Jacqueline Vera Mihm Dr. med. Elisabeth Salch-Klauser hat ein starkes Motiv: Für die Bitte, im Rahmen des Hammelburger Frobenius-Forums einen Vortrag zu halten, nahm sie den Weg von München nach Hammelburg in Kauf, um mit den Zuhörern ihr Wissen zu teilen, wie man seinem Sinn ein Leben geben kann. Der Titel ihres Vortrags lautete "Gib Deinem Sinn ein Leben! Vom Lernen und Verlernen und weshalb es Sinn macht, für ein Ziel zu brennen!" Seit ihrem Abitur im Jahre 1985 ist die ehemalige Jahrgangsstufensprecherin Salch-Klauser zum ersten Mal wieder in der Aula des Frobenius-Gymnasiums in Hammelburg und freute sich über das Wiedersehen mit alten Bekannten.

Die sportive und dynamische Referentin brennt spürbar für ihr Thema "Dem Sinn ein Leben geben". Und das scheint alle Altersklassen zu interessieren: Vom Jugendlichen bis zum Senior war ein breites Spektrum an Zuhörern im Publikum vertreten. Gleich zu Anfang dankte sie den Anwesenden dafür, dass diese ihr ihre Lebenszeit schenkten. Ebenso dankte sie für ihre Schulzeit am Frobenius-Gymnasium und die daraus resultierende Möglichkeit, ihren persönlichen Beitrag leisten zu können. Sie sieht, so sagt sie, ihre Aufgabe darin, Menschen zu unterstützen, auf beiden Beinen zu stehen, in Kontakt mit der eigenen Kraft zu sein, zu wissen, wofür es sich lohnt zu leben und um glücklich und gesund zu sein.

Salch-Klauser, die viele Jahre ihre Führungs- und Ausbildungstätigkeit als Oberärztin in der Klinik für Anästhesie der LMU München nachging und später ihre eigene Praxis für Anästhesie gründete, arbeitet heute ebenso als Coach und Ernährungsberaterin. In ihrer Tätigkeit als Anästhesistin erlebte sie immer wieder Momente der Grenzerfahrung. Besonders ihre Jahre in der Abteilung für Herzanästhesie prägten sie. "Die Patienten hatten teilweise mit ihrem Leben abgeschlossen", so Salch-Klauser, "und ich fing an, mich mit ihnen vor ihrer Operation darüber zu unterhalten, wofür es sich zu leben lohnt". Eine Fokusverschiebung wie hier, von der Sinnlosigkeit zur Sinnhaftigkeit des Lebens, kann wahrscheinlich die Selbstheilungskräfte aktivieren. "Einige dachten freudig an ihre Enkelkinder", so die Referentin. Freudige Gedanken können helfen, um weitermachen zu wollen. Es braucht ein "Darum", damit es sich lohnt weiter zu leben. Darüber hinaus ist Dankbarkeit für das, was einem zur Verfügung steht, ein sehr wichtiger Faktor. Es hilft auch, ein Ziel zu haben, da ist sie sich sehr sicher. Das anvisierte Ziel solle man sich immer so detailliert wie möglich vorstellen, sich fragen "was spüre ich", "was rieche ich", "was schmecke ich", "was sehe ich". Man kann es "pflegen" glücklich zu sein, versichert sie. "Die Energie folgt bekanntlich der Aufmerksamkeit", so die Referentin, "und dort, wo Ihr Fokus ist, dort fließt das Leben!"

Sie erläuterte das "Fire-and-wire-Prinzip": "Nervenzellen, die gleichzeitig feuern, vernetzen sich und so entstehen unzählige situationsbezogene Vernetzungen und neuronale Muster, die Grundlage des Handelns und Denkens sind. Dies ist die Basis für Lernen und Verlernen", erklärt sie. Diese Neuroplastizität sei Grundlage dafür, wer wir sind und wie es uns gehe. Sich mit Negativem zu beschäftigen sei nicht gesund, und da 98 Prozent des Tuns reine Gewohnheit seien, ist es möglich Glücklichsein zu lernen.

"Positive Assoziationen sind wichtig für ein glückliches Leben", so die Referentin. Vier Impulse fürs tägliche Leben gab sie ihren Zuhörern mit: "Halte inne", "Dreh Dich um", "Bewege Dich" und "Lebe Dich gesund!" Die Zuhörer waren begeistert.