Franz-Josef Saal muss seine Augen überall haben. Der Lehrling auf dem Gutshof von Klaus Merkel in Mariaburghausen lenkt ein Gefährt über die Straßen, das wohl den meisten Gleichaltrigen Angst und Schrecken einjagen würde: 15 Meter lang, zweieinhalb Meter breit, dreieinhalb Meter hoch, 35 Tonnen schwer.

Der 17-Jährige steuert mit dem Monstrum die Biogasanlage in Haßfurt an. 25 Landwirte aus der Region haben eine Gemeinschaft gegründet, um die Energiefabrik, die zum Jahresende in Betrieb geht, zu füttern. Dazu werden derzeit rund um Haßfurt die Maisfelder abgegrast. Landwirtschaft XXL: Die modernen Maschinen, die das neue Energiezeitalter im Landkreis begleiten, haben die Ausmaße von Dinosauriern. Im Sauseschritt macht der riesige Häcksler aus dem Maisfeld Kleinholz. Im Minutentakt lösen sich die Traktoren mit den Ladewagen ab, die die Maisschnipsel und Körner aufnehmen und in die Silos der Biogasanlage fahren. Die größten Gespanne bringen 40 Tonnen auf die breiten Reifen und auf die Straße. "Mehr geht nicht", sagt Franz-Josef Saal; die Grenzen setzt allerdings nicht die Landtechnik, sondern die Straßenverkehrsordnung. Die Traktoren neuester Bauart haben Motoren mit 200 PS und mehr unter der Haube und könnten auch zwei oder drei Ladewägen ziehen, die bis zu 30 Tonnen Biomasse bunkern können. Einer der rollenden Behälter, die den Autofahrern derzeit überall auf den Straßen in Richtung Haßfurt begegnen, heißt tatsächlich Gigant und kann mit seiner Spurweite von zwei Metern tatsächlich hier und da für Platzangst sorgen.

Nicht aber bei Franz-Josef Saal. Der angehende Landwirt aus dem Landkreis Würzburg sitzt gerne am Steuer seines Fendt Favorit mit knapp 30 Tonnen Ladewagen und Mais im Genick. Dank Servolenkung und anderer Finessen fährt sich selbst so ein Monstrum "mit dem kleinen Finger".

Den Mais-Truck bringt Saal auch an diesem Tag mehrfach problemlos vom Acker bei Greßhausen in die Silokammern in Haßfurt. So lange es fährt, ist es handzahm, das Monstrum. Aber wehe, wenn der Bauer einen Parkplatz suchen muss. "Die Tankanzeige muss man schon im Blick haben", sagt Franz-Josef Saal. 222 Liter Diesel sind schnell weg, wenn solche Biomassen bewegt werden müssen. Und dann muss man erst einmal eine Tankstelle finden, in die das Riesengespann hineinpasst ...