Ruhe und Besinnung. Ausgerechnet wenige Tage vor dem Fest, wenn Stress und Hektik ihrem Höhepunkt entgegensteuern. Gibt es das noch? Die Antwort: Ja, zumindest am Mittwochabend in der Königsberger Marienkirche. Dort spielten Hektik und auch Gedanken an den weltweiten Krieg und Terror für eineinhalb Stunden keine Rolle. Dank des Weihnachtskonzerts des Haßfurter Regiomontanus-Gymnasiums wurden die Zuhörer im vollen Gotteshaus perfekt auf den Geburtstag Jesu eingestimmt.


Hunderte Schüler in Aktion


Wie seit vielen Jahren trugen erneut einige hundert Schüler verschiedener Jahrgangsstufen mit Werken bekannter und weniger bekannter Komponisten, Kirchenmusiker oder Songschreiber zum Gelingen bei. Ebenso die Lehrkräfte Petra Schlosser (Leiterin Vokalensembles und Flötenensemble), Marina Andreewa (Streicherensemble), Wioletta Baumgartner-Sauer (Schulorchester), Matthias Göttemann ("Musicalchor Junge Stimmen" sowie Hauptorganisator Ekkehard Grieninger (Blechbläser und Saxophon-Ensemble). Das berühmte "Trumpet Tune" von Henry Purcell hallte ebenso durch die Kirche wie das südafrikanische Friedenslied "Hamabi kahle" und viele weitere Weihnachtslieder.

Wahre Glanzlichter sind bei den Konzerten des Haßfurter Gymnasiums seit jeher die Solisten. Hugo Helas (8a) präsentierte sein Können an der Orgel beim "Einzug in D" von Matthias Hippe, Leoni Kampmann (Q11) brillierte an der Harfe mit "Engel haben Himmelslieder", und Dominik Lenhart aus der 6a überzeugte mit dem Marimbaphon.

Insgesamt waren alle Musiker wie auch die Sänger, egal ob Schüler oder die Mitglieder des "Lehreroktetts" mit Petra Schlosser (Leitung), Christine Chandon, Alexandra Weber, Marion Kuhn, Wioletta Baumgartner-Sauer, Simon Sperl, Ekkehard Grieninger, Friedrich Hallwirth und Peter Friese, bei den klassischen wie auch den modernen und zeitgenössischen Werken stets mit vollem Eifer bei der Sache. Bleibt noch eine Frage zu klären:


Heimatstadt des Namensgebers

Warum diesmal Königsberg? "Die Schülerinnen und Schüler des Regiomontanus-Gymnasiums kommen nicht nur aus Haßfurt, sondern aus dem gesamten Landkreis, so dass es nur folgerichtig ist, auch Schulkonzerte nicht immer nur in Haßfurt stattfinden zu lassen", begründete Ekkehard Grieninger den Ortswechsel. "Vor vielen Jahren waren wir bereits mit Mozarts ,Spatzenmesse‘ in der Wallfahrtskirche Maria Limbach".

Außerdem sei Königsberg Heimatstadt des Namensgebers des Gymnasiums. Dieser war der große Astronom und Mathematiker Johannes Müller, der sich Regiomontanus, Königsberger, nannte. Zu guter Letzt fand sich in der letzten Schulwoche vor den Ferien kein geeigneter Termin mehr in der katholischen Pfarrkirche in Haßfurt, "so dass wir nach einer Alternative Ausschau halten mussten."

Mit Königsbergs neuem Pfarrer Peter Hohlweg wurde derweil "ein Partner" gefunden, "der weiß, dass Musik in einer zunehmend säkularisierten Gesellschaft die Menschen wieder in die Kirchen zu bringen vermag", betonte Grieninger. Der Geistliche habe sich deshalb über die Entscheidung gefreut, das Konzert in seiner Kirche zu veranstalten. "Als Ausdruck seiner vollen Unterstützung hat er den Termin unseres Weihnachtskonzerts spontan in seinen kirchlichen Veranstaltungskalender ,Winterzauber im romantischen Königsberg‘ mit aufgenommen."

Am Ende sangen alle das "Oh du fröhliche" und fühlten sich bestens auf die Festtage vorbereitet.