Haßfurt Herz-Kreislauf- Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in Deutschland; dabei könnte das Risiko einer Erkrankung wie bei kaum einem anderen Krankheitsbild durch die Patienten selbst massiv reduziert werden. Das erklärte beim VdK-Gesundheitsforum in Haßfurt der Internist Winfried Schorb zum Thema "Symptome eines akuten Herzinfarktes richtig erkennen, nachhaltige Therapiemöglichkeiten".
Zu über 80 Prozent seien die Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf den Lebensstil zurückzuführen, so Schorb. Zu viel Fett und Zucker in der Nahrung, zu wenig Bewegung, Rauchen, unbehandelte Diabetes, Bluthochdruck, das alles fördere und verstärke die Arterienverkalkung, sagte der Arzt. Ablagerungen und Ermüdungserscheinungen in den Gefäßen bringe das Alter zwar ohnehin mit sich, alle vorgenannten Faktoren verstärkten und beschleunigten diesen langsamen Prozess jedoch.
Dieser bleibe so lange unbemerkt, bis eine Ablagerung zu einem Verschluss in einem Herzkranzgefäß führt.

Beschwerden habe ein Patient in der Regel erst, wenn ein Gefäß bereits zu zwei Dritteln zugesetzt ist. Dann komme es zu Brustschmerzen und Atemnot, anfangs nur unter Belastung. Wenn die Atemnot auch in Ruhe auftritt, sei es höchste Zeit, den Arzt, "und zwar den Notarzt"zu rufen, mahnte Schorb.


Symptome

Neben den klassischen Brustschmerzen und Atemnot gebe es aber auch viele andere Symptome für einen Herzinfarkt; die Schmerzen könnten auch in den Schulterblättern liegen oder im Ober- oder im Unterbauch. In der Regel werde dann ein Belastungs-EKG gemacht, das aber nicht immer aussagekräftig sei. Die Magnet-Resonanz-Tomographie werde selten von den Krankenkassen übernommen, die Computer-Tomographie bringe eine hohe Strahlenbelastung mit sich, so dass letzte Gewissheit nur die Herzkatheder-Untersuchung mit sich bringe. Bei dieser könnten manche "Reparaturen" auch gleich gemacht werden. So könne über den Katheder etwa ein Stent gesetzt werden.

Schorb ging auf verschiedene Therapie-Möglichkeiten ein: vom Stent über Bypass bis Herz-Operation, je nach Krankheitsbild und Patient.

Sowohl dem schon am Herzen erkrankten Zuhörer als auch allen anderen gab er einige Ratschläge mit. So halbiere sich das Herzinfarkt-Risiko bei dem, der fünf Mal pro Woche 30 Minuten Sport treibt, und auch bei dem Raucher, der aufhört. Herzpatienten sollten ihren Sport natürlich in enger Abstimmung mit ihrem Arzt wählen und dosieren. Sehr positiv auf die Risikofaktoren Diabetes und Bluthochdruck wirke sich die Ernährung aus. Die sollte sich an der Mittelmeerküche orientieren - also pflanzliche Öle statt tierischer Fette, viel Gemüse und Salat, wenig Fleisch, eher Fisch.


Entspannung

Stress könnten viele zwar im Berufsleben nicht verhindern, doch durch Entspannungstechniken wie Qi Gong oder Autogenes Training habe er weniger negative Auswirkungen. Vieles sei natürlich auch mit Medikamenten zu regeln, doch die hätten natürlich auch wieder Nebenwirkungen, erklärte der Internist, der noch allerhand Fragen aus der Zuhörerschaft zu beantworten hatte.

Die stellvertretende Kreisvorsitzende des VdK, Elfriede Kerker, dankte für das interessante Referat vor vollbesetztem Haus.