Zwei Ortseinsichten hatte der Bauausschuss der Stadt Ebern am Mittwoch auf der Tagesordnung. Einmal in Frickendorf zu einem Bauantrag eines Unternehmers der Lebensmittelbranche und zum anderen am Freibad Ebern, wo es um die Sanierung der Anlage ging.

Am Freibad informierte Erik Groß, Geschäftsführer der Firma AquaTec aus Ebern, die Mitglieder des Gremiums darüber, was nötig ist, um sich beim Förderprogramm des Bundes, "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur", anzumelden. Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) erläuterte, dass dafür bis Ende Oktober eine Projektskizze erstellt werden müsse. Hennemann: "Für dieses Förderprogramm wollen wir als Stadt unseren Hut in den Ring werfen." Es gebe verschiedene Programme des Bundes mit Fördersummen von 45 bis 75 Prozent. "Wenn das kommen würde, wäre es eine feine Sache", ergänzte Erik Groß, der Fachmann für Schwimmbadtechnik.

Hennemann stellte klar, dass sich die Stadt eine Generalsanierung des Freibades nicht leisten könne. Diese sei auf Eis gelegt. Martin Lang vom Bauamt der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Ebern merkte an, dass seit dem Jahr 2010 die Stadt schon einiges in das Freibad investiert habe. Der Bürgermeister fügte hinzu, dass das Freibad insgesamt hervorragend sei und eine gute Wasserqualität aufweise.

Erik Groß erläuterte, dass seine Firma für die Anmeldung zum Förderprogramm eine kleine Studie erstellt habe, anhand derer er aufzeigte, dass Verbesserungen im Freibad in zwei Bauabschnitten sinnvoll erfolgen könnten. Zum einen handele es sich um Verbesserungen im Kinderbereich und zum anderen um den Senioren- und Sportbereich. Nach seinen Worten ist die Strömungstechnik des Bades nicht mehr normenkonform. "Die Filtertechnik ist auch in die Jahre gekommen, aber die Wasserqualität ist trotzdem gut", sagte er.

Vor allem müsse man sich die Strömungstechnik im großen Becken anschauen, die heute noch von den Bediensteten per Hand geregelt werde. Mit einer Querströmung könnte man eine vernünftige Steuerung erreichen.

Weiter erklärte Erik Groß, dass ein Förderprogramm für Umwelttechnik nicht konträr zu anderen Programmen stünde. Wie er und Hennemann sagten, würde der Bauabschnitt eins etwa mit 800 000 Euro zu Buche schlagen, der Bauabschnitt zwei mit 700 000 Euro.

Besichtigt wurde der Technikraum des Freibades. Dazu Erik Groß: "Hier wurde vor zehn Jahren saniert, die Messtechnik stammt aus den 90er Jahren und ist nicht mehr Stand der Technik." Um alles zu regeln, müsse viel Hand angelegt werden. Hier brachte Bürgermeister Jürgen Hennemann ein Lob für die Mitarbeiter des Freibades an, die aufgrund ihres Fachwissens entsprechende Regelungen vornehmen könnten.

Wann man mit der Ausführung der vorgestellten Bauabschnitte rechnen könnte, wollte Gemeinderat Andreas Mölter (FWE) wissen. Falls man in das Förderprogramm komme, könnte im Herbst 2021 begonnen werden, sagte Erik Groß. Bürgermeister Hennemann meinte, dass es wohl zwei bis drei Jahre dauern könnte, bis alles fertig ist.

Behandelt wurde der Bauantrag der Stadt Ebern über den Neubau eines Feuerwehrhauses mit Dorfgemeinschaftshaus in Unterpreppach. Dazu sagte Hennemann, dass dies schon ausführlich in einer Bürgerversammlung besprochen wurde. "Eines möchte ich klarstellen. Der Beschluss, dass wir unser Einvernehmen zum Bauantrag erteilen, heißt noch lange nicht, dass wir bauen können." Dieser Beschluss sei aber nötig, um überhaupt beim Amt für ländliche Entwicklung Fördermittel beantragen zu können.

Der Plan ist nach den Worten des Bürgermeisters mit allen künftigen Nutzern abgestimmt. Erwartet werde ein Förderanteil von 80 bis 90 Prozent für den Bereich Dorfgemeinschaftshaus, das Mittelpunkt des Dorfes Unterpreppach werden soll. Für den Bereich Feuerwehr gelte diese Förderung nicht; hier gebe es eine eigene.

Martin Lang stelle dem Gremium die Planung vor. Stadtrat Markus Fausten (CSU) wies darauf hin, dass für die Feuerwehr bestimmte Mindestmaße zu berücksichtigen seien. Auf Frage von Stadträtin Karin Kaiser (SPD) sagte der Bürgermeister, dass die Vereine des Ortes den aktuellen Plan nochmals erhalten. Hennemann nannte die Kosten, die sich insgesamt auf 1,6 Millionen Euro belaufen. "400 000 bis 500 000 Euro entfallen auf die Feuerwehr, 1,1 bis 1,2 Millionen auf das Dorfgemeinschaftshaus", sagte er. Das Gremium erteilte das gemeindliche Einvernehmen zum Bauplan.

In Frickendorf beabsichtigt Waldemar Schoppel den Neubau einer Lagerhalle und den Anbau von Personalräumen am Rauenecker Weg. Der Antragsteller erläuterte dem Gremium vor Ort seine Vorstellungen, die Martin Lang ergänzte. Das gemeindliche Einvernehmen wurde erteilt unter der Voraussetzung, dass noch ein Entwässerungsplan vorzulegen ist. "Hier kann der Antragsteller auch vom Förderprogramm ,IInnen statt Außen' profitieren, da er der Lebensmittelbranche zugerechnet wird", sagte der Bürgermeister.

Auf Antrag des Zweiten Bürgermeisters und Verkehrsbeauftragten der Stadt Ebern, Harald Pascher (FDP), wird in Absprache mit der Polizei in Ebern an der Sutte das Schild "Sackgasse" aufgestellt. Da Navigationssysteme Fahrzeuge, die zum Wohnmobilstellplatz wollen, in die Sutte leiten, entstehen in der dortigen Sackgasse immer wieder Probleme beim Wenden und Rangieren.

Beraten und beschlossen wurden für den Bebauungsplan in der Bahnhofstraße, betreffend die neue Landesbaudirektion, Stellungnahmen und Einwände von Behörden und Bürgern. Der Bauausschuss fasste hier zahlreiche Zwischenbeschlüsse zu den vorgetragenen Stellungnahmen und den Entgegnungen der Verwaltung dazu. Unter anderem hatte der Forstamtsrat i. R., Eberhard Ponader, angeregt, bei dem Bau an Holzbauweise zu denken. Diese Anregung begrüßte das Gremium und hofft, dass der Vorschlag angemessen berücksichtigt wird.

Informiert wurde über eine Bekanntmachung der Teilnehmergemeinschaft Ebern III, dass jeder Teilnehmer für seine eingelegten Grundstücke wertgleich abzufinden ist, wofür eine Wertermittlung vorzunehmen ist. In den nächsten Wochen werde ein auswärtiger Sachverständiger diese Ermittlung vornehmen, erfuhr der Ausschuss.