Auf der A70: Den Tunnel "Schwarzer Berg" im Blick

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Mit einer Hebebühne gelangen die Arbeiter an die Tunnellüfter. Fotos: Rebecca Vogt
Mit einer Hebebühne gelangen die Arbeiter an die Tunnellüfter. Fotos: Rebecca Vogt
In der Tunnelröhre nebenan rollt der Verkehr.
In der Tunnelröhre nebenan rollt der Verkehr.
 
Auch die Lautsprecher an der Tunneldecke überprüfen die Arbeiter.
Auch die Lautsprecher an der Tunneldecke überprüfen die Arbeiter.
 
Sensoren und andere Messgeräte liefern Daten für die Tunnelsteuerung.
Sensoren und andere Messgeräte liefern Daten für die Tunnelsteuerung.
 
Rinnen und Abfluss-Schächte sind Teil des durchdachten Tunnelsystems.
Rinnen und Abfluss-Schächte  sind Teil des durchdachten Tunnelsystems.
 
100 Kubikmeter Löschwasser werden bevorratet.
100 Kubikmeter Löschwasser werden bevorratet.
 
Die Notrufanlage ist auch für Rollstuhlfahrer zugänglich.
Die Notrufanlage ist auch für Rollstuhlfahrer zugänglich.
 
Projektleiter Andreas Sander, Tunnelmanager Frank Heim (Mitte) und die technische Oberinspektorin Ava-Sina Das
Projektleiter Andreas Sander, Tunnelmanager Frank Heim (Mitte) und die technische Oberinspektorin Ava-Sina Das
 
Die Tunnelwand vor der Reinigung (links) und danach. Die Aufnahme stammt aus dem Katzenbergtunnel bei Würzburg. Foto: Frank Heim
Die Tunnelwand vor der Reinigung (links) und danach. Die Aufnahme stammt aus dem Katzenbergtunnel bei Würzburg. Foto: Frank Heim
 

Knapp zwei Wochen lang war der Autobahntunnel "Schwarzer Berg" zwischen Knetzgau und Eltmann wechselseitig gesperrt. Grund waren für die Sicherheit unerlässliche Reinigungs- und Wartungsarbeiten.

Plötzlich wird es laut an der Einfahrt zum Tunnel. Das Dröhnen des Fahrzeugmotors wummert in den Ohren. Was sich anhört wie ein tonnenschwerer Lkw, stellt sich beim Blick über die Schulter als kleiner Sprinter heraus. Arbeiter fahren mit ihm auf der für den Normalverkehr an diesem Tag gesperrten Fahrbahn zu ihrem Einsatzort. Die besondere Akustik der Tunnelröhre verdichtet die Geräusche.

In den vergangenen zwei Wochen war jeweils eine der beiden Röhren des Autobahntunnels "Schwarzer Berg" auf der A70 werktags für den Verkehr gesperrt, da im Tunnel Reinigungs- und Wartungsarbeiten durchgeführt wurden. Zweimal pro Jahr stehen diese turnusmäßig an, wie Tunnelmanager Frank Heim von der Autobahndirektion Nordbayern erklärt. Die Arbeiten werden im Vorfeld genau geplant, um die Einschränkungen für den Verkehr so gering wie möglich zu halten. Auch nachts wird im Tunnel gewerkelt, zum Beispiel prüft man das Bauwerk oder führt Programmierarbeiten durch.

Technik sorgt für Sicherheit

Beim Gang durch den Tunnel wird schnell klar, dass es sich hier nicht einfach nur um eine durch den Berg gebaute Röhre handelt. Alles ist bis ins kleinste Detail durchdacht. Sensoren und andere technische Geräte überwachen die Vorgänge im Tunnel und sorgen für Sicherheit: So etwa ein komplexes Lüftersystem mit 234 Lüftungsprogrammen; Sensoren, die bei einem Temperaturanstieg von über 2,8 Grad Alarm schlagen; eine Bordsteinrinne, die an den Notausgängen unterbrochen ist - damit es dort nicht brennt, falls aus einem verunglückten Fahrzeug brennbare Flüssigkeit austritt.

Rund 17 000 Datenpunkte gibt es im Tunnel "Schwarzer Berg". Jedes Gerät - vom Schalter über den Sensor bis zur Lampe - stellt einen solchen Punkt dar. Die Digitalisierung hat auch hier Einzug gehalten. Sie ermöglicht eine feinere Kontrolle.

Notruf startet Rettungskette

Alle vier Jahre findet im Tunnel eine Großübung statt. Hinzukommen jährliche Begehungen mit den Einsatzkräften. "Wir haben hier eine sehr gute Feuerwehr mit schnellen Zugriffszeiten", lobt Tunnelmanager Heim.

Übrigens: "Bei einem Unfall im Tunnel sollte man eine der Notrufeinrichtungen vor Ort betätigen und nicht mit dem Handy Hilfe rufen", sagt Andreas Sander, Projektleiter der zuständigen Instandhaltungsfirma. So sei sofort klar, in welchem Tunnel und an welcher Stelle sich der Unfall ereignet hat, und die Tunnelsicherung setze sich automatisch in Gang.