Dazu gehört Lothar Olbrich, der zusammen mit vier Mitstreitern (Herbert Mahr, Manfred Zier, Dietmar Heinert und Helmut Fritsch) eine vierwöchige Unterschriftenaktion in Geschäften der Stadt durchführte. Deren Ergebnis übergab er am Dienstag Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD).

Dabei verwies Olbrich auf das Argument, wonach bei Abschaffung der jetzigen Vorfahrtsregelung nur mehr Schilder aufgestellt werden müssten, ins Reich der Fabeln. "Da kommt jeweils nur ein Vorfahrt-achten-Schild hinzu." Er verwies auf die Rücknahme einer ähnlichen Regelung, wie sie in Ebern gilt, in Zeil. "Auch in der Bamberger Kapuzinerstraße geht es, dass Tempo 30 gilt, die Hauptstraße aber Vorfahrt hat", hat der Ruheständler festgestellt.

Expertenrunde zum Verkehrskonzept

Der Bürgermeister versprach, dass "wir uns der Sache annehmen werden". Ihm schwebt vor, dass sich der Stadtrat mit dem gesamten Verkehrskonzept nochmals befasst und dazu eine Expertenrunden zur öffentlichen Diskussion einberuft."Wir nehmen die Kritik ernst, es gibt aber auch andere Stimmen, wonach sich viele Verkehrsteilnehmer an die Einfahrten herantasten und vorsichtiger Fahren, womit das Ziel, den Verkehr zu beruhigen, ja erreicht wird."

Hennemann gestand aber ein, dass die seit Jahrzehnten als Hauptstraßen bekannten Routen oftmals noch als Vorfahrtsstraßen angesehen werden. "Ich ertappe mich ja manchmal selbst dabei." Besonders bei Auswärtigen sei dies der Fall ergänzte Herbert Mahr.

Zunächst bleibe es aber bei der Beschlusslage, wonach an den Einfahrten, wo Vorfahrt gewährt werden muss, dies durch aufgemalte Balken verdeutlicht werden soll, so der Bürgermeister. "Das passiert und wird nicht rückgängig gemacht. Deswegen können wir ja trotzdem diskutieren, egal ob Striche auf den Straßen aufgemalt sind oder nicht."

Von der Rechtslage her gehöre zu einer Tempo-30-Zone eben eine Rechts-vor-links-Regelung, wiederholte der Bürgermeister eine bekannte Position. Die er aber nicht mehr mit vollem Rückhalt vertritt. "Wir wollen erreichen, dass es sicher zugeht und der Verkehr beruhigt wird. Wenn es nach mir ginge, würden sämtliche Parkplätze auf den Fahrbahnen angelegt. Das wäre die beste Verkehrsberuhigung."

Auch verwies Jürgen Hennemann auf mehrere Vorstöße im Stadtrat, wonach zumindest für einen bestimmten Zeitraum ein Parküberwachungsdienst angestellt werden sollte.

Und dann folgte ein grundsätzliches Statement: "Unser Ziel bleibt es, dass in die Innenstadt reingefahren werden kann, aber nicht zu schnell. Wir wollen keine Einbahnregelungen oder Sackgassen, was auch schon diskutiert worden war."

Konsens verspürte er im Kreis der Kritiker in einem Punkt: "Über die 30-er-Zone gibt es ja wohl keine Diskussion."

Olbrich; "Es geht nur um eine bestimmte Sache"

Bei der Übergabe der Listen betonte Lothar Olbrich, dass "unsere Aktion nicht gegen irgendwelche Parteien oder Personen gerichtet ist, sondern es nur um eine bestimmte Sache geht".

Bei der Polizei in Ebern war bis Dienstag kein Unfall wegen einer Vorfahrtsverletzung rechts vor links bekannt. Unsere Redaktion hat Kenntnis bzw. Bilder von zwei Kleinunfällen, die ohne Polizei abgewickelt wurden.