Ein leckerer Steak- und Fischgeruch zieht durch Limbachs Straßen. Für alle Dorfbewohner das Zeichen, dass es wieder so weit ist: Das Limbacher Flößerfest hat begonnen. Bereits am Freitag zieht es einige Leute zur Warm-up-Party auf den Festplatz am Mainradweg.

Nicht immer fand das Fest dort statt: In den beiden Anfangsjahren - 1998 und 1999 - feierten die Limbacher auf einer Nebenstraße in der Dorfmitte. Auch damals gab es schon ein selbst gebautes Floß als Attraktion. Einen festen Platz hatte es zu der Zeit jedoch noch nicht. "Wir stellten das Floß auf einen Wagen und zogen damit durch den Ort", erzählt Hans Schmitt, Mitorganisator des Flößerfestes. Als vor 16 Jahren der Festplatz am Main entstand, bekam auch das Floß seinen Platz direkt am Mainradweg. Bei Touristen ein beliebtes Fotomotiv.


Flößerfest direkt am Main

Geschichtlich betrachtet, könnte es für das Fest keinen besseren Platz geben. Denn auch die Limbacher waren in der Flößerei früher sehr aktiv (siehe den extra Bericht auf dieser Seite). Hans Schmitt ist ein gebürtiger Eschenbacher. Sein Opa, sein Onkel und sein Vater waren alle mit der Flößerei beschäftigt. "Mein Onkel ist damals durch die Flößerei nach Hessen gekommen", erzählt er.

Seit 19 Jahren wird beim Flößerfest auf einen Aspekt gesetzt, der auch den Flößern früher sehr wichtig war: die Gemeinschaft. Und das spiele nicht nur für die Gäste eine wichtige Rolle, sondern auch für die Organisation. "Das Limbacher Flößerfest war von Anfang an als Gemeinschaftsveranstaltung geplant, an der sich alle Ortsvereine beteiligen können", erklärt Schmitt. Aktuell kümmern sich der TSV Limbach, der Musikverein, der Kriegerverein und der Gesangsverein um das leibliche Wohl.


Routine kam nach und nach

Und da ist beim Flößerfest einiges zu tun: Neben Getränken, Bratwürsten und Steaks sind die Sau am Spieß und die Steckerlfische die Höhepunkte des Festes. "Wegen dem Essen kommen auch die meisten Leute", meint Schmitt. Besonders die Sau am Spieß, die es seit dem dritten Flößerfest gibt, ist die Attraktion. "Unser Super-Griller Raimund Geheeb kommt schon am Samstag früh um acht für die perfekte Sau", meint Schmitt.

Bei Fahrradfahrern, die direkt am Festplatz vorbeifahren, ist das Flößerfest ein beliebtes Ziel zum Einkehren. "Manchmal haben sie die Kuchentheke schon geplündert, bevor wir uns etwas nehmen konnten", sagt Schmitt und lacht. Er und Festleiter Alois Böhnlein sind zufrieden, wie sich das Fest in den letzten Jahren entwickelt hat.
"Es ist größer geworden. Immer mehr Leute nehmen es an. Teilweise haben wir im Durchlauf bis zu 1500 Gäste", schildert Schmitt. Und auch der Aufbau ist mittlerweile zur Routine geworden. Zwei Wochen vor dem Wochenende stellen die Helfer Tische und Bänke auf, damit Limbach ein Wochenende so feiern kann, wie es die Flößer früher mit Sicherheit auch gern getan hätten: mit viel Bier und mit gutem Essen.

Flößergeschichte: Feuchtfröhliches Flößerleben
Eltmann und Limbach zählten früher zu den größten Flößerhochburgen am Main. Im Jahr 1840 hatte Eltmann einen der größten Floßlagerplätze. Doch auch Limbach, als nächste Ortschaft, die flussabwärts kam, hielt gut mit. Mit der Zeit entwickelte sich Limbach zum Dorf der Flößer. Die Einwohner, die vorher überwiegend mit Landwirtschaft und Viehzucht beschäftigt waren, betrieben die Mainschifferei und den Holzhandel. Manche waren auch als Knechte auf größeren Flößen tätig. Auf der Wasserstraße bei Limbach herrschte besonders zur Blütezeit der Flößerei - vor dem Ersten Weltkrieg - reger Betrieb. Im Jahr 1892 wurden allein in Eltmann 62 000 Tonnen Holz zusammengestellt und von dort aus flussabwärts, an Limbach vorbei transportiert. Die Floße aus Eltmann, teilweise auch aus dem Frankenwald, trieben bis nach Frankfurt, Mainz oder sogar bis nach Amsterdam. Bier als "Proviant" durfte dabei nie ausgehen.

In Anlehnung an die Flößer-tradition in Limbach entstand im Jahr 1998 die Idee zum Flößerfest. Nach dem zweiten Fest in der Dorfmitte initiierten die Organisatoren einen eigenen Festplatz. Und was würde da besser passen, als das Flößerfest direkt am Main zu feiern.