Überraschung für die rund 56 000 Christen im katholischen Dekanat Haßberge: Dekan Stefan Gessner, zugleich Leiter der Pfarreiengemeinschaft "Sankt Christophorus im Baunach-, Itz- und Lautergrund, Baunach" verlässt das östlichste Dekanat im Bistum. Er wird im Februar Dompfarrer in Würzburg.

Die Pressestelle des Bischöflichen Ordinariats hat in einer Mitteilung vom Sonntag über eine Reihe von Neubesetzungen berichtet, die das Domkapitel und die Dompfarrei betreffen. So wurde, als bedeutendste unter diesen Personalien, der Dekan und Pfarrer Albin Krämer (bislang Zellingen) zum Domkapitular an der Kathedralkirche zu Würzburg ernannt. Er übernimmt damit einen von acht Sitzen (Kanonikaten) im Domkapitel. Das Domkapitel (ein Sitz ist nach wie vor vakant) hat die Aufgabe, an den feierlichen Gottesdiensten im Dom mitzuwirken und in der Verwaltung der Diözese Beratungs- und entscheidende Leitungsaufgaben zu übernehmen.

Zu den Domkapitularen gehört der ehemalige Generalvikar Thomas Keßler, als früherer Pfarrer von Mürsbach und Baunach Vorgänger von Stefan Gessner. Keßlers Nachfolger als Generalvikar wiederum ist seit September der bisherige Würzburger Stadtdekan Jürgen Vorndran, der zwölf Jahre lang die Dompfarrei und später die Pfarreiengemeinschaft Würzburg-Innenstadt geleitet hatte.

In Vorndrans Fußstapfen als Dompfarrer in Würzburg mit den Pfarreien Dom, Neumünster, Hofkirche und Sankt Peter und Paul wird nun also Stefan Gessner treten. Zu seinem Bereich gehört auch die Marienkapelle am Marktplatz als Bürgerkirche. Seine künftigen Pfarreien werden laut Mitteilung der bischöflichen Pressestelle im Zug der sogenannten "Pastoral der Zukunft" zu einem "Teil des Sektors Süd-Ost des neuen urbanen Raumes Würzburg".

18 Jahre in Baunach und Mürsbach

Der gebürtige Schweinfurter Stefan Gessner wuchs in Bergrheinfeld auf und legte 1993 in Gaibach sein Abitur ab. Theologie studierte er in Würzburg und Passau. Bischof Paul-Werner Scheele weihte ihn am 19. Februar 2000 im Würzburger Kiliansdom zum Priester. Danach war Gessner zunächst Kaplan in Kitzingen und Sulzfeld am Main, ehe er im Herbst 2000 als Kaplan nach Baunach, Lauter, Mürsbach und Gereuth wechselte. Für eine kurze Episode von knapp zwei Jahren war er dann nochmals Kaplan im Raum Bad Kissingen, ehe er 2004 als Nachfolger Thomas Keßlers zum Pfarrer und Leiter der Pfarreiengemeinschaft Baunach-Lauter-Mürsbach-Gereuth ernannt wurde. Von 2006 bis 2010 fungierte er auch als Dekanatsbeauftragter für Notfallseelsorge im früheren Dekanat Ebern.

Seit 2009 leitet er auch die Pfarrei Reckendorf und die Kuratie Gerach und die gesamte damals neu errichtete Pfarreiengemeinschaft "Sankt Christophorus im Baunach-, Itz- und Lautergrund, Baunach". Zeitweise führte er als Pfarradministrator auch die Pfarreiengemeinschaften "Am Weinstock Jesu, Zeil" (2011/12) und "Main - Steigerwald, Eltmann" (2015/16); aktuell (seit dem Jahr 2017) ist Gessner auch Pfarradministrator der Pfarreiengemeinschaft "Sankt Kilian und Weggefährten, Pfarrweisach".

2010, als der damalige Bischof Friedhelm Hofmann die beiden bisherigen Dekanate Ebern und Haßfurt zum neuen Dekanat Haßberge fusionierte, wurde Gessner zum Dekan des neuen Dekanats Haßberge gewählt. Es umfasst im wesentlichen den Landkreis Haßberge und einige Gemeinden, vornehmlich aus dem früheren Landkreis Ebern, die 1972 dem Landkreis Bamberg angegliedert wurden. Der Verwaltungssitz ist in Mürsbach (Markt Rattelsdorf, Kreis Bamberg), also im äußersten Osten des Dekanats und zu finden. Gessners Stellvertreter ist Kurt Wolf, Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft "Heilig Geist Rauhenebrach". Er wird zunächst auch die Amtsgeschäfte des Dekans übernehmen.

Als Regionalsprecher der Dekane der Region Schweinfurt ist der heute 48-jährige Stefan Gessner Mitglied im Priesterrat und im Diözesanpastoralrat und somit seit langem gut in der Bistumsspitze vernetzt.

Stefan Gessners Einführung in Würzburg wird seinen eigenen Angaben zufolge im Februar erfolgen doch aus dem Raum Baunach, Mürsbach, Pfarrweisach und aus dem Dekanat Haßberge wird er sich bereits wesentlich früher verabschieden.

Interview

Siehe dazu ein ausführliches Interview mit Dekan Gessner in der Print-Ausgabe und im E-Paper des Fränkischen tags.