Die Familien "sind uns allen wichtig. Wer in einer normalen Familie aufwachsen kann, kann sich glücklich schätzen. Denn wir müssen die Gefahr sehen, dass sie ausgehöhlt oder gar nicht mehr angestrebt wird." Dies betonte Bischof Friedhelm Hofmann beim Familiengottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Kilian in Haßfurt, mit dem der Vinzenztag der Caritas in der Diözese Würzburg gefeiert wurden. Verbunden mit dem Vinzenztag am Sonntag in Haßfurt waren die Verleihung des Vinzenzpreises und der Familientag der Pfarreiengemeinschaft St. Kilian Haßfurt.

Im Mittelpunkt des Vinzenztages 2013 stand das Anliegen der Caritas-Jahreskampagne: "Familie schaffen wir nur gemeinsam". Dabei geht es um das Miteinander der Generationen, aber auch um die Solidarität von Gesellschaft und Kirche mit den Familien. Der Blick wurde am Sonntag auch auf das 40-jährige Bestehen des Kreis-Caritasverbandes Haßberge geworfen, der neben seinen vielen Diensten und Angeboten besonders den Familien zur Seite steht.

Blumen und Melodien

Bischof Friedhelm Hofmann wurde vor der Stadtpfarrkirche von Kindern aus den städtischen Kindergärten St. Barbara und St. Josef mit dem Lied "Ich bin da" empfangen, und sie überreichten ihm auch einen Blumenstrauß. In Konzelebration mit Domkapitular Clemens Bieber, dem Stadtpfarrer Stephan Eschenbacher, Dekan Stefan Gessner, Pfarrer Krakowiak und Pater Vinzenz zelebrierte Bischof Friedhelm dann den Festgottesdienst, den der Kinderchor mitgestaltete. In einem Spiel zeigten einige Jugendliche, wie notwendig der Zusammenhalt in einer Familie sein muss, damit alles funktioniert.

Bischof Friedhelm Hofmann machte in seiner Festpredigt deutlich, dass die Familie auch die Geburtsstätte des Glaubens sei. Das Familienbild sei also aus dem Glauben gewachsen. "Familien sind auch beglückend zu erleben, wo die Liebe spürbar wird. Leider machen Kinder heute vermehrt gegenteilige Erfahrungen, wo Familien auseinander brechen und manchmal das Zuhause wie eine Hölle ist", sagte der Bischof.

Es gibt auch Risiken

Das Caritas-Jahresmotto "Familien schaffen wir nur gemeinsam" lenke den Blick auf die Risiken, aber auch auf die Chancen der Familien. Egoismus zerstöre die Gemeinschaft und den Frieden. "Natürlich ist es nicht einfach, auch die Ansprüche der Familie und der Kinder zu erfüllen. Aber die Nestwärme der Familie ist etwas Unbezahlbares und auch Kinder tragen viel zu einem glücklichen Miteinander bei." So sollten Kinder dankbar für eine gute Familie sein und auch Eltern für das Geschenk, Kinder zu haben."

Friedhelm Hofmann erwähnte in diesem Zusammenhang, dass man als Priester öfter einmal Kinder und eine eigene Familie vermisse. Man habe sich aber dazu entschieden ganz für den Glauben da zu sein. Er dankte allen, die mithelfen, dass das Leben in den Familien gelinge, und erwähnte hierbei die Caritas. "Es braucht viele Hände, um alle Probleme auffangen zu können. Familie ist die Grundlage unseres Staates, und deswegen sollten wir sie fördern. Wir sollten die Familien noch mehr in den Blick nehmen, damit hier auch ein Stück Himmel auf Erden sichtbar wird", sagte er.

Viele Hände für großes Banner

In einer tollen Aktion setzten die Gläubigen das Motto "Familie schaffen wir nur gemeinsam" in der überfüllten Stadtpfarrkirche um und reichten das Banner mit dem Motto über viele Händen durch die Reihen, bis es an der Emporenbrüstung ankam und dort sichtbar angebracht wurde. Im Anschluss an den Gottesdienst fand im angrenzenden Pfarrhof und Pfarrsaal der Familientag der Pfarreiengemeinschaft St. Kilian Haßfurt mit vielen Angeboten statt. Und im alten Rathaus wurde der Vinzenzpreise übergeben.

