Brandgefahr gibt es nicht nur im Sommer bei Trockenheit. Brandgefahr besteht selbst bei kalter Witterung und im Winter. Unachtsamkeit und Fahrlässigkeit lässt auch bei Asche, die noch nicht völlig erkaltet ist, Brände entstehen. Vor kurzem erst brannte es deswegen auf der Grünschnittdeponie am Lindenhof bei Ebern.
Andrea Krell, die mit ihrem Mann Harald die Deponie am Lindenhof betreibt, musste vergangene Woche "Feuerwehrfrau" spielen. "Jemand der etwas zur Grünschnittdeponie brachte, kam aufgeregt zu mir auf den Hof und sagte, dass die Deponie brennt", erzählt sie. Da das nicht das erste Mal war, wusste sie sich zu helfen. Sie schaute sich den "gemeldeten Brand" kurz an. Es war ein leichter Schwelbrand. "Mir war gleich klar, dass wieder mal jemand heiße Asche auf den Grünschnitt geschüttet hat", sagt Andrea Krell. Deshalb holte sie schnell ihren Traktor mit Frontlader, brachte das "Glutnest" auf eine betonierte Fläche und breitete es aus, bis es erloschen war. "Die Feuerwehr habe ich nicht gerufen, da ich mir relativ sicher war, dass ich das selber schnell in den Griff bekomme", sagt die Betreiberin der Grünschnittdeponie. Dabei steigt ihr aber schon etwas Zornesröte ins Gesicht. Sie ist verärgert, dass manche Zeitgenossen mit Asche sehr leichtfertig umgehen. "Noch mal gut gegangen" sagt sie und richtet an alle Bürger den dringenden Appell, auf keinen Fall Asche anzuliefern, die nicht mit Sicherheit erkaltet ist. "Ich denke, das ist nicht zu viel verlangt", sagt Andrea Krell.

Dem zuständigen Kreisbrandmeister Jonas Ludewig sind solche Fälle bekannt. "Wichtig ist, die Kühlzeiten von Asche zu beachten. Die meisten denken, dass nach drei bis vier Stunden die Asche vollständig abgekühlt ist, was aber nicht immer der Fall ist", sagt Ludewig. Viele Millionen Kaminöfen seien in der kalten Jahreszeit im Betrieb, die eine Menge Asche produzieren. Dazu komme noch die Grillasche, vorwiegend im Sommer. Es stelle sich deshalb immer die Frage, wohin mit der Asche. "Nicht verstehen kann ich, wenn Menschen heiße Asche zum Beispiel in Plastikeimer oder sonst leicht entflammbaren Behältnissen schütten", sagt der Kreisbrandmeister. "Asche sollte nur in metallenen Behältnissen landen, egal ob man meint, dass noch Glut vorhanden ist oder ob sie abgekühlt ist und solche Behältnisse müssen auch dort stehen, wo im Umfeld keine brennbaren Stoffe gelagert sind", sagt Ludewig. Ein Schuppen zum Beispiel sei nicht der richtige Lagerort für Asche.


Gefahr droht tagelang

Der Bayerische Feuerwehrverband kommt zum Schluss, dass nach einer Studie häusliche Asche zu 40 Prozent in ungeeigneten Behältnissen landet. Bei etwa 1,5 Prozent spielt heiße Asche als Brandursache eine Rolle.
Asche kann bis zu 24 Stunden alt sein, in wenigen Fällen kann selbst nach drei Tagen noch ein Brand aus der Asche entstehen. Die Feuerwehren wissen, dass es mitunter lange dauert, bis ein Schwelbrand oder Vollbrand entsteht, zu einer Zeit, wo man gar nicht mehr damit rechnet.

Für den Verursacher von Bränden, etwa auch auf der Deponie am Lindenhof, kann es teuer werden. Die Stadt Ebern hat im Juli 2012 eine Satzung erlassen, in der die Kosten für den Einsatz der Feuerwehr definiert sind. Diese richten sich nach Anfahrtsweg, Einsatzdauer, Einsatzgerätschaften und Mannstunden. Als "Preise" können pro Stunde anfallen: Einsatz der Drehleiter pro Stunde 173 Euro, Rüstwagen 146 Euro, Löschgruppenfahrzeug 70 Euro, Tanklöschfahrzeug 75 Euro, Chemikalienschutzanzug pro Einsatz 127 Euro - das sind die kostenträchtigsten Einsatzmittel. Dazu können noch weitere Kosten für die Vielzahl feuerwehrtechnischer Hilfsmittel kommen. Für Personalkosten werden pro ehrenamtlichen Feuerwehrdienstleister 20 Euro pro Stunde angesetzt. Geht man von einem "nur" zweistündigen Einsatz aus, können schnell mehrere hundert Euro zusammen kommen.


Strafe droht

Ein weiteres Problem kann die strafrechtliche Seite sein, wenn jemand, auch nur fahrlässig, einen Brand verursacht. Hierzu sieht das Gesetz, je nach Tatfolgen, etwa für fahrlässige Brandstiftung eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe vor. Die "Schmitze" kann deshalb ganz schön in den Geldbeutel gehen oder in schlimmen Fällen auch hinter Gitter führen. Andrea Krells Appell sowie der von Feuerwehr und Polizei ist klar: "Sorgsamer Umgang mit Asche und allen brennbaren Materialien."