Die Bewohner, die ihn noch kennen, weil sie einst dort lebten, vermissen ihn sehr: den Schlosspark Ditterswind. Er umgab den alten Standort der Rummelsberger Diakonie in der Gemeinde Maroldsweisach.

Mit dem Umzug nach Ebelsbach haben die "Rummelsberger" Wald und Wiesen gegen eine bessere Infrastruktur und eine größere Teilhabe am öffentlichen Leben eingetauscht. Auf dem ehemaligen Gelände der Gärtnerei von Mansberg neben der katholischen Kirche ist mitten in Ebelsbach eine moderne und freundlich gestaltete Wohn- und Betreuungseinrichtung für behinderte Menschen entstanden.

"Wir unterstützen unsere Bewohner dabei, sich weiterzuentwickeln"

Die Frauen und Männer wohnen in Einzelappartements und besuchen tagsüber die Tagesstruktur-Einrichtung, die sich direkt neben dem Wohngebäude befindet. Ein Team aus Heilpädagogen, Heilerziehungspflegern, Erziehern, Ergotherapeuten, Kinderpflegern und Hilfskräften arbeitet dort mit den Erwachsenen zwischen 18 und 75 Jahren interdisziplinär zusammen. "Unsere Klienten sind so stark gehandicapt, dass sie in keiner Behindertenwerkstatt oder einer ähnlichen Einrichtung arbeiten können", erklärt Diakon Andreas Puchta (Fachdienst für die Region Haßberge) und ergänzt: "Noch nicht. Wir sehen unsere ,Tagesstruktur‘ als Talentschmiede. Wir unterstützen unsere Bewohner dabei, sich weiterzuentwickeln."

Zusätzlich gibt es auch ein "Case Management". Hinter dem sperrigen Namen verbirgt sich das freundliche Gesicht von Tina Reinwand. Sie unterstützt die Bewohner dabei, ihre Wünsche und Vorstellungen von der Zukunft festzuhalten und so gut wie möglich umzusetzen. Der 28-jährige Max zum Beispiel möchte abnehmen. "Und ich will bald in der Werkstatt arbeiten", erklärt er selbstbewusst. Auch sein Kumpel Andi (28) hat Wünsche und Vorstellungen für die Zukunft. "Ich möchte später eine eigene Wohnung haben. So in sechs Jahren", erzählt er.

Für die nahe Zukunft wünschen sich die Bewohner des Rummelsberger Standorts aber eines ganz dringend: einen Garten. Die Hälfte der Bewohner lebt in einem so genannten "geschützten Bereich", das heißt, sie dürfen das Gelände nicht alleine verlassen. "Gerade für diese Klienten wäre es ein großer Schritt in die Selbstständigkeit, wenn sie selbst entscheiden könnten, wann sie sich im Grünen entspannen möchten", erklärt Puchta.

Bewohner wünschen sich dringend Garten

Bislang steht den 26 Bewohnern nur ein schmaler Betonstreifen mit Sitzgelegenheiten zur Verfügung. In Ebelsbach wartet hinter einem Weidenzaun, abgesichert durch ein Metallgitter, ein 2500 Quadratmeter großes Grundstück darauf, erschlossen zu werden. "Der Urwald hinter dem Zaun soll unser Garten Eden werden", sagt Diakon Andreas Puchta mit einem Lächeln.

Als gemeinnütziger Verein darf die Rummelsberger Diakonie kein Vermögen anhäufen, das Budget ist sehr knapp kalkuliert. So brauchten Puchta und sein Team beispielsweise drei Jahre, bis sie das Geld für ein spezielles Bett beisammen hatten, dass die Nächte eines Bewohners angenehmer und ruhiger machte. "Es ist halt einfach so: Für erwachsene Behinderte spenden die Menschen selten", weiß Diakon Puchta.

Das ist traurig, aber wenn man in Max' und Andis begeisterte Gesichter sieht, macht es regelrecht betroffen. Die beiden jungen Männer freuen sich so sehr darauf, bald einen Garten zu bekommen. Was sie sich wünschen, haben sie eigens aufgeschrieben.

Ausbau in mehreren Schritten

Doch bis der Garten überhaupt gestaltet werden kann, braucht es Vorarbeiten. Geplant ist ein Ausbau in mehreren Schritten. Laut Puchta müsste zuerst der "Urwald hinter dem Zaun" abgeholzt werden. In einem zweiten Schritt würden sich die Bewohner über eine zeitnahe Schaffung von barrierefreien Wegen und Bänken freuen, um den Garten nutzen zu können.

Erst dann, in einem dritten Schritt, hoffen die Bewohner, für verschiedene Projekte Spender zu finden. Max und Andi sind sich einig, dass sich außerdem alle über tierische Mitbewohner freuen würden: "Wir hätten gerne Hasen oder Meerschweinchen", sagt Max. "Und die Rollstuhlfahrer eine spezielle Schaukel", ergänzt Andi. Mehr über Andi und Max und ihr Leben bei den "Rummelsbergern" erfahren Sie in unserem nächsten Beitrag zur Spendenaktion.

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