Mit der Institution stünden vor allem die Studierenden im Mittelpunkt des Jubiläums, betonte Manfred Steigerwald, Geschäftsführer der Caritas-Schulen gGmbH, die die Trägerschaft der Faks inzwischen vom Landkreis übernommen hat. Das war die Reaktion darauf, dass das Kultusministerium private Schulen besser fördert als öffentliche - und es hatte für die Schule den positiven Effekt, dass die Zahl der Studierenden fast verdoppelt werden konnte auf aktuell 196 angehende Erzieher.

Steigerwald würdigte die Leistung des Landkreises beim Aufbau der Faks, "der Landkreis Haßberge erfüllt eigentlich längst die Standards einer Bildungsregion", erklärte er im Hinblick auf den laufenden Prozess, dieses Prädikat offiziell zu erhalten.

"Gründer" bei der Jubiläumsfeier dabei

Der Leitende Regierungsschuldirektor Norbert Kornder von der Regierung
von Unterfranken war ebenfalls voll des Lobes für die Faks Haßberge. Er freute sich, dass mit dem ersten Rektor Manfred Mergl, Christa Walter, dem jetzigen Rektor Peter Popp und Dr. Peter Brech vier Köpfe der ersten Stunde an der Feier teilnahmen.
Die vormaligen Schulleiter Manfred Mergl und Christoph Stumpf blickten in die Vergangenheit. Immer wieder wurde dabei Landrat Rudolf Handwerker gelobt, der allerdings von Günther Geiling vertreten wurde. Als junger Lehrer mit hehren pädagogischen Zielen habe er im Landkreis Haßberge ein ideales Betätigungsfeld gefunden, so Manfred Mergl.

Handwerker machte das schon

Handwerker sei es gewesen, der die Gründung der Faks anstieß und auf den Hinweis "Das kann aber eine Stange Geld kosten", habe der Landrat nur geantwortet: "Das ist meine Sache, die Organisation Deine". So schafften es die beiden Väter, "Pater fiskalis und Pater agens", innerhalb eines Jahres die FAKS zum 14. September 1994 auf die Beine zu stellen.

Allerhand Hürden gab es zu nehmen - auch unerwartete. So brachten die ersten Abschlussprüfungen so gute Ergebnisse, dass Schulleiter Manfred Mergl ins Ministerium gerufen wurde. Seine lapidare Erklärung dort: "Daran werden Sie sich gewöhnen müssen, das nennt man fränkische Leistungsdichte". Ein gut geführtes Schiff habe er dann 2000 übernommen, so Christoph Stumpf, doch weiterhin habe man sich mit Veränderungen der Bildungslandschaft und der Besetzung mancher Fächer "herumschlagen" müssen.

Am grünen Tisch

Vieles sei am grünen Tisch entstanden, "theoretisch wunderbar begründbar, aber in welche Nöte die Schulen kommen, wenn sie das Konzept im Unterrichtsbetrieb umsetzen müssen, hatten weder die Theoretiker, noch die Bildungspolitiker im Blick", erklärte Stumpf. Mit Augenmaß und "organisatorischer Akrobatik" habe das bewährte Kollegium alles umgesetzt.

Nicht leicht gefallen sei der Abschied aus Hofheim, wo die Faks ein warmes Nest gehabt und fulminante Abschlussfeiern gestaltet habe. Weniger Parkplätze, aber ein schönes Schulhaus hätten in Haßfurt gewartet und besonders gut kam bei den Studierenden an, dass ihre Vorschläge zur Umgestaltung des Pausenhofes mittlerweile weitgehend umgesetzt wurden. Damit entsteht ein bisschen mehr Rückzugsraum, der dringend für die Gruppenarbeit benötigt wird, wie Schulleiter Peter Popp und auch Schülersprecherin Annika Koch betonten. Beide wünschten sich eine Mehrzweckhalle als Ergänzung der Faks.

Stellvertretender Landrat Günther Geiling betonte die Bedeutung des Erzieherberufes, der sich in den 20 Jahren der Faks ständig gewandelt habe. Den Verantwortlichen im Kreis sei schon damals bewusst gewesen, dass qualifizierte Fachkräfte für die Kindergärten nur dann zur Verfügung stehen werde, "wenn wir selbst ausbilden". Mit 16 Studierenden wurde die Faks 1994 in Hofheim eröffnet, 363 Erzieherinnen - zu 95 Prozent junge Frauen - machten seitdem ihren Abschluss. Niemand habe bei der Gründung damit gerechnet, dass sich der Bedarf an qualifizierten Erziehern bis heute dermaßen erhöhen würde. Heute werden in den Kindertagesstätten des Kreises allein 640 Kinder unter drei Jahren betreut. Waren im Landkreis 1999 noch 137 Erzieherinnen im Landkreis beschäftigt, waren es im September 2013 insgesamt 228.

Dazu kämen weitere Arbeitsplätze für Erzieherinnen etwa in Richtichtungen der stationären Jugendhilfe, im Bereich der Ganztagsschulen, der Mittagsbetreuung oder in sonderpädagogischen Fördereinrichtungen. Geiling freute sich über das große Interesse und die Vergrößerung der Schule, denn es gebe sicher Berufe mit ruhigerem Arbeitsalltag, denn Erzieher sei ein "Beruf, für den man brennen muss". Gerade auch in der heutigen Zeit, denn Kindergärten seien heute Bildungseinrichtungen und deshalb sei es "völlig absurd, dass sie nach wie vor beim Sozialministerium angesiedelt sind. Sie gehören zum Kultusministerium.

Auch kritische Töne zu den Entwicklungen in der pädagogischen Ausbildung gab es, etwa durch Schulleiter Peter Popp. Er forderte, weniger volkswirtschaftliche Ziele, sondern das Wohl der Kinder in den Mittelpunkt zu stellen. Auch betonte er die Qualität der Fachakademien, die von Seiten der Fachhochschulen oft etwas kleingeredet werde. Die Wissenschaft müsse sich immer an der Realität orientieren und hier gelte "Beziehung kommt vor Bildung", gerade bei der Arbeit mit Kleinkindern.