Die Statistik zeichnet ein erfreuliches Bild: Im vergangenen Jahr passierte im ganzen Kreis Haßberge nur ein Schulwegunfall. Ein Kind wurde dabei verletzt. Im Jahr davor (2012) nahm die Polizei noch fünf Schulwegunfälle mit fünf verletzten Kindern auf.

Die Zahlen sind das eine. Die tägliche Sorge und manchmal Angst der Eltern um die Sicherheit ihrer Kinder auf dem Schulweg das andere. Und wie schlimm ist es für einen Mutter oder einen Vater, wenn sie oder er hört, dass das eigene Kind in einen Unfall verwickelt ist...

Damit diese Situation nicht eintritt, sind Simone Zährl und Diana Brandl tätig geworden. Vorbeugend, wie beide betonen. Die beiden Mütter, deren Kinder Leon und Lena die erste Klasse in der Grundschule Zeil besuchen, haben den ADAC gebeten, den Kindern das richtige Busfahren zu zeigen. Es geht um das korrekte Verhalten am Bus beim Ein- und Aussteigen sowie im Bus während der Fahrt.
"Wir müssen präventiv etwas tun", betont Simone Zährl. Die Kinder sollen ein Gespür für alle Bus-Situationen bekommen.

Hintergrund ist: Die Lage an der Bushaltestelle nahe der Zeiler Grundschule ist alles andere als befriedigend. "Unübersichtlich" nennt sie Diana Brandl. "Hier geht's manchmal turbulent zu", beschreibt Simone Zährl die Situation. Zährl wirkt auch im Elternbeirat mit und hat sich mit Diana Brandl mit der Schule in Verbindung gesetzt, um das Training des ADAC anbieten zu können.

Am Mittwoch übten Dagmar Mayer und Sylke Neumann vom ADAC (Nürnberg) mit den Grundschülern in Zeil. Am Donnerstag sind sie an der Grundschule in Sand. Zeil und Sand bilden eine gemeinsame Grundschule, aufgeteilt auf zwei Standorte.

Dagmar Mayer und Sylke Neumann haben viel Erfahrung. Seit Jahren üben sie mit den Kindern das richtige Verhalten am und im Schulbus.

Worauf kommt es an? Beim Einsteigen heißt es für Kinder, sich richtig aufzustellen. Schön in einer Reihe, mit genügend Abstand zu der Bordsteinkante, nicht drängeln und nicht schubsen. Im Bus sollen die Buben und Mädchen sitzen bleiben. Manche Kinder stehen während der Fahrt einfach auf und klettern doch tatsächlich über die Sitze, hat der Omnibusfahrer Karl Burger bereits beobachtet. Der Mitarbeiter der Firma Will (Zeil) machte am Mittwoch beim Training auch mit und holte Buben und Mädchen auf seinen Fahrersitz. Dort konnten die Kinder mit eigenen Augen sehen, wie wenig sie sehen. Anders ausgedrückt: Das Sichtfeld des Busfahrers ist eingeschränkt, und das sollten die Kinder wissen.

Simone Zährl machte die Probe aufs Exempel und setzte sich ebenfalls an das Steuer. Tatsächlich: "Da war ne Traube Kinder. Ich habe aber nur zwei gesehen", beschreibt die Elternbeirätin ihre Erfahrungen.

Zu ihren Erfahrungen zählt auch, dass Eltern an der Bushaltestelle zu den Gefährdungen der Kinder beitragen. Viele Mütter oder Väter bringen ihre Sprösslinge mit dem Auto zur Schule und halten möglichst nahe an der Schule. Teilweise auf der Parkbucht für die Busse, so dass die Busse auf der Straße stehen bleiben, um die Kinder ein- und aussteigen zu lassen.

Die ADAC-Mitarbeiterinnen Dagmar Mayer und Sylke Neumann bestätigen diese Beobachtungen. Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen, missachten häufig einfache Verkehrsregeln. Sie passen zwar, erzählen die Expertinnen, auf ihre eigenen Kinder auf, haben aber oft keine Auge für die anderen Schüler.