Das Europäische Flakonglasmuseum, 2008 eingeweiht und mittlerweile von fast 60 000 Interessenten besucht, leidet verstärkt unter der Corona-Krise. Aufgrund der bundesweit steigenden Infektionszahlen und der behördlich angeordneten Novemberschließung bieten die Kleintettauer Glasbewahrer unter der Leitung von Carl Aug. Heinz und Wolfgang Hammerschmidt im Dezember folgende Besuchstage an: Samstag, 5. Dezember, 10 bis 16 Uhr, Glasmachervorführung von 12 bis 15 Uhr, Sonntag, 6. Dezember, 12 bis 16 Uhr, Glasmachervorführung von 12 bis 15 Uhr. Weitere Besuchsmöglichkeiten mit Glasmachervorführungen sind voraussichtlich am 2. Januar, 6. Februar und am 6. März.

Wie Museumsleiter Sandro Welsch ergänzend mitteilte, wird die Ausstellung "Grenzenlos majestätsverliebt" bis zum 19. September 2021 verlängert. Vor allem gibt die Präsentation einen Einblick in das 19. Jahrhundert unter der englischen Königin Victoria und ihres deutschen Prinzgemahls Albert von Sachsen-Coburg und Gotha.

Anhand verschiedener Themenbereiche finden die Entwicklung von Mode, Körperpflege sowie das Erscheinungsbild des Flakons im 19. Jahrhundert ihren Niederschlag. Darüber hinaus lassen sich auf diese Weise das Leben und Wirken des royalen Paares aus der alltäglichen Perspektive nachzeichnen. Sandro Welsch: "Ein durchaus menschliches Abbild, das gleichfalls die begüterte Gesellschaft des Commonwealth widerspiegelt."

Mittlerweile ist die dufte Museumswelt am Rennsteig zu einem Leuchtturmprojekt geworden. So kann man die Welt des Glases in wunderschönen Farben und Formen mit faszinierender Ausstrahlung erleben. Schließlich entführt das Museum seine Gäste auf eine Reise durch 5000 Jahre Glasgeschichte, die in Ägypten und in Persien ihren Anfang und schließlich ihren Siegeszug bis heute nahm.

Bisher wurden vier Ausbaustufen mit hohem Finanzaufwand realisiert, so dass aktuell auf 600 Quadratmetern an die 3000 Exponate begutachtet werden können. Weitere 4000 Ausstellungsstücke befinden sich im Depot. Und das ist die besondere Attraktion! Den Glasmachern über die Schulter schauen: Mit Halbautomaten-Vorführungen vollzieht sich die Geburt eines Glasflakons - wie ab 1924. Mit etwas Mut kann man sich selbst als Glasmacher ausprobieren. Gerade bei den Kindern findet dies einen großen Anklang.

Was wäre aber ein Flakon ohne Inhalt? So wird auch die Duft- und Pflegekultur von der Antike bis heute beleuchtet, die ihren Höhepunkt in sinnlicher Erlebbarkeit in einem Duftraum findet. Eine weitere Attraktion ist die Sammlung der Münchnerin Beatrice Frankl "Parfümflakons - eine Zeitreise durch das 20. Jahrhundert" mit insgesamt 2500 Flakons.