und Begabungen zu achten, denn ein Berufsleben sei lang - und er forderte sie auf, sich intensiv im Landkreis Haßberge umzuschauen.

Niedrige Abbrecher-Quoten

Wie viele Ausbildungsmöglichkeiten es hier gibt, welche Karrierechancen gerade viele Handwerksberufe bieten, dafür warb auch der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Unterfranken, Rolf Lauer. Er betonte, wie intensiv sich gerade in Unterfranken junge Menschen über ihre künftigen Berufe informierten. Auch deshalb habe man hier wohl einer der niedrigsten Abbrecher-Quoten bei den Auszubildenden. Aus einer aktuellen Umfrage zitierte er, dass 86 Prozent der unterfränkischen Handwerksbetriebe die Konjunktur als gut einschätzten. Die Handwerksbetriebe im Landkreis Haßberge hätten schon jetzt für das kommende Ausbildungsjahr 106 freie Ausbildungsstellen gemeldet.
Während des gesamten Nachmittags herrschte auf dem Schulgelände reger Betrieb, Aussteller wie Besucher lobten die Organisation der Ausbildungsbörse.