Keiner kalauert so schön wie "Onkel Loda". Und damit unterhielt Lothar Groß sein Publikum am Samstagabend im total vollbesetzten Kulmbacher Kleinkunstbrettla gar köstlich. Was es heutzutage alles so an modernem Schnickschnack gibt, passt ihm gar nicht. Und das breitet er auch unumwunden aus. Klar und deutlich, manchmal nicht ganz jugendfrei, also immer direkt. Auch wenn seine Logik manchmal ums Eck springt.

Dass alkoholfreies Bier "voll in" ist, man davon aber nicht "voll" wird, ist einsehbar. Dass es aber auch asozial macht, hat Loda selbst erforscht. Nach ein paar Maß alkoholfrei sei man zwar noch klar im Kopf, aber einsam. Und wird von den alkohol-maß-vollen Kumpanen nicht mehr verstanden. Rein sprachlich. Denn man ist beim "Lall-Modus" der Kollegen einfach nicht mehr dabei. Loda hat das leidvoll beim letzten Bierfest im neuen Stadel erfahren müssen.

Und man bekommt auch Probleme mit der Polizei, wenn man bei der Kontrolle angibt, acht Maß intus zu haben. Nicht, dass sich die Verkehrssicherheitsbeamten beim obligatorischen Alkohol-Test und einem Ergebnis von 0,1 Promille arglistig getäuscht vorkämen. Nein, das Problem mit der Polizei kommt vom Druck. Alkoholfrei treibt, weiß Loda. Und dem Druck in höchster Not neben einem Polizeiauto nachgeben zu müssen, sei ein Problem. Vor allem, wenn die Autotür der Sicherheitsbehörde offen ist.

Loda wurde auch bundespolitisch. Was Rassismus ist, kann er ganz genau erklären. Einer seiner Kollegen ist ein Farbiger, also schwarz. Und der brüstet sich immer, dass er nie ein Busticket kauft, also "schwarz" fährt - und damit immer durchkommt. Wenn der dem Kontrolleur nämlich mitteilt, dass er "schwarz" fährt, freut sich dieser immer über den gelungenen Witz und geht weiter. Loda hat das selbst ausprobiert, ist auch "schwarz" gefahren und hat bei der nächsten Kontrolle prompt 40 Euro zahlen müssen. "Das ist Rassismus!"

Und warum der Klimawandel eigentlich von der Intimrasur kommt, erklärte Loda auch ganz genau. Das sei nämlich genau so, wie wenn man den Regenwald abholzt. - Und damit war Onkel Loda auch schon bei seinen Witzen vom Herrenstammtisch angelangt. Doppeldeutig eindeutig zog er über seine weiblichen Bekanntschaften her. Dass er die Dame namens Rosine lieber als Traube kennengelernt hätte, ist eine der freundlicheren Varianten von Lothar Groß' Wortwitz, mit dem er sein Publikum ununterbrochen zum Lachen reizte.