Ein Glanzlicht war ein Stück aus dem Musical "Jesus Christ Superstar". Es hob die vielen Besucher praktisch von den Sitzen und riss sie zu großem Beifall mit.
Vorsitzender Alexander Alka freute sich über den überwältigenden Besuch. Immerhin schätzen viele Vertreter befreundeter Musikvereine, Bürgermeister Michael Ziegler und auch der neue Stadtpfarrer Bernhard Öchsner den Verein so sehr, dass sie bei diesem Konzert anwesend waren.


Musiker nehmen viele Termine in Eltmann wahr

Alka betonte, das Weihnachtskonzert sei Dank an alle, die der Kapelle das Jahr über die Treue hielten. Die Musiker seien bei kirchlichen Anlässen oder Festen zur Stelle, spielten Ständchen oder überrasche Jubilare. Für die Kapelle war es laut Alexander Alka ein turbulentes Jahr, denn nach dem Dirigentenwechsel 2015, stand erneut ein solcher an: "Andi Stieler hat uns nach der Serenade aus beruflichen Gründen verlassen, und wir waren erneut auf der Suche." Nach einigen "Kennenlernproben" fiel die Wahl auf Stefan Krines aus Sand. Die Musiker stellten mit ihm in nur sechs Wochen Probenzeit ein Programm zusammen und studierten es "in Rekordzeit ein", wie Alka ausführte.


Junge Dirigentin

Die kleine Bläserklasse zeigte unter Leitung von Bernhard Rippstein Können bei einer Mozart-Melodie und dem Klassiker "Jingle Bells". Die Buben und Mädchen haben erstaunliche Fortschritte gemacht, fanden die Zuhörer. Die nächste Stufe haben schon die jungen Musiker des Jugendorchesters erreicht. 15 Jahre ist ihre Dirigentin, Katrin Alka, die im März erst ihre D2-Prüfung abgelegt hat; seit seit September schwingt sie selbst den Dirigentenstab. Sie hat die Musik von der Pike auf gelernt, spielt im großen Orchester das Waldhorn und steht nun selbst vor jungen Musikern. "Der Andi hat uns Musikern doch auch das Dirigieren beigebracht und das möchte ich jetzt umsetzen", meinte sie locker und doch mit Selbstbewusstsein. Auf seine 15-jährige Dirigentin ist Vater Alexander Alka als Vereinsvorsitzender besonders stolz: "Das ist für mich ein Zeichen, dass die Jugendarbeit in unserem Verein sehr gut funktioniert. Außerdem freut es mich nicht nur, weil es meine Tochter ist, sondern auch deswegen, weil sie sich dazu ganz spontan bereit erklärt hat." Die Familie Alka lebt für die Musik und die Stadtkapelle: Alexander Alka gibt nicht nur den Ton an als Vorsitzender, sondern auch auf der Baßtuba, Mutter Daniela spielt Tenorsaxophon, Sohn Marius zieht die Posaune und Tochter Katrin bläst das Waldhorn. Katrin Alka bekam an diesem Abend ganz offiziell ihren Dirigentenstab überreicht.


Der Wunsch nach Frieden

Viele weitere schöne Weihnachtsschlager, auch das nachdenklich stimmende "Happy Christmas" von John Lennon präsentierte das Orchester. Der frühere Beatles-Musiker hatte darin 1971 Schluss mit dem Morden in Vietnam gefordert. "Da hätten wir also wieder mal Weihnachten. Wie ist es euch so ergangen seit dem letzten Mal? Irgendwie läuft die Welt aus dem Ruder und deshalb: Fröhliche Weihnachten für Schwarz und Weiß, für Gelbe und Rote. Hören wir doch endlich damit auf, uns gegenseitig zu bekämpfen. Der Krieg ist vorbei, ihr müsst es nur wollen." So lautet dazu der Text.

Der Sound des großen Klangkörpers mit über 30 Musikern war erstaunlich und immer wieder stachen Solisten hervor, so etwa die drei Querflötistinnen Rita Colombo, Lena Stolz und Franziska Schneider.


Es ist alles prima gelaufen

Sowohl dem neuen Dirigenten Stefan Krines als auch Vorsitzendem Alexander Alka sah man nach dem letzten Akkord an, dass ihnen jetzt ein Stein vom Herzen gefallen war, fast hatten sie Freudentränen in den Augen. "Das Konzert hat heute bewiesen, dass wir den richtigen Dirigenten verpflichtet haben. Ich habe ja schon zu meiner Bundeswehrzeit beim ihm gespielt. Dann hatten sich unsere Kontakte verloren. Aber jetzt können wir im nächsten Jahr unser 50-jähriges Bestehen mit entsprechenden Veranstaltungen planen und mit dem Frühjahrskonzert beginnen", meinte Alka.

Stefan Krines verriet, was ihn an der neuen Aufgabe in Eltmann reizt: "Erstmals im Leben Stadtkapellmeister sein zu dürfen. Sonst war ich nur Kapellmeister. - Ich bin vom Klangkörper der Eltmanner Stadtkapelle begeistert. Er ist über alle Register hinweg gut besetzt und ist einer der ganz seltenen Klangkörper, die auf einen dreistimmigen Waldhornsatz zurückgreifen können. Das ist sehr selten und findet man eigentlich nur bei großen symphonischen Orchestern."

Seine Ziele definierte er klar. "Die Blasmusik war früher anders, und sie spielte sich fast an jedem Wochenende vorwiegend mit Unterhaltungsmusik in den Zelten ab." Das wolle die heutige Generation nicht mehr, sie wolle anspruchsvolle Arrangements. Ohne Zweifel genießen Gesang und Instrumentalmusik in Eltmann derzeit besonderen Rückhalt. Nicht nur die "Sängerlust", auch die Stadtkapelle Eltmann begeistern den Nachwuchs und legen damit einen festen Grundstein für ihre Zukunft.