Es war nichts mehr zu reparieren. Die Rohrleitungen um die Becken des Hofheimer Freibades waren so porös und damit undicht, dass mehr Wasser ins Erdreich floss als in die Becken. Vor drei Jahren waren diese Schäden und zu allem Überfluss auch noch statische Mängel an der Freizeitanlage entdeckt worden. Sie erfordern eine Komplett-Erneuerung des Freibades in Hofheim - und die Stadt machte Nägel mit Köpfen.

Am Mittwoch wurde ein wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg zu einem neuen Bad vollzogen. Die Stadt gab im Bürgerzentrum den Sieger des Architekten-Wettbewerbes bekannt, der das Areal Hallenbad/Freibad neu gestalten soll.

Auf dem Prüfstand

Als die Schäden am Freibad vor drei Jahren bekannt geworden sind und die Stadt erkannte, dass laut Bürgermeister Wolfgang Borst (CSU) "eine kostengünstige Sanierung nicht mehr machbar" sei, stellte Hofheim das gesamte
Konzept auf den Prüfstand. Wenn schon Erneuerung, dann richtig, hieß es damals. Hintergrund: Gleich neben dem Freibad steht das Hallenbad des Kreises Haßberge. Falls es gelingt, beide Bäder zu verbinden und Synergien zu nutzen, könnte eine Bade-Landschaft für das ganze Jahr entstehen. Die Stadt kam überein, eine Kombi-Lösung anzustreben, und schrieb auf dieser Basis einen Architekten-Wettbewerb aus.

Der stieß auf große Resonanz. 33 Architekten bewarben sich um eine Teilnahme. 15 Planer wurden ausgewählt, und 14 von ihnen reichten Entwürfe ein.

Am Dienstag tagte die Jury und traf eine einstimmige Entscheidung, wie Bürgermeister Borst am Mittwoch im Bürgerzentrum verkündete. Der Entwurf der Architekten Haack und Höpfner aus München in Kooperation mit dem Landschaftsarchitekten Senner aus Überlingen am Bodensee überzeugte die Juroren unter der Leitung des Architekten Detlef Sacker (Freiburg). Sacker hat bereits mehrere solcher Projekte begleitet.

Das Besondere

Was ist das Besondere am Gewinner-Konzept? Es ist die Anordnung der Becken (25-Meter-Schwimmerbecken sowie Nichtschwimmerbecken und Kinderbecken im Freien; dazu ein kleines Kinderbecken neben dem Hauptbecken im Hallenbad). Überzeugend gelöst ist laut Sacker der gastronomische Bereich, der an der Nahtstelle zwischen Hallen- und Freibad angesiedelt ist. Und: Das Sieger-Konzept ermöglicht einen effektiven Personaleinsatz - auch in Zeiten geringer Auslastung.

Der Hofheimer Bürgermeister Wolfgang Borst geht davon aus, dass mit dem neuen Konzept ein zukunftsfähiges und attraktives Ganzjahresbad geschaffen wird, das dazu beiträgt, den gesamten Raum um Hofheim zu stärken. Borst betonte den Hofheimer Raum nicht zufällig, denn Träger des neuen Bades wird die Gemeinde-Allianz Hofheimer Land. Das ist ein Zusammenschluss der Gemeinden in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Hofheim und des Marktes Maroldsweisach mit dem Ziel, den ländlichen Raum zu beleben - vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. Hauptaufgabe ist das gemeinsame Vorgehen gegen die Leerstände in den Orten.

Das neue Bad in Hofheim ist ein ehrgeiziges Projekt der Allianz. Dieses Sonder-Konstrukt ermöglicht es, dass Fördergelder fließen, die sonst nicht bewilligt werden würden, wie Wolfgang Borst deutlich machte. Als Kostenrahmen nannte er die Summe von 4,5 Millionen Euro.

Frühestens 2016

Allerdings müssen sich die Hofheimer und die Bürger aus den umliegenden Orten noch etwas gedulden, ehe sie in den Fluten abtauchen können. Detlef Sacker geht davon aus, dass frühestens zur Badesaison 2016 eröffnet werden kann. Und das auch nur, wenn die Planungen, Vorbereitungen und Arbeiten reibungslos und zügig über die Bühne gehen. 24 Monate bis zur Eröffnung seien "ein sportlicher Terminplan. Eine Eröffnung vor in zwei Jahren ist unmöglich."

Demnächst befasst sich der Stadtrat Hofheim mit dem Projekt, dann der Kreis Haßberge als Träger des Hallenbades. Es folgt die Detailplanung, ehe mit dem Bau begonnen wird.