Wie sehr hatte sich Torsten Ehm auf seinen 18. Geburtstag gefreut. Endlich volljährig, endlich Führerschein und endlich ein eigenes Auto - geschenkt vom Vater. Das war im Juli 1991. Doch schon knapp fünf Monate später musste sein Ford Escort 75 nach einem kleinen Unfall mit einem Wasserdurchlassschaden wieder abgemeldet werden. Doch dies war nicht das endgültige "Aus" des zu diesem Zeitpunkt bereits 15 Jahre alten Wagens.

Der heute 41-jährige Tretzendorfer hatte den bereits im Winter 1986/1987 komplett zu einem "RS 2000 Spezial" umgebauten Escort zum fünften Oldtimertreffen in den Schlosspark nach Gleisenau mitgenommen. "Wir haben an dem Auto fast fünf Jahre lang gewerkelt", erklärte Thorsten, der mit "wir" sich - im besten Jugendalter - und seinen Bruder Benjamin meint. Im August vor 19 Jahren wurde es wieder zugelassen.
Dass es heute als Rennauto dasteht, ist auch leicht zu erklären: Ehm trat vor elf Jahren dem Automobilclub (AMC) Zeil bei und ist seit 2006 als Sportleiter aktiv.

Dabei fuhren Torsten und Benjamin bis 2002 ausschließlich zu Ford-Treffen "und wenn es schön war, auch einmal am Sonntag zum Eisessen", lachte er. Erst danach entschlossen sich die beiden Geschwister, den Escort beim "Automobilslalom" einzusetzen - weil er aufgrund der vielen Umbauten keine Tüv-Plakette mehr bekam. Vor vier Jahren durfte der Ford dann allerdings in den wohlverdienten Ruhestand, nachdem er zuletzt auch in der Königsklasse "H14" am Start war.

Beim Oldtimertreffen, organisiert vom Ebelsbacher Werbering und dem Zeiler AMC, sahen die zahlreichen Besucher neben tollen vierrädrigen Raritäten auch zwei- beziehungsweise dreirädrige Schmuckstücke. Unter anderem eine 1942 gebaute und 680 Kubikzentimeter starke "A680" von Universal aus Zürich. "Das war eine Schweizer Armeemaschine", erklärte Besitzer Lothar Strzysch aus Hallstadt. "Mit einem österreichischen Felber Seitenwagen. Linksseitig. Und in Kanuform. Das war typisch."

Wann genau er das Gespann gekauft hat, wusste der 62-Jährige nicht mehr. Dass es allerdings nichts mehr viele Exemplare davon gibt, ist ihm heute bewusst. Und die A680 sind sehr wertvoll, denn immerhin ist der Fahrkomfort gerade im Beiwagen sehr gut. "Der ist mit Blattfedern schwingend aufgehängt." Ein besonderer Blickfang ist der Beiwagenrahmen, der das "Kanu" umschließt und auch vor dem Sichtfenster verläuft. "Das ist der Ersatztank", sagte Strzysch. Sieben Liter kann er zusätzlich tanken. "Das findet man bei keinem anderen Hersteller."