Das Museumsentwicklungskonzept im Deutschen Dampflokomotiv-Museum (DDM) geht in die Endphase. Geschäftsführer Rüdiger Köhler gab dazu in der Verbandsversammlung einen Sachstandsbericht - auch vor dem Hintergrund, dass Corona den vorgegebenen Plan ausbremste. Zum Besuch des Bayerischen Staatsministers für Wohnen, Bau und Verkehr, Christian Bernreiter (CSU), der für den 16. September dieses Jahres zum "Tag der Schiene" kommen will, sollen alle Arbeiten weitestgehend abgeschlossen sein.

Als Sorgenkind der letzten beiden Jahre galt das unter Denkmalschutz stehende Bahnhofsgebäude, das unter der Pandemie besonders leiden musste. Die umfangreiche Sanierung und Instandsetzung des Empfangsgebäudes, der Sozialräume und der historischen Güterhalle stehen mittlerweile aber kurz vor dem Abschluss. Alles Maßnahmen, die aus Städtebaumitteln finanziert werden und die in der Trägerschaft der Gemeinde Neuenmarkt liegen.

Führerstandsmitfahrten geplant

Das Museumsentwicklungskonzept, das 2020 unter dem Thema "Geschichte erleben, Technik bestaunen, Neues entdecken" auf den Weg gebracht worden war, steht nach den Worten von Köhler vor den letzten Schritten, wie der Fertigstellung der Außenanlagen, der Errichtung einer "Aufsitzeisenbahn" im Kohlenhof, der Ertüchtigung der Segment-Drehscheibe mit der Zufahrt und der Aufbau einer eigenen Besandungsanlage für die Dampflokomotiven.

Museumsleiter Jürgen Birk berichtete von der Museumssaison 2022, in der ein regelmäßiger Dampf- und Dieselbetrieb auf der Kleinbahn und Vorführungen des historischen Demag-Dampfkranes angeboten werden. Neu sind die Führerstandsmitfahrten auf der D II, einer Diesellok, die im Eigentum der Freunde des DDM steht und während der Pfingstdampftage hervorragend genutzt wurde.

Weiter verwies Birk auf zusätzliche museumspädagogische Angebote vor allem in den Kinderferienwochen während der Sommerferien. Vom 9. August bis 14. August ist eine Dampfwoche in Planung, weitere Sonderzugfahrten finden am 27. und 28. August sowie am 3. und 4. September statt. Zu einem Spektakel besonderer Art kommt es eine Woche später am 10. September mit dem Jubiläum 40 Jahre IGE, wenn die Internationale Gesellschaft für Eisenbahnverkehr aus Hersbruck zu einem Dampflokspektakel im DDM und zu Sonderfahrten über die "Schiefe Ebene" einlädt. Mit der Weihnachtsausstellung "Die Baureihe 01 als Modell" soll dann nochmals ein Highlight im Museumsjahr gesetzt werden.

Die Pfingstdampftage brachten rund 5000 Besucher, womit das DDM wieder an die Besucherzahlen vor der Pandemie anschließen konnte. Landrat Klaus Peter Söllner (FW): "Es war eine Mega-Aufgabe, die unsere Mitarbeiter bewältigt haben. Dass uns dabei die Freunde vom DDM hervorragend unterstützt haben, ist keine Selbstverständlichkeit. Es waren beeindruckende und richtig schöne Dampftage."

"Ein tolles Angebot"

Wie Geschäftsführer Rüdiger Köhler feststellte, besuchten viele junge Familien mit ihren Kindern die Dampftage. Auch Bezirkstagspräsident Henry Schramm zeigte sich beeindruckt: "Es wurde ein tolles Angebot auf die Beine gestellt und es herrschte eine ausgelassene Stimmung. Das DDM ist ein Glanzpunkt in Oberfranken."

2023 steht der 175. Geburtstag der "Schiefen Ebene" an. Dabei sind nach den Worten von Museumsleiter Birk bereits einige Ideen in der Schublade, etwa eine Sonderausstellung und die Pfingstdampftage mit Eröffnung des Museums nach Fertigstellung des MEK 2020.

Weitere Aktionen sind Fotovorträge im MupäZ, ein Brückenbauwettbewerb in einer Sommeraktion und einem Kindertag im August als Familiensamstag, lebende Szenen mit Sketchen im Ringlokschuppen, ein Konzert mit dem Ginzel-Duo, Theater im Lokschuppen und ein Fotowettbewerb. Das Jubiläum wird am 29. und 30. September sowie am 2. Oktober 2023 mit Sonderzügen abgeschlossen. Und gemütlich soll die Jubiläumssaison mit einer geführten Wanderung über die "Schiefe Ebene" am 3. Oktober 2023 mit einer "Begrüßung durch König Ludwig I." enden.

In diesem Zusammenhang schlug Schramm vor, die Nachfahren des Königshauses zu einer der Veranstaltungen einzuladen - schließlich war die "Schiefe Ebene" einst Bestandteil der "König-Ludwig-Süd-Nord-Bahn".

Aus der nichtöffentlichen Sitzung wurde noch bekanntgegeben, dass für die Sanierung des Bahnhofsgebäudes weitere Gewerke mit einem Auftragsvolumen von 281.004 Euro vergeben wurden. Hier ging es um die Gebäudeautomation, die Innentüren, den Bodenbelag und Parkettarbeiten.