Ihm waren die armen, elternlosen Kinder wichtig. Er gab ihnen Raum zu leben: genug zu essen und zu trinken, Ruhe, Geborgenheit und einen sicheren Platz zum Aufwachen. Der römisch-katholische Priester Don Bosco, 1815 in Italien geboren, stellte sein Wirken in den Dienst der Erziehung und Fürsorge armer und benachteiligter Jugendlicher.

Noch heute lernen und spielen nach seine Prinzipien viele Kinder und junge Erwachsene unter dem Dach des Jugendhilfezentrums Dominikus Savio in Ebern und Pfaffendorf.


"In diesem Jahr feiern wir 200 Jahre Don Bosco"


Am Donnerstag hatten die Kinder der Tagesstätte und des Förderzentrums in Ebern die Eltern und Freunde zu einem Sommerfest eingeladen. Mit Kreativität und ganz eindrucksvoll haben die Buben und Mädchen den Besuchern in einem Theaterstück erklärt, wer der Mann ist, dessen Namen ihre Bildungseinrichtung trägt. Nicht ohne Grund: "In diesem Jahr feiern wir 200 Jahre Don Bosco", erklärte die Tagesstättenleiterin Gertrud Schmitt den Gästen.

"Mit den Kindern, Lehrern und Erziehern haben wir im Februar zwei Projekttage gemacht und sind auf die Suche gegangen, wer denn Don Bosco war, was er als Kind gemacht hat und was ihm wichtig war." Daraus entwickelte sich ein Theaterstück, das die Prinzipien Don Boscos aufzeigt und deren Umsetzung in der Einrichtung in Ebern verdeutlicht.


Blüml ab 15. August Direktor


Es waren die Anfänge der Industrialisierung, als Don Bosco im 19. Jahrhundert in Italien als Priester aktiv war. Viele Menschen lebten noch auf dem Land. Doch zog es sie in die Stadt, wo sie in den Fabriken einen Arbeitsplatz finden konnten. Die Kinder blieben meist alleine zurück. Sie blieben der Schule fern und mussten auf dem Hof der Großfamilie die Arbeiten erledigen. Da setzte Don Bosco mit seinem Engagement an. Es war Pater Alfons Blüml, der ihn beim Sommerfest in Szene setzte. Noch ist Blüml Pastoralbeauf tragter im Jugendzentrum. Ab 15. August wird er Direktor der Einrichtung.

"Ich bekam ein Haus geschenkt", erzählte Blüml alias Don Bosco den Kindern, "aber als ich das gesehen habe, war ich schon enttäuscht. Es war ein alter Schuppen. Aber trotzdem ein Platz, wo uns niemand vertreiben konnte." Mit vielen helfenden Händen baut er dieses Anwesen aber um und macht daraus eine Kirche, eine Schule und eine Turnhalle in einem. Und schnell bleiben die ersten Jugendlichen über Nacht, die sonst auf der Straße hätten schlafen müssen.


Kinder sangen a cappella


Damals wie heute standen die Talente der Kinder für Don Bosco im Mittelpunkt. Beim Schulfest in Ebern waren diese mannigfaltig. Die Kinder tanzten mit orientalischen Tüchern um den Hüften, die Projektgruppe "Kochen und Backen" bot ihre buntverzierten Schokoladenkuchen am Stiel den Besuchern an. Die Schüler gaben ihre Bestes, um sich ihre Sprechtexte zu merken und sie zeigten, wie einfach es ist, Menschenpyramiden zu bauen.
Sie lernten von Don Bosco, wie bedeutend es ist, die Schule zu besuchen. "Denn nur starke Kinder lassen sich nicht den Rücken verbiegen", sangen Mädchen und Buben a cappella.

Dem Theaterstück schloss sich ein buntes und fröhliches Schulfest im Pausenhof an. Kastenklettern, Flohmarkt, Torwandschießen und viele andere Spielereien nutzten die Kinder ausgiebig. Der Förderverein präsentierte sich mit einer Tombola. Seit 14 Jahren besteht dieser Verein und konnte seither die Einrichtung mit knapp 30 000 Euro für Unterrichtsmaterialien unterstützen.