SteinbachBei jedem Fußball-Verein ist die Platzpflege ein wichtiger Posten im Etat und im Zeitaufwand - dass das bei einem Golfclub noch mehr gilt, kann sich auch der Nicht-Golfer vorstellen. Voll des Lobes für den gepflegten Platz sind beim Golfclub Steinbach nicht nur die eigenen Clubmitglieder, sondern auch die Gäste, die im Urlaub oder bei einem Turnier die Anlage bespielen.

Zielpersonen des Lobs sind Headgreenkeeper Eduard Brech und sein vierköpfiges Team. Fast 12 000 Stunden widmeten sie allein 2015 dem Platz. "Die meiste Zeit benötigen natürlich die Greens", so Brech.
Jeder, der erstmals das Green, also den unmittelbaren Bereich um das jeweilige Loch, betritt oder mit den Händen berührt, ist schwer beeindruckt von dem dichten Grasteppich, auf dem der Ball ohne jede Irritation rollen soll.
Hier ist er gefordert, der "Grasflüsterer", aber auch die Spielbahnen sind eine Herausforderung - zumal in einem so trockenen Sommer wie 2015.


500 Regner im Einsatz

Zwar verfügt der Golfclub über einen Regenrückhalteteich und einen eigenen Brunnen, doch letztes Jahr waren die 17 000 Kubikmeter des Sees fast erschöpft. Gegen Ende der Saison wurden nur noch die Greens bewässert. 33 000 Kubikmeter Wasser benötigen im Laufe einer Saison die rund 500 Regner, die auf dem Gelände verteilt sind. Die schalten sich zwar automatisch an, doch der Greenkeeper und seine Mitarbeiter haben auch mit der Wartung und Einstellung allerhand zu tun.

Gerade in so trockenen Jahren muss sich der Greenkeeper genau überlegen, wann er welche Pflege ausübt. Durch das Mulchen (liegenbleibendes Mähgut) bildet sich eine Filzschicht. Die hat Vorteile für den Rasen, muss aber auch regelmäßig geschlitzt werden, damit sich darunter kein Schimmel bildet. Dieser Vorgang lässt aber auch viel Feuchtigkeit verdunsten.

Ständig hat Eduard Brech Rasen und Bodenbeschaffenheit im Auge. Neben den Spielbahnen und den Greens pflegt er das "Rough", das umgebende Grün, außerdem die Ausgleichsflächen. Das sind naturnahe Flächen als Ausgleich zu den intensiv genutzten Golfplatz-Flächen. Gerade sie machen auch den Reiz des Golfplatzes aus: der Wechsel zwischen ultrakurzem und dichtem Green und Blumenwiese oder Heckenriegel. Das Ganze ist eingebettet in eine hügelige Landschaft, die den Sportler herausfordert.

63 Hektar muss der Greenkeeper ständig im Auge behalten, 13 Hektar davon sind Umgebungsgrün und Ausgleichsflächen. 11,7 Hektar Fairways und Spielbahnen müssen dreimal pro Woche gemäht werden.


Ein Berufsgeheimnis

Dazu kommen Arbeiten, wie sie im Hausgarten anfallen: Nachsäen, düngen und aerifizieren. Striegeln allerdings wird der durchschnittliche Eigenheimer seinen Rasen eher nicht. Die Spezialmischungen an Saatgut, das gehört zum Berufsgeheimnis eines "Grasflüsterers".

Und so genießen neben den Golfern auch die Gäste des Clubhauses bei Kaffee und Kuchen einen herrlichen Blick über das Maintal bis in den Steigerwald - und über einen Rasen, wie man ihn eben nur auf einem liebevoll gepflegten Golfplatz findet.