Aktuell fallen traditionelle Veranstaltungen dem Corona-Virus zum Opfer: Kunst und Kultur, insbesondere Gastwirte und Künstler, durchleben sehr magere Zeiten. Man muss sich schon einiges einfallen lassen, um seinen Kunden und Gästen doch ein spezielles Erlebnis zu bescheren.

Das tat Michaela Engelhardt, Inhaberin der Brennerei "Geistreich" in Weingarts, um den heuer abgesagten "Tag der Brennereien" zumindest in kleinem Rahmen zu kompensieren.

Zusammen mit dem Verein "Gscheitgut", einem Netzwerk von Erzeugern und Gastwirten, die regionale Produkte vermarkten und somit für den nachhaltigen Umgang mit der fränkischen Kulturlandschaft eintreten, hat die engagierte Direktvermarkterin zu einem Landfrühstück der besonderen Art eingeladen.

Vor ausgewählten Gästen konnte sie den bekannten Nürnberger Kabarettisten und Künstler Bernd Regenauer in einem Zelt im Hof ihres Anwesens bei Kaffee, selbst gemachten Brotaufstrichen und Säften begrüßen.

Der bekannte Mundartautor ("Metzgerei Boggnsagg") war nach eigenem Bekunden zum ersten Mal in Weingarts und unterhielt das Publikum, trotz der nur fünf Grad Außentemperatur, in gewohnt bissig-humoristischer Manier. Mit seinem speziellen Wortwitz gab Regenauer dabei einen süffisanten Einblick in die fränkische Region und deren Eigenarten sowie in das Wesen und die Abgründe ihrer Bewohner.

Auf hintergründige, manchmal leicht skurrile Weise brachte er dabei sowohl Zeitkritisches und Zeitloses als auch Nachdenkliches und Besinnliches zum Besten und begeisterte die rund 30 Anwesenden mit seinem fränkischen Dialekt.

Nach einer knappen Stunde wurde der arg durchgefrorene Kabarettist von der Gastgeberin mit selbst gebrannten Spirituosen verabschiedet und wärmte sich im Wohnzimmer vor dem Kaminfeuer bei einem Glas heimischen Apfelsekt auf. red