Davon musste er schnell wieder 70 000 Euro abziehen. Der Grund für eilige Streichaktion? Ein entsprechend großer Haushaltsposten für die Sanierung der Friedhofsmauer in Neubrunn war schlichtweg vergessen worden. Wäre dies Robert Muckelbauer (CSU) nicht aufgefallen, hätte es keiner gemerkt.

Haushalt nicht gesprengt

Entsprechend verstimmt war Muckelbauer denn auch, da der bisherige Kämmerer und jetzige Geschäftsleiter Roland Gehring abwiegelte: "Das kippt den Haushalt nicht. Das haben wir halt vergessen. Da machen wir einen handschriftlichen Vermerk rein. Das neu auszudrucken, wäre zu viel."

Muckelbauer verstand die Welt und das Zahlenwerk, das er in der Folge regelrecht zerpflückte (und bei der Abstimmung auch als einziger ablehnte), nicht mehr: "Da fehlen 70 000 Euro und der Haushalt passt doch, das begreif' ich nicht mehr."

Ein weiterer
Kritikpunkt Muckelbauers war der Ansatz für den Kläranlagenbau in Kirchlauter, der heuer mit 530 000 Euro zu Buche schlägt. "Die Einnahmen dazu in Höhe von 500 000 Euro finde ich sehr optimistisch gerechnet, wenn heuer noch die Bescheide rausgehen", mäkelte er.

Doch Roland Gehring teilte diese Sorge nicht: "Die Leute wissen Bescheid und fallen nicht aus allen Wolken", rechnet er mit einer guten Zahlungsmoral.

Doch zuvor müssen der Gemeinderat entscheiden, ob man eine Mischkalkulation aus Gebühren und Beiträgen anwende. "Und wenn die Bescheide draußen sind, werden sie sowieso innerhalb von vier Wochen fällig."
Zur Berechnung erkannte Gehring keine Probleme , wenn die Zahlen über die beitragsfähigen Flächen vorliegen.

Finanzierung von Kläranlage

Bürgermeister Karl-Heinz-Kandler (SPD) legte schon seine Vorstellungen über ein Finanzierungsmodell für den Kläranlagenbau dar. "Eine Ergänzungsbeitragssatzung mit zwei oder drei Raten. Aber das ist nur mein Kopf, letztlich beschließt der Gemeinderat."

Noch einen Makel machte Muckelbauer im Etatentwurf aus, da im Stellenplan ein Beschäftigter fehlte.

Eine Kreditaufnahme ist im aktuellen Haushalt nicht vorgesehen. Im Gegenteil: Schulden werden weiter abgebaut. Die Pro-Kopf-Verschuldung sinkt laut Kämmerer Weber um 4,39 Euro auf 30,90 Euro je Einwohner. Der Durchschnitt bei vergleichbaren Gemeinden liege bei 711 Euro.

Bei den Gebührensätzen fand Weber, dass die Friedhofsgebühren vom Kostendeckungsgrad her "noch im Rahmen" liegen. Bedenklich dagegen sei die Deckung bei den Kanalgebühren in Neubrunn und Pettstadt.

Als kritischer Geist gab sich Robert Muckelbauer auch bei den Vorschlägen zur Änderungen der Geschäftsordnung, wie sie vom Gemeindetag vorgeschlagen wurden. "Dem Gemeinderat wird dadurch viel von seiner Entscheidungsbefugnis genommen", warnte Muckelbauer, was Bürgermeister Kandler gelassen nahm. "Wir können auch die alte Geschäftsordnung beibehalten. Damit habe ich kein Problem."

Geschäftsleiter Gehring erkannte in den Änderungen Erleichterungen für den Gemeinderat, wenn " der nicht über jede 1000-Euro-Ausgabe entscheiden muss".

Das sah Muckelbauer aber anders: "Zwei Drittel der Entscheidungen landen nicht mehr im Gemeinderat", fand er, wenn die Befugnisse des Bürgermeisters derart ausgeweitet werden. Die neue Version wurde aber einmütig beschlossen.

Kein Geld für Radweg

Die Idee, den Radweg von Breitbrunn nach Salmsdorf weiterzubauen, wurde vom Gemeinderat einhellig begrüßt, nicht so der Gedanke, dass die Gemeinde für knapp vier Kilometer fast 250 000 Euro aufbringen soll. "Das Geld haben wir nicht zur Verfügung", argumentierte Bürgermeister Kandler mit Hinweis auf den Kläranlagenbau, den Kauf zweier neuer Feuerwehrfahrzeuge und den Digitalausbau, den er für besonders wichtig erachte.

Heidi Bayer (SPD) plädierte auch für den Radwegebau, schränkte aber ein: "Wir haben dafür das Geld nicht." Uwe Derra (Freie Wähler) schaute über Tellerrand und Kirchturm hinaus: "Wenn andere Gemeinden nicht mitziehen, wird das nie etwas. Ohne einen 100-Prozent-Zuschuss ist das nicht machbar."