Kreis Haßberge Neun Persönlichkeiten aus dem Landkreis Haßberge hat der bayerische Innenminister Joachim Herrmann mit der Medaille für besondere Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung in Bronze ausgezeichnet. Sie gehören zu einer Liste von 139 Kommunalpolitikern aus Unterfranken, die für ihr jahrelanges, zum großen Teil jahrzehntelanges Wirken in der Kommunalpolitik gewürdigt wurden - und werden.

Wegen der Corona-Krise finden diese Ordensangelegenheiten in getrennten Veranstaltungen statt. Die Geehrten aus dem Kreis Haßberge wurden am Montag gemeinsam mit den Würdenträgern aus dem Landkreis Kitzingen in der Neubaukirche in Würzburg von Regierungspräsident Eugen Ehmann empfangen. Die profanierte Renaissancekirche, heute Festaula der Universität, bot einen würdigen Rahmen, in dem coronabedingt große Abstände gehalten wurden. Maskenpflicht war selbstverständlich, die Geehrten wurden nach vorne gerufen, um sich Urkunden und Medaillen selbst vom Tisch zu nehmen.

Würdiger Rahmen

"Der Pandemie geschuldet, aber alles in einem sehr würdigen Rahmen" schilderten Würdenträger ihre Eindrücke von dem mit festlicher Musik umrahmten Zeremoniell. Was der Sicherheit wegen steril und unpersönlich wirkte, machten Ehmanns offene Art und die menschliche Wärme seiner kurzen Ansprache wett. So animierte er die Festgesellschaft beispielsweise, per Applaus "eine Art akustischen Blumenstrauß" zu überreichen.

Die Geehrten hätten den würdigen Rahmen in der Festaula "mehr als verdient, können Sie doch durchweg auf Jahrzehnte eines intensiven, erfolgreichen und oft auch mit persönlichen Entbehrungen verbundenen kommunalpolitischen Wirkens zurückblicken."

Statt langer Lobreden beließ er es jeweils bei wenigen Worten für die neun Auserkorenen - sie seien umso ehrlicher und herzlicher gemeint, sagte er. "Vielleicht kommt die Kürze dem Wesen des Unterfranken und der Unterfränkin aber ohnehin entgegen", fand Ehmann, "bei zu umfangreichem Lob empfinden sie oft eher etwas Unbehagen, wie wir alle wissen."

Sie wurden geehrt:

Gertrud Bühl Die Kreisrätin war von 2008 bis 2020 Bürgermeisterin von Breitbrunn und gehörte davor bereits ab 1996 dem Gemeinderat an. Die Freie Wählerin hat den Kreuzweg und die "Sandsteinerlebniswelt" in ihrer Gemeinde realisiert beziehungsweise auf den Weg gebracht. Hubert Endres In Bundorf ist der Freie Wähler seit 2008 als Bürgermeister unangefochten. Zuletzt erhielt er mit 81,3 Prozent der Stimmen einen eindeutigen Vertrauensbeweis. Bereits von 1996 bis 2008 war er Mitglied des Gemeinderats.

Walter Ziegler Ebelsbach wurde 18 Jahre lang politisch geprägt durch den Bürgermeister von der Bürgernahen Liste. Schon von 1990 bis 2002 gehörte er dem Gemeinderat an. Bei der Kommunalwahl 2020 trat er aus Altersgründen nicht mehr an. Horst Arneth Der Welkendorfer war in den Jahren 1977 bis 1990 und 1993 bis 2020 insgesamt 40 Jahre Ortssprecher der Stadtteile Welkendorf und Gemünd und hat die Dörfer im Eberner Stadtrat vertreten. Im Mai trat er nicht mehr zur Neuwahl an. Jürgen Hennemann Er ist Vorsitzender des SPD-Unterbezirks, Mitglied im Bezirksvorstand, Kreisrat und Bürgermeister. Seit 30 Jahren wirkt er im Stadtrat Ebern, davon je eine Amtszeit als Dritter, Zweiter und Erster Bürgermeister. Im März wurde er in diesem Amt bestätigt. Alexander Krauser Königsbergs Zweiter Bürgermeister (seit dem Jahr 2008) wurde kürzlich erst für eine neue Amtsperiode bestätigt. Zuvor hatte er bereits als Dritter Bürgermeister fungiert. Im Stadtrat ist der Holzhausener seit 1996 für die CSU aktiv.

Eva Rügheimer Sie gehörte dem Stadtrat von Königsberg über 36 Jahre an, darunter von 2006 bis 2008 als Zweite und von 2002 bis 2006 als Dritte Bürgermeisterin. Auch wirkte sie als Ortssprecherin von Unfinden.

Günter Freß Der Meister in vier Handwerksberufen hat als Ortssprecher von Allertshausen, Gemeinderat und Dritter Bürgermeister zwischen 1978 und 2020 mit Unterbrechungen 30 Jahre lang im Rat der Gemeinde Maroldsweisach gewirkt. Günter Freß ist auch Träger des Bundesverdienstkreuzes

Heinrich Schmitt Der Sander ist ein weiteres Urgestein der Kommunalpolitik . Für die CSU und zuletzt FSB saß er insgesamt 36 Jahre lang im Gemeinderat, von 1978 bis 1990 und von 1996 bis 2020. Für eine Amtszeit (zwischen 1996 und 2002) war er auch Zweiter Bürgermeister.