Der Vinzenztag ist seit langem der Festtag der Caritas in der Diözese Würzburg. Zum ersten Mal fand er am Sonntag nicht zentral in Würzburg, sondern dezentral in Haßfurt statt. Verbunden war er mit der Festveranstaltung im alten Rathaus, bei der zum achten Mal der Vinzenzpreis an Gruppen verliehen wurde, welche die Jahreskampagne "Familie schaffen wir nur gemeinsam" besonders intensiv umgesetzt hatten.

18 Gruppen aus der Diözese hatten sich mit ihren Projekten an der Ausschreibung beteiligt, bei der es um insgesamt rund 5000 Euro Preisgeld ging. Aus dem Haßbergekreis hatte der Caritasverband mit dem Projekt "FIF - Freiwillige in Familien" mitgemacht.

Urlaub für die Kinder

Die Sieger waren: Kita "Heiligkreuz" aus Würzburg mit dem Projekt "Urlaub mit Vorschulkindern". Bei dem Projekt geht es um eine Vorschulgruppe mit 17 Kindern, die vom Schuleintritt zurückgestellt wurde, weil noch Unterstützungsbedarf bestehe. Sie kamen aus Familien mit schwierigen finanziellen Verhältnissen aus dem Stadtteil Zellerau, wurden gefördert und durften einmal gemeinsam in Urlaub fahren.

Das "Rucksackprojekt" der Gruppe Maximilian Kolbe aus Schweinfurt-Deutschhof weist darauf hin, dass jeder seinen Rucksack zu tragen habe, aber gemeinsam könne dies besser gelingen. In Deutschhof sind von 137 Kindern in dieser Einrichtung 110 Kinder mit Migrationshintergrund, und für sie galt es, das Selbstbewusstsein zu stärken und eine Vernetzung der Kulturen herbeizuführen.

Ein weiterer Preis entfiel auf die "Caritaspaten" im Landkreis Rhön-Grabfeld. Paten unterstützen für eine begrenzte Zeit Familien, die Hilfe schnell und unbürokratisch nötig haben. Das umfasst den Haushalt, Besuchsdienste, Vorlesen und viele andere Dienstleistungen.


Die Caritas und ihre vielfältigen Aufgabe:

Dimension Die Caritas, der Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche, ist deutschlandweit nach dem Staat der zweitgrößte Arbeitgeber mit rund 560 000 hauptberuflichen Mitarbeitern einschließlich vieler Auszubildender und etwa der gleichen Anzahl Ehrenamtlicher. In der Caritas engagieren sich damit mehr als eine Million Menschen. Dazu zählen die Helfer aus dem Caritasverband für den Landkreis Haßberge.

Beginn Vor rund 40 Jahren wurden aus den drei Kreis-Caritasverbänden Ebern, Hofheim und Haßfurt der Caritasverband für den Landkreis Haßberge gegründet. Der Verband hat sich vom Zwei-Mann-Betrieb, den Bedürfnissen der Menschen entsprechend, weiter entwickelt. Heute sind 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in zahlreichen Diensten und Einrichtungen beschäftigt sowie etwa 125 Ehrenamtliche; außerdem engagieren sich rund 900 Ehrenamtliche in den Caritasvereinen und als Caritassammler für die gute Sache.

Leistung 40 Jahre Kreis-Caritasverband ist somit 40 Jahre Hilfe für unzählige Menschen im Landkreis, die oft vor Sorgen und Nöten weder ein noch aus wissen, Zukunfts- und Existenzängste haben, ihren Lebensmut verlieren oder einsam sind. Mit einem umfassenden Hilfsangebot unterbreitet die Caritas Lösungsmöglichkeiten für alle Problemstellungen des Lebens in ihren eigenen Einrichtungen oder auch in Kooperation mit anderen kirchlichen Trägern. Die Zentrale ist in Haßfurt.
Personen Die bisherigen Vorsitzenden des Kreisverbandes waren oder sind: Martin Braterschofsky (1973 bis 1989), Hans-Georg Schubert (1989 bis 2005), Eva Göller (2005 bis 2009) und Johannes Simon (seit 2009). Hauptamtliche Geschäftsführer waren oder sind Klaus Diedering (1973 bis 2006) und Anke Schäflein.

Tradition Der jährliche Vinzenztag ist benannt nach dem Caritasheiligen Vinzenz von Paul. Am 13. August 1729 wurde er selig-, später dann heilig gesprochen. Am 27. September ist sein jährlicher Gedenktag. In dessen zeitlicher Nähe findet der Vinzenztag in der Diözese Würzburg statt, diesmal ganz im Zeichen der Jahreskampagne "Familie schaffen wir nur gemeinsam" in Haßfurt .