Es ist schon eine besondere Geschichte, wie Eltmann nach langer Zeit wieder zu einem Weingut kommt, und dabei spielten auch einige Zufälle eine Rolle. Matthias Rothmund stammt nämlich aus Trunstadt (Landkreis Bamberg), wo sein Vater einen Hobby-Weinberg pflegte. "Ich war schon in meiner Kindheit dort oft mit meinem Vater unterwegs und habe Grundkenntnisse über die Führung der Reben erworben. Vertiefende Kenntnisse kamen dann durch mein Agrarstudium und jede Menge Fachliteratur dazu. Als ich den Hobby-Weinberg meines Vaters übernommen habe, bekam ich so richtig Lust, etwas mehr zu machen und vor allem auch im Keller etwas auszuprobieren."

Sein Studium und sein Beruf hatten ihn jedoch in der Zwischenzeit nach Oberbayern verschlagen, wo er als Agraringenieur hauptberuflich im Management eines Software- und Elektronikzulieferer der Landtechnikindustrie tätig ist. Inzwischen war auch die Familie größer geworden mit den Kindern Kosima, Levin, Valentin, Anna, Dorothea und Kilian. Ehefrau Ines stammt aus Bamberg und man wurde als "Franken" in Oberbayern einfach nicht warm.

In Eltmann fündig geworden

Bei der Suche nach einem großzügigen "alten Haus" ist man dann in Eltmann fündig geworden und erfüllte sich vor rund zehn Jahren den lang gehegten Traum mit dem Kauf des denkmalgeschützten Vierseithofes in der Brunnenstraße. Dieser musste erst einmal saniert werden, um mit der Familie dort wohnen zu können.

Das Hauptgebäude mit der schmucken Fachwerkfassade stammt aus dem Jahr 1790. Aufgrund der Nachforschungen könnte hier schon einmal ein Gasthaus mit Brauerei gewesen sein und später soll ein Spengler hier gearbeitet haben. Die frühere Nutzung der Nebengebäude mit Balkonen vor den Gesinderäumen und Kammern, der Scheune, dem Schweinestall und der Leiter zum Hühnerstall sowie den Taubenschlägen ist noch deutlich erkennbar.

Dazu kommt auch noch ein Weinkeller mit Tonnengewölbe, der sich besonders für Verkostungen anbietet. Der Vierseithof strahlt vor diesem Hintergrund ein "heimeliges Gefühl" aus und lädt zu Veranstaltungen wie "Tag der offenen Tür" oder Weinverkostungen an Sommerabenden ein.

Fehlt dazu also nur noch der eigene Wein. Dieser war schon aus dem Weinberg des Vaters vorhanden. "Wir haben aber seit einigen Jahren Weinbergsflächen dazu gepachtet und kommen inzwischen auf eineinhalb Hektar mit Lagen in Zell, Zeil und Donnersdorf. Damit ist unser Weinbau aus dem Hobby heraus schon zu einem Nebenerwerb angewachsen," betont Matthias Rothmund mit Stolz.

Die Reben in den Weinbergen, die man größtenteils bestockt übernommen hat, sind zwischen 15 bis 30 Jahre alt. "Die Hauptsorten sind dabei Silvaner, Müller-Thurgau, Regent, Weißburgunder, Domina und Portugieser. In den kommenden Jahren möchten wir aber zusätzlich alte fränkische Rebsorten wie Weißer Räuschling, Adelfränkisch, Fränkischer Burgunder oder Hartblau anbauen."

Die Familie hält zusammen

Matthias Rothmund ist froh, dass die gesamte Familie tatkräftig mithilft und man auch noch viel Unterstützung von Oma Anka im Weinberg sowie von Oma Marianne im Haushalt und im Weinverkauf erhält. Dieser Verkauf ist täglich von 9 bis 18 Uhr möglich oder an der Fahne am Eingang zu ersehen. "Damit sind wir ein richtiger Familienbetrieb. Vor allem die beiden Söhne interessieren sich sehr für den Weinbau und Levin absolviert schon eine Winzerlehre."

Darauf ist der Vater stolz und meint: "Wenn es die Kinder interessiert, sind wir auch bereit, mehr zu investieren, damit man vom Weingut auch einmal leben kann." In der Brunnenstraße 18 keltert und lagert das "Weingut Rothmund" nun seine Weine, die in den Lagen "Krumer Himmelreich", "Zeller Schlossberg" und "Donnersberger Falkenberg" angebaut werden.

"Bei der Arbeit im Weinberg schaffen wir die Grundlage für unsere edlen und individuellen Weine. Dabei legen wir Wert auf Handarbeit und schützen unsere Böden durch gezielte Begrünung und eine verminderte, schonende Bodenbearbeitung. Das kommt auch anderen Nützlingen zugute. Ebenso verzichten wir auf den Einsatz von Herbiziden und Insektiziden", erläutert Matthias Rothmund seien besondere Philosophie für den Weinbau.

Im Weinkeller gelte das Motto "so viel Eingriff wie nötig und so wenig wie möglich. Wir erlauben unseren Weinen, sich durch lange Lagerung auf Voll- und Feinhefe individuell zu entwickeln und ihr Aroma zu entfalten." So entstünden, teilweise im Holzfass, teils im Edelstahltank, unsere Weine mit besonderer Note.

Bürgermeister Michael Ziegler gab seiner Freude Ausdruck, dass mitten in der Altstadt alte Bausubstanz erhalten werde. "Ich danke der Familie Rothmund, dass sie ein denkmalgeschütztes Gebäude wieder zu neuem Leben erweckt hat. Der herrliche Innenhof bietet ein besonders Ambiente für Events und Veranstaltungen und die besten Voraussetzungen für Einkehr und Verkostung."