EbelsbachHinter einem Weidenzaun, umgeben von einem Metallgitter, liegt er: der künftige "Garten Eden" der Rummelsberger Diakonie. "Dieser Urwald soll unser Garten werden", sagt Diakon Andreas Puchta (Fachdienst der Region Haßberge) mit einem Lächeln und deutet auf das zugewucherte Grundstück. 26 Erwachsene mit Behinderung leben momentan am Standort Ebelsbach.

Der Urwald muss weg

Doch bis eine Grünfläche entsteht und gestaltet werden kann, braucht es Vorarbeiten. Deshalb ist ein Ausbau in mehreren Schritten geplant. Laut Andreas Puchta sollen zuerst Büsche und Bäume abgeholzt und gerodet werden. In einem zweiten Schritt würden sich die Bewohner über eine zeitnahe Schaffung von barrierefreien Wegen und Bänken freuen, um den Garten baldmöglichst nutzen zu können. Erst dann, in einem dritten Schritt, wäre die Gestaltung des Gartens möglich. Wenn es soweit ist, wollen Puchta und seine Kollegen versuchen, für die verschiedenen Projekte Spender zu finden. Die Liste der Wünsche der Bewohner ist lang: ein ebenerdiges Trampolin, Hängematten und eine Chill-Out-Area, wie sie die jüngeren Bewohner aus dem Fernsehen kennen.

Zu denen gehören auch Max und Andy. Die beiden 28-Jährigen sind sich einig, dass sich alle Bewohner über tierische Gesellschaft freuen würden. Max hätte gerne Meerschweinchen und Hühner, Andy bevorzugt Hasen und Schildkröten. "Die Rollstuhlfahrer brauchen eine spezielle Schaukel", ergänzt Andy und dann kommen die Männer richtig ins Schwärmen. Sie wünschen sich auch ein Gartenhäuschen und freuen sich auf die Tiere, um die sie sich kümmern möchten.

Paten für die Tiere

Da Max ein leidenschaftlicher Tischtennisspieler ist, würde er sich sehr über eine Tischtennisplatte freuen. "Jederzeit die Möglichkeit zu haben, nach draußen in den Garten zu gehen, das würde die Lebensqualität unserer Bewohner schon sehr steigern", bestärkt Diakon Andreas Puchta. Gerade die Menschen, die im "beschützenden Bereich" lebten und nur mit Unterstützung in der Außenwelt zurecht kämen, sehnten sich danach, auch ohne Begleitung nach draußen gehen zu können. Von dem "Garten Eden" sollen nicht nur die "Rummelsberger" profitieren: Puchta schwebt vor, auch die Familien aus dem benachbarten Wohnblock einzuladen und mit Kindergärten eine Patenschaft für die Tiere einzugehen. Die Teilhabe am öffentlichen Leben und die Integration der Bewohner könnten so auf eine neue, grüne Stufe gehoben werden.