Nach einem schwierigen Jahr für den Einzelhandel steht jetzt das Weihnachtsgeschäft bevor. Wir haben einige Kaufleute aus Adelsdorf und Höchstadt gefragt, wie sie sich auf die Corona-Situation eingestellt haben und was sie sich von den nächsten Wochen erhoffen.

Maria Schaub von der Boutique "Anziehbar" am Marktplatz in Adelsdorf wollte eigentlich in diesem Jahr ihr Zehnjähriges groß feiern. "Es geht gar nichts, kein Glas Prosecco oder Espresso, nichts kann ich anbieten. Ich wünsche mir dennoch, dass die Männer ihre Frauen jetzt in der Vorweihnachtszeit anregen, in mein Geschäft zu schauen, um sich individuell beraten zu lassen. Gerade jetzt wäre es für die Frau wichtig, auf sich und ihr Auftreten zu achten und ihr Zuhause zum eigenen Laufsteg zu machen." Maria Schaub hat viele modische Kleidungsstücke, Accessoires und Gutscheine, die sie in der Adventszeit liebevoll verpackt. Sie wird auch die Schaufenster besonders ansprechend und in vorweihnachtlicher Atmosphäre gestalten.

Christian Schmidt, Buchhändler in Adelsdorf erklärt: "Im Laden achten wir auf alle gesetzlich festgelegten Hygieneregeln. Bisher verhalten sich die Kunden in dieser Hinsicht erfreulicherweise vorbildlich. Gerade in der Weihnachtszeit werden wir alles dafür tun, um unsere Kunden zu schützen und das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten. Wenn alles gut geht, also keine erneute Ladenschließung kommt, erwarten wir ein sehr gutes Weihnachtsgeschäft, weil bereits jetzt die Kundenzahlen höher sind als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Schön wäre es, wenn sich die Einkäufe möglichst weit in die Vorweihnachtszeit erstrecken würden, um die Kundenzahl im Laden gleichmäßig zu halten.

Es gibt auch die Möglichkeit der Bestellung über den Online-Shop www.buecher-schmidt.de. Man kann sich die Bücher dann entweder nach Hause schicken lassen oder aber im Laden abholen. Nachgedacht wird über eine Verlängerung der Ladenöffnungszeiten abends und am Samstagnachmittag. Im Falle einer erneuten Ladenschließung würden wir die gewünschten Bücher wieder zu den Kunden nach Hause liefern. Optimistisch stimmt es auch, dass die Menschen anscheinend mehr Zeit zum Lesen haben und dass es im Moment ein großes Angebot an guten neuen Büchern gibt."

Amelie Weidhaus von der Schmuckschmiede in Adelsdorf wünscht sich, dass alle gesund ein entspanntes Weihnachtsfest feiern dürfen. "Wir als lokaler Handwerks- und Ausbildungsbetrieb hoffen natürlich, dass die Kunden sich zuerst vor ihrer Haustüre umschauen, wenn sie ihre Weihnachtseinkäufe planen. Und das sowohl stationär als auch online. Es gibt ja keine Weihnachtsmärkte oder Ausstellungen, wo man sich inspirieren oder wo man einkaufen kann.

Bei uns startet die Adventszeit heuer etwas früher als sonst. Ab dem 19. November findet neben den regulären Öffnungszeiten täglich von 15 bis 20 Uhr der ,Adventszauber‘ statt." Mit der zusätzlichen Öffnung des Ladens erhofft Weidhaus sich eine Entzerrung des Kundenzulaufs. "In weihnachtlich dekorierter Atmosphäre sind wir für alle Kunden da und beraten sie gerne. Annahmeschluss für Weihnachtsanfertigungen ist etwas früher als sonst: 5. Dezember. Und selbst wenn der worst case eintreffen sollte und wir nochmals komplett schließen müssten, wird somit die Fertigstellung aller Weihnachtsjuwelen bis zum 24. Dezember gewährleistet."

Alle Informationen zu Öffnungs- und Abholzeiten findet man unter www.schmuckschmiedeweidhaus.de ebenso wie das ausführliche Hygienekonzept. Für alle, denen eine Abholung nicht möglich ist, wird im Gemeindegebiet kostenfrei ausgeliefert oder die Bestellung wird versichert zugesandt. Gleiches gilt natürlich auch für Bestellungen im Online-Shop.

Christine Münch vom Geschenkeladen Kredel in Adelsdorf erklärt: "Ich habe im Moment nicht das Gefühl, dass mein Geschäft schlechter geht als sonst. Die Leute kommen gerne herein, schauen sich um und lassen sich inspirieren. Zerbrechliches lässt man sich ja eh nicht so gerne schicken und kauft es lieber vor Ort. Für uns ist natürlich das Internet eine große Konkurrenz. Ich verteile schon immer meine Prospekte mit den besten Angeboten kurz vor dem Weihnachtsgeschäft. Auf diese Weise kommt sogar Kundschaft nicht nur aus Adelsdorf in den Laden. Mein Schaufenster dekoriere ich mit Liebe weihnachtlich und natürlich halte ich mich an das vorgeschriebene Hygienekonzept. Bis jetzt mache ich mir keine Sorgen, und das Weihnachtsgeschäft ist für mich so gut wie gesichert."

Petra Weller vom gleichnamigen Fotogeschäft in Höchstadt kann noch nicht abschätzen, wie das Weihnachtsgeschäft verläuft. Sie vermutet aber, dass es ähnlich wie die vergangenen Jahre sein wird. "Natürlich halten wir das vorgeschriebene Hygienekonzept genau ein. Falls aber jemand Bedenken haben sollte, kann man Familienfotos auch gerne outdoor machen." Noch einfacher sei es, einen Gutschein zu verschenken. Das sei letztes Jahr schon der Renner gewesen und da erwartet sie heuer sogar noch eine Steigerung. "Wir hoffen, dass sich die Kunden der schwierigen Situation der Einzelhändler bewusst sind und sie die Weihnachtsgeschenke soweit möglich vor Ort kaufen. Bei uns kann man übrigens alles erwerben, was es auch im Internet gibt: von Fototassen über Kuscheldecken bis hin zu Bierkrügen oder Flachmännern mit Gravur!"