Betrüger überrumpeln Kassiererin in Eberner Supermarkt

1 Min
Nein, aus der Kasse schnappten sich die Diebe nichts. Sie holten sich das Geld auf elektronischem Wege. Das Bild von der Kasse passt aber trotzdem zur Geschichte (halbwegs) und muss deswegen als Symbolbild dienen. Foto: Daniel Reinhardt, dpa
Nein, aus der Kasse schnappten sich die Diebe nichts. Sie holten sich das Geld auf elektronischem Wege. Das Bild von der Kasse passt aber trotzdem zur Geschichte (halbwegs) und muss deswegen als Symbolbild dienen.  Foto: Daniel Reinhardt, dpa

Trickdiebe ergaunerten in einem Eberner Supermarkt über 200 Euro. Dabei gingen sie äußerst raffiniert vor, wie die Polizei gegenüber infranken.de erklärte. Durch einen Vorwand und geschickte Gesprächsführung sei es den Betrügern gelungen, eine Kassiererin zu überrumpeln.

Die Frau, die nach Angaben der Polizeiinspektion Ebern an der Kasse des Supermarktes saß, nahm während ihrer normalen Tätigkeit einen Anruf entgegen. Der Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung gab sich als Führungskraft der Supermarktkette aus und erklärte der Frau, dass er mehrere Aktivierungscodes sogenannter elektronischer Zahlungsmöglichkeiten benötige. Dabei handelte es sich in diesem Fall um Codes für den anonymen Bezahldienst Paysafe und von E-Plus, die an der Kasse vieler Supermärkte erworben werden können. Dabei gibt der Verkäufer einen Code frei (und bestätigt damit einen vom Kunden erhaltenen entsprechenden Geldwert). Der Code wird in der Regel auf dem Kassenbon angezeigt und der Kunde kann diesen dann einlösen.


Gründliche Betrüger

Der angebliche Vorgesetzte erklärte der Frau an der Kasse unterdessen, dass er die Codes benötige, um diese für den Verkauf zu sperren, da sie sonst missbräuchlich verwendet werden könnten. Wie die Polizei gegenüber infranken.deerläuterte, war die Masche der Betrüger ausgeklügelt: Bei der Nummer, die der Frau im Display des Kassen-Telefons angezeigt wurde, handelte es sich um die tatsächliche Servicehotline der Supermarktkette. "Selbst eingeblendete bekannte Telefonnummern sind keine Gewähr für einen rechtmäßigen Anrufer, da es mittlerweile technisch möglich ist, Wunschtelefonnummern für kurze Zeit anonym anzumieten", erläutert die Polizei.

Da die Kassiererin am Telefon unter Druck gesetzt wurde und zusätzlich Kunden an der Kasse warteten, gab sie laut Polizei die gewünschten Codes heraus. Obwohl kurz darauf Zweifel aufkamen und eine Sperrung der Codes erfolgen sollte, war es laut Polizei zu spät: Der oder die Täter hatten bereits insgesamt 220 Euro abgehoben. Die Polizei weist deshalb darauf hin, "keinesfalls persönliche oder sonstige Daten am Telefon preiszugeben, auch wenn es sich bei dem Anrufer um eine vermeintlich seriöse Person handelt".