Zwei Tage vor dem Volkstrauertag legten ehemalige Soldaten des Panzergrenadierbataillons 101/103 und des Panzeraufklärungsbataillons 12 am Freitagabend an den Gedenksteinen beider Bataillone an ihrer ehemaligen Wirkungsstätte hinter der ehemals ersten Kompanie der Panzergrenadiere, jetzt Gasthaus "Zum Stadl", Kränze nieder.

Reiner Dehler, Vorsitzender des Kameraden- und Freundeskreises ehemaliger Panzergrenadiere, hieß zahlreiche ehemalige Bundeswehrsoldaten der beiden Bataillone willkommen. Reservisten der Kameradschaft aus Ebern, der Luftwaffe und der Marine standen mit Fackeln am Ehrenmal und bildeten so einen ansprechenden Rahmen für die Feierstunde. Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) sagte: "Wir stehen heute hier, um unserer Soldaten, die bei Auslandseinsätzen und Friedenssicherungsmaßnahmen ums Leben kamen, zu gedenken. Zum Glück mussten die Bundeswehr und somit auch die Soldaten in Ebern nie in den Krieg ziehen.
Wir müssen alles dafür tun, dass der Frieden weiter hält, und ihn in andere Länder tragen."


Beitrag für den Frieden

In diesem Jahr schaue man auf das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 70 Jahren. Allerdings zeigten die Schreckensbilder in den Nachrichten, dass die Welt auch heute nicht vom Frieden regiert wird, und Menschen nach wie vor unter Krieg und Verfolgung leiden. "Sind wir heute mit unseren Gedanken auch bei den Menschen im Irak, Syrien, im Nahen Osten, der Ukraine und bei allen Opfern von Konflikten auf dieser Welt?", fragte Hennemann.


In Verbindung bleiben

Damit sich Fehler von damals und heute in der Zukunft nicht wiederholen, lohne ein Blick in die eigene Geschichte. "Indem wir die Toten und die Orte des Schreckens nicht vergessen, wird ein unerlässlicher Beitrag zum Frieden und zur Demokratie in der Gegenwart geleistet", sagte Hennemann.

Pater Rudolf Theiler sagte an den Gedenksteinen: "Als Glaubende und als Christen wissen wir, dass wir über das Weltliche hinaus denken können und auch zu denen eine Verbindung haben, derer wir jetzt gedenken."
Die Menschen sollten diese als Mahnung für das heutige Handeln sehen und sich innerlich mit ihnen in Verbindung setzen. Gemeinsam gedachten im Gebet Pater Rudolf Theiler und Stadträtin Gabriele Rögner (CSU) der Opfer und Menschen aller Völker, die in Kriegshandlungen ihr Leben lassen mussten, vertrieben wurden, Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung wurden oder noch immer sind. Pater Rudolf Theiler bat für alle um Kraft und Mut, sich für die Menschen einzusetzen, die Hilfe brauchen. "Helfe uns, eine Menschheit zu schaffen und zu erhalten, die des Lebens würdig ist", sagte der Geistliche.

Schließlich erklang das Stück "Ich hatt' einen Kameraden" aus der Trompete von Alfons Baum. Reiner Dehler und Harry Bohl, der Vorsitzende der Kameradschaft des Panzeraufklärungsbataillons 12, legten am Ehrenmal Kränze nieder.


Gewalt ist keine Lösung - Volkstrauertag in Theinheim
Eine Gedenkfeier zum Volkstrauertag fand am Samstag nach dem Gottesdienst am Theinheimer Kriegerdenkmal statt.

In seiner Ansprache erinnerte der Vorsitzende der Krieger- und Soldatenkameradschaft in Theinheim, Waldemar Müller, an die gefallenen und vermissten Soldaten der beiden Weltkriege sowie an die in Afghanistan und im Auslandseinsatz getöteten Bundeswehrsoldaten. Weiterhin gedachte er der Opfer von Terror und Gewalt und ging auf die Attentate in Paris ein.

Alle diese unschuldigen Opfer mahnten zum Frieden und sollten daran erinnern, dass ein Krieg nur Unheil und Verderben über die Menschen bringe, betonte er. Am Gedenktag sollten sich alle Menschen bewusst werden, dass Gewalt keine Lösung von Problemen sein könne und dass jede Form von Gewalt immer Unrecht an den Menschen bedeute.

Den Volkstrauertag bezeichnete der Redner auch als einen Gedenktag für Menschenrechte und Menschenwürde. Müller legte einen Kranz nieder. heki

Attentate machen betroffen - Volkstrauertag in Königsberg

Dass der Volkstrauertag nichts von seiner Bedeutung verloren hat, offenbarte sich heuer wenige Stunden vor den Gedenkfeiern in Königsberg und seinen Stadtteilen auf grausame Weise durch die Attentate in Paris. Bürgermeister Claus Bittenbrünn in Königsberg, das durch seine langjährige Partnerschaft mit Donzère in Südrankreich besonders stark mit Frankreich verbunden ist, zeigte sich in seiner Ansprache zum Volkstrauertag am Ehrenmal auf dem Schlossberg tief betroffen von den Ereignissen in Paris.

Er erinnerte nicht nur an die dunkelste Zeit der deutschen Geschichte, an die beiden Weltkriege und an die Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten, sondern auch an die Geschehnisse der Neuzeit. Bittenbrünn sagte: "Die Schreckensbilder in den Nachrichtensendungen machen rasch deutlich, dass die Welt auch heute nicht vom Frieden regiert wird und Menschen nach wie vor unter Terror, Hunger, Krieg und Verfolgung leiden." Mit Vertretern des VdK und des Kriegervereins legte er am Ehrenmal Kränze nieder. sn


Mahnung zum Frieden - Volkstrauertag in Trossenfurt

Am Kriegerdenkmal in Trossenfurt versammelten sich die Oberauracher zur Gedenkfeier am Volkstrauertag. Ehrenabordnungen der Ortsvereine und die Reservistenkameradschaft Trossenfurt/Tretzendorf wirkten mit.
Im Auftrag der Gemeinde Oberaurach erinnerte der Zweite Bürgermeister Hans Albert (CSU) an die zahllosen Opfer der beiden Weltkriege sowie an die Opfer von Terror und Gewalt. Man trauere am Volkstrauertag aber auch um die Soldaten der Bundeswehr, die bei Auslandseinsätzen oder bei der Ausübung ihres Dienstes ums Leben gekommen sind. Er wies mahnend darauf hin, dass die verheerenden Kriege der jetzigen und zukünftigen Generation eine Mahnung zum Frieden sein sollten.


Vom "Guten Kameraden"

Die geistlichen Worte sprach Pater Ludwig Schuhmann. Musikalisch wurde die Gedenkfeier am Ehrenmal von der Trachtenkapelle Trossenfurt/Tretzendorf umrahmt, die das Lied vom "Guten Kameraden" und das Deutschlandlied spielte. heki