Möglichst auch die Aussiedlerhöfe und Mühlen möchte Bürgermeister Matthias Bäuerlein (FW) mit Breitband versorgen, wenn es irgendwie finanzierbar ist. "Das hat etwas mit Solidarität zu tun", erklärte er am Dienstagabend im Gemeinderat Rauhenebrach, als es um den aktuellen Stand des Breitbandausbaus ging.

Im Zuge des bayerischen Förderprogramms laufen derzeit die letzten Arbeiten zur Erschließung mit schnellem Internet. Die Flächengemeinde Rauhenebrach ist mit diesem Verfahren jedoch nicht ganz zu versorgen. Vor allem Obersteinbach und Falsbrunn sind bisher nicht versorgt, dazu kommen einige Ortsrandlagen und Einzelgehöfte wie Waldschwind, die Aumühle, die Erlesbachmühle oder der Obsthof in Obersteinbach. Insgesamt 114 Hausanschlüsse wären noch zu installieren - vorhandene Baugebiete eingeschlossen. Um das zu erreichen, ist Rauhenebrach in das Bundesförderprogramm eingestiegen.


Bewerbung um Zuschuss

Die Bewerbung um den Zuschuss bereitet für die Gemeinde Enrico Meierhof von Reuther NetConsulting vor, der am Dienstagabed im Rathaus in Untersteinbach die Planungen erläuterte. Das Bundesprogramm stelle sehr viel mehr Anforderungen als das bayerische, so Meierhof. Allerdings sollen in allen Bundesländern einheitliche Standards erreicht werden. Um die letzten Lücken zu schließen, sei Glasfaser bis ins Haus die praktikabelste Lösung, erklärte er. Kosten werde man zwar erst in etwa einer Woche erhalten, aber mit einer Million Euro müsse der Gemeinderat schon rechnen - bei voraussichtlich 80 Prozent Bezuschussung.

Ein Glasfasernetz ist für Matthias Bäuerlein ohnehin die einzig zukunftsweisende Infrastruktur. Deshalb ist Meierhof beauftragt, für die Gemeinde einen so genannten Masterplan zu erstellen, damit künftig bei jeder neuen Erschließungsmaßnahme, bei Kanal- oder Straßenbaumaßnahmen gleich die Glasfaserkabel in die Erde gelegt werden. "Und zwar so, dass es anschließend funktioniert", so Meierhof. Auf Verdacht irgendwelche Leerrohre zu verlegen, sei da wenig zielführend.

Der Masterplan zeigt auf, wo Verteiler stehen müssen und welche Kabelstränge von dort wohin führen müssen. "Dieser Masterplan muss dann auch dynamisch sein, gepflegt und aktualisiert werden, sonst funktioniert er nicht", erklärte der Fachmann. Im Endstadium hätte dann die Gemeinde ihr eigenes Netz und die Bevölkerung sei nicht an einen einzigen Provider gebunden, weil dem das Netz gehören würde.


Weitere Schritte

Der Gemeinderat stimmte zu, die nächsten Schritte im Förderverfahren zu gehen. Der Bürgermeister wurde beauftragt, einen Förderantrag zu stellen und bei positivem Förderbescheid in das Auswahlverfahren zur Ermittlung des wirtschaftlichsten Angebots einzusteigen. Wie denn die Chancen stünden, wurde Matthias Bäuerlein aus dem Gremium gefragt. Das Programm sei nicht allzu groß, aber auch noch nicht übermäßig stark nachgefragt, erklärte er dazu. "Ich würde sagen, wir liegen nicht schlecht im Rennen", war seine Einschätzung.
Im weiteren Verlauf der Sitzung ging es um die Kindergartenbedarfsplanung für das Kindergartenjahr 2017. Der Gemeinderat erkannte 124 Plätze als notwendig an. Die teilen sich auf je 25 Kindergartenplätze in Prölsdorf und Geusfeld, 50 Kindergartenplätze und 24 Krippenplätze in Untersteinbach.


Probleme mit dem Wasserdruck

Auf die Frage nach Druckproblemen in der Wasserversorgung in den vergangenen Wochen gab Bürgermeister Matthias Bäuerlein Einblick in das Tagesgeschäft eines Bürgermeisters und die Überraschungen, die da so lauern. Seit Ende November habe man festgestellt, dass es im Bereich Schindelsee Wasserverluste gab. Dann sei der Bauhof mit einigen Wasserrohrbrüchen beschäftigt gewesen, und seit Weihnachten habe man sich wieder intensiver der Suche nach dem Leck gewidmet. Die Problematik mit dem Wasserdruck habe sich in den letzten zwei Wochen massiv verstärkt, so dass Pensionsgäste in Schindelsee in der Dusche standen und nur noch ein Rinnsal aus der Brause kam. Zudem wurde was Wasser immer kalkhaltiger.


60 Härtegrade

"Wir haben bis zu 60 Härtegrade gemessen, das ist der Wahnsinn", erklärte Matthias Bäuerlein. Erst der zweite Lecksuche-Spezialist fand nun am Montag das Loch. Direkt an einem Bachlauf war die Wasserleitung gebrochen, das Wasser lief direkt in den Bach. Die Wasserhärte ist damit zu erklären, dass durch den erhöhten Bedarf ganz neue Grundwasserschichten angezapft wurden. "Gestern haben wir das Leck gefunden, heute war die Spülbohrfirma da, morgen ist die Leitung fertig", erklärte Matthias Bäuerlein sichtlich erleichtert.


Auf der Suche nach Zuschüssen

Das Problem habe ihn belastet, weil es für viele Bürger mit Schwierigkeiten verbunden war. "Aber ich muss da wirklich Anerkennung zollen, alle haben das mit viel Gelassenheit gesehen. Das mit den Urlaubgästen ist ja nicht witzig - oder wenn die Gläser schneeweiß aus der Spülmaschine kommen."
Auf die letzte Gemeinderatssitzung eingehend, erklärte der Bürgermeister, dass er wegen einer Förderung für einen Aufzug am oder im Rathaus nachgefragt habe. Da gebe es nichts, erfuhr Bäuerlein. Er werde aber noch einer Lösungsmöglichkeit nachgehen, sicherte er zu.
Ludwig Popp möchte als Senioren- und Behindertenbeauftragter des Gemeinderates die bestehenden Besuchsdienste in der Gemeinde vernetzen und ein Bürgernetzwerk aufbauen, wie es andere Gemeinden haben. Dazu solle eine informelle Sitzung mit Vertretern von bestehenden Netzwerken stattfinden, sicherte Matthias Bäuerlein zu.