Ein ungewohntes Bild bot sich den Passanten in der Eberner Innenstadt am Samstag zum späten Nachmittag. Ein Konvoi, wie er selten zu sehen ist: vornweg der Mannschaftstransporter der Freiwilligen Feuerwehr Ebern, dahinter zwölf Feuerwehrdienstleistende in voller Schutzausrüstung mit angelegten Atemschutzgeräten, joggend - und mit merklicher Anstrengung im Gesicht.

"Nachdem der Firefighter-Run in Waldkirch bei Freiburg, für den wir die letzten Monate trainiert hatten, nun endgültig wegen der Corona-Pandemie abgesagt wurde, war die Enttäuschung natürlich erst einmal groß", so Marcel Leibold, verantwortlich für den Dienstsport bei den Eberner Floriansjüngern. Der Lauf, der am 10. Oktober im Breisgau auf einer Distanz von fünf Kilometern stattgefunden hätte, wäre das Highlight für die Laufgruppe gewesen, die in den vergangenen Wochen wiederholt in "voller Montur" auf ihrer Trainingsrunde zwischen Ebern und Rentweinsdorf unterwegs war.

Eine Alternative musste her

Nachdem dieser bedingt durch örtliche Corona-Einschränkungen abgesagt wurde, war sich die der Ebern Gruppe schnell einig, dass man den Run dennoch machen möchte. Nur eben zu Hause und im kleinen Kreis. "Unsere Männer haben sich den Lauf durch ihr langes Training verdient. Als Verantwortlicher kann einem nichts Besseres passieren, wenn man im Alarmfall auf eine topfitte Mannschaft zurückgreifen kann", so Zweiter Kommandant Nico Sonnefeld.

Man habe sich daher bewusst für die Route durch die Stadt entschieden, um auf die Anstrengungen, die der Feuerwehrdienst mit sich bringt, hinzuweisen, "und um der Bevölkerung zu zeigen, dass wir da sind für unsere Stadt", schließt sich Erster Kommandant David Pfeufer an, der den Lauf im Rahmen des Dienstsports angeordnet hat.

Höchsten Respekt für die körperliche Leistung zollt auch Kreisbrandinspektor Thomas Habermann aus Unterpreppach, der seine Kameraden beim Zieleinlauf auch im Namen der Kreisbrandinspektion Haßberge für ihre vorbildliche Dienstauffassung und ihre Fitness lobte.

Am Ziel angekommen, stand allen Läufern die Anstrengung regelrecht ins Gesicht geschrieben. Neben der normalen körperlichen Anstrengung eines schnellen Laufs über fünf Kilometer tragen der zusätzliche Kraftaufwand für Schutzkleidung, Einsatzhelm und Atemschutzgerät zur Anstrengung bei. "Jacke und Hose, die dafür ausgelegt sind, im Brandfall bis zu 800 Grad Temperatur auszuhalten, tun genau wie die insgesamt 17 Kilogramm Ausrüstung ihr Übriges", sagt Läufer Simon Gerstenkorn. Mit 34 Jahren zählt er zu den Senioren der engagierten Läufer - "aber sicher nicht zu den Langsamsten in der Wehr", stellt er mit einem verschmitzten Lächeln fest.