Die Hammelburger Weinmesse "Frankens Saalestück - Die Winzer und ihr Wein" ist nicht nur für die Winzer aus dem Altlandkreis ein fester Jahrestermin, sondern auch für die jeweils amtierende Weinkönigin Frankens. "Die Gemeinsamkeit der Winzer ist frankenweit von großer Bedeutung", brachte es Weinkönigin Christina Schneider auf den Punkt. Damit rannte sie bei Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) offene Türen ein: "Diese Gemeinsamkeit der Winzer in Begleitung von Frankens Saalestück kennzeichnete unser Jubiläumsjahr 1300 Jahre Hammelburg und bescherte uns den tollen Jubiläumswein."


"Riesensprung" bei der Qualität

Die kleine, aber feine Weinregion an der Saale sei auf dem richtigen Weg. "Die Weinqualität hat hier einen Riesensprung nach vorn gemacht", bestätigte Landrat Thomas Bold (CSU). Mit einem gehörigen Quantum an Charme und mit viel Wissen über den Weinanbau war die Fränkische Weinkönigin eine willkommene Gesprächspartnerin an den Ausstellungs-Ständen der Winzer. Begleitet wurde sie von den ansässigen Weinprinzessinnen Annika aus Hammelburg, Marlene aus Wirmsthal und Miriam aus Ramsthal. Ihren Gruß an die "innovativen Winzer der Heimat" entsandte Prinzessin Annika.
Insgesamt ein Dutzend Winzer aus Hammelburg, Ramsthal, Wirmsthal, Untererthal, Elfershausen und Wittershausen waren mit ihren Weinen am Samstagnachmittag in den gut geheizten Gewölbekeller der Wandelbar gekommen. Weit über 100 Gäste füllten das Gewölbe und kosteten den neuen Jahrgang mit sichtlichem Genuss. Messeorganisatorin Theresa Schmid war mit der positiven Resonanz recht zufrieden, die Vorsitzender Stefan Ruppert vom Weinbauverein Hammelburg dankend in den Blick stellte.


Anfänge als Studienprojekt

Was vor fünf Jahren als Studienprojekt begann, ist längst zum Meilenstein der regionalen Winzer geworden. Ruppert machte auf den Generationswechsel der Saaletal-Betriebe aufmerksam, der teilweise schon vollzogen sei oder in nächster Zeit bevorstehe. "Neue, moderne Keller und Vinotheken zeugen von der Aufbruchstimmung in unserer Region", sagte Ruppert.
Die Bezeichnung "vegan" ist meist aus dem Lebensmittelbereich bekannt, weniger beim Wein. Jetzt rückt dieses Wort auch in das Bewusstsein der Winzerbetriebe. Winzerin Ulrike Lange vom Weingut Schloss Saaleck: "Wer seinen Wein biologisch anbaut, der hat wegen des weggefallenen Düngers auch weniger Probleme mit dem Klären des Weines." Dieses Thema ist für Winzer Peter Plewe ein alter Hut. Als Vorreiter des biologischen Weinanbaus in der Hammelburger Region weiß er: "Für mich kommen tierische Eiweißstoffe wie Gelatine nicht in Frage." Kartoffelstärke oder Erbsenextrakt seien da eher zum Klären des Weines geeignet.


Geringerer Alkoholgehalt

Dem Wunsch nach schmackhaftem Wein mit geringerem Alkoholgehalt kommt derzeit Winzer Rainer Keller aus Ramsthal nach. Sein Ortega-Wein sei noch in der Probephase, so Keller. Mittlerweile habe er den Alkoholanteil dieses Weines von mehr als zwölf auf knapp zehn Prozent verringern können. "Der Geschmack soll dabei nicht leiden", lautet Kellers Ziel. Freilich gibt es bei ihm nach wie vor auch die gewohnte Alkoholstärke. Ein Weinfest auf der Horbig gebe es heuer in Untererthal, bestätigte Winzer Klaus Schäfer. Der Generationenwechsel in seinem Betrieb sei noch nicht vollzogen. In Elfershausen werde es heuer wieder Heckenwirtschaft geben, gab Winzer Marcel Hümmler bekannt.
Anhand der Weinvermarktung merkt der Verbraucher augenfällig den frischen Wind des Generationenwechsels. Da darf auf dem Weinflaschenetikett des Wittershausener Winzerbetriebes Weinwerk ruhig mal die Bezeichnung "777" für den Silvaner als Blickfang stehen. Oder "Feuerwerk", weil es Wein aus der Ernte von Feuerthal ist. Jungwinzer Daniel Six und sein Bruder Oliver aus Wirmsthal gehen neue Wege mit eigenem Stil, etwa mit der prämiierten Sorte "Eichelmann 2016". Daniel Six: "Bis 2012 haben wir den Wein für die Genossenschaft geliefert, aber in Eigenregie hatten wir unser ganz besonderes Erfolgserlebnis."