Diese Kuchen sind regelrechte Hingucker: Geschmackvoll verziert mit Schoko- und Buttercremetupfern, Früchten wie Himbeeren und Heidelbeeren, wahlweise Schokoladenstückchen und Zuckerperlen. Darunter eine Schicht Biskuitteig und eine weitere Schicht Buttercremetupfer, dann wieder Biskuit. Entstanden sind die gebackenen Kunstwerke (siehe Foto) jüngst in Obertheres bei einem VHS-Kurs zum Thema "Number Cakes - der neue Kuchentrend".

Kursleiterin Stefanie Scherbel, die seit sieben Jahren in Sylbach die Backstube "kuchenreich" betreibt, hat dem Fränkischen Tag verraten, was es mit den kunstvoll verzierten Leckerbissen auf sich hat. Number Cakes sind dem englischen Namen nach Kuchen, die die Form einer Zahl haben. In einer weiteren Variante gibt es sie auch in Buchstaben-Form. Hier ist dann die Rede von Letter Cakes. "Neben einer Zahl oder einem Buchstaben kann auch ein Symbol als Grundlage für den Kuchen dienen", erklärt Scherbel weiter.

Tipp der Back-Expertin: Biskuit- statt Mürbteig verwenden

Die 40-Jährige verwendet Biskuitteig für ihre Number und Letter Cakes. Verbreitet ist ursprünglich auch die Verwendung von Mürbteig. Dieser hat jedoch einen entscheidenden Nachteil: "Im Gegensatz zum Biskuitteig lässt sich der Mürbteig nicht so gut schneiden und bröselt leicht. Der Kuchen sieht dann nicht mehr so schön aus, wenn er einmal angeschnitten ist. Mit einem fluffigen Biskuitteig ist auch der Anschnitt noch wunderschön."

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Um die Zahlen- und Buchstabenform herauszuarbeiten, gibt es zwei Varianten: Wer mit dem Spritzbeutel geschickt umzugehen weiß, kann den Biskuitteig direkt auf dem Backblech in die gewünschte Form bringen. Leichter ist es jedoch, wie Scherbel erklärt, den Teig erst als Ganzes auf einem Blech zu backen und dann den Buchstaben oder die Zahl auszuschneiden. "Aus den Resten, die dabei übrig bleiben, kann man zum Beispiel Cake Pops oder eine leckere Nachspeise machen." Einfrieren sei auch eine Möglichkeit.

Für den Number oder Letter Cake werden mindestens zwei Böden benötigt, um mehrere Schichten bilden zu können, wie die geprüfte Konditorin weiter erklärt. Als Füllung zwischen den Biskuitböden bietet sich Schoko- oder Buttercreme an. Frischkäse nennt Scherbel als weitere Alternative. Die Füllung wird in einzelnen Tupfen auf den Biskuitboden gespritzt. Die Schwierigkeit dabei: "Die Creme muss standhaft sein und darf nicht zerfließen, denn man legt ja noch einen Boden oben drauf", erklärt die Konditorin.

Arbeiten mit dem Spritzbeutel: Auf die Technik kommt es an

Eine weitere Herausforderung scheint das Halten der Spritzbeutel zu sein. "Ich wusste nicht, dass das für viele Leute so problematisch ist", berichtet Scherbel von ihren Eindrücken aus Kursen. Hier gilt: Die Übung macht den Meister. "Man hält den Beutel zwischen Daumen und Zeigefinger. Gedrückt wird dann mit dem Handballen", erklärt die Kursleiterin die Technik. "Wichtig ist auch, dass man den Beutel senkrecht hält."

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Beim Verzieren der Number und Letter Cakes schließlich sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Obst bietet sich beispielsweise an. Scherbel verwendet für ihre eigenen Kuchen-Kreationen gerne auch essbare Blumen wie etwa Gänseblümchen zum Dekorieren.

Der fertige Number oder Letter Cake ist dann im Prinzip eine offen geschichtete Torte, wie die 40-Jährige erklärt. Die Füllung wird nur mit dem Spritzbeutel dressiert und am Ende nicht um den Kuchen gestrichen. Im Englischen ist hier auch von einem Naked Cake, einem nackten Kuchen, die Rede, berichtet Scherbel.

Von Geburtstagen zu Jubiläen: Number und Letter Cakes eignen sich für verschiedene Anlässe

Die Number und Letter Cakes erfreuen sich zu Geburtstagen und Jahrestagen großer Beliebtheit. Firmen greifen bei Jubiläen ebenfalls gerne auf diese Kuchenvariante zurück, wie die Sylbacherin berichtet. Auch in Herzform gibt es die trendigen Backstücke. Und wer weiß, zu Weihnachten ja vielleicht auch in Gestalt eines Christbaums.