Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe aus Ebern und Umgebung sind gegen den Bau von Windrädern im Naturpark Haßberge. Dazu haben 35 von ihnen einen Petition unterschrieben, die an Landrat Wilhelm Schneider (CSU) und die Mitglieder des Kreistages Haßberge weitergeleitet wurde. Die Petition liegt unserer Redaktion vor.
Geplant sind vier Windräder auf dem Tonberg bei Kirchlauter und vier Windräder zwischen Lichtenstein und Buch. Beide Projekte sind heftig umstritten und haben in den zurückliegenden Wochen bereits zu vielen Protesten geführt.
Die Gastronomen befürchten durch die vorgesehenen Windkraftanlagen eine Beeinträchtigung "unserer intakten Natur." Das Landschaftsbild werde "nachhaltig und irreparabel zerstört", heißt es in dem Schreiben an den Landrat und die 60 Kreisräte.
Die 35 Unterzeichner befürchten, dass wegen der neuen, riesigen Windräder weniger Touristen, Tagesausflügler und Wanderer kommen werden. Für den Naturpark Haßberge, also die Ferienregion Haßberge, wären die Türme kontraproduktiv. Die Gastronomen befürchten viele Nachteile, die ihnen und anderen entstehen: weniger Umsätze, Wegfall von Arbeitsplätzen, weniger Steuereinnahmen, eine Beschleunigung des Gaststättensterbens, die Schließung von Bädern, weniger Einnahmen für Museen, eine Verstärkung der Landflucht sowie weniger Umsatz für die Winzer und Brauereien. Ferner argumentieren die Autoren, dass Ferienhausvermieter und Pensionen in Existenznöte geraten können, die Immobilienpreise fallen und Investitionen in der Ferienbranche und im Gastgewerbe nicht mehr realisiert werden. Die "zarte Pflanze Tourismus" im Naturpark Haßberge werde mit Füßen getreten. "Die unausgereifte Energiewende (beispielsweise fehlende Speicher) findet auch ohne Zerstörung des Naturparks statt", heißt es. ks