Ein besonderes Theaterprojekt bietet die Landesbühne Oberfranken mit Jan Burdinski in der Inszenierung am Samstag, 11. März, um 19 Uhr in der Pfarrkirche St. Johannes zu Trebgast: "Lucas - Maler zu Wittenberg und das Abenteuer der Reformation".
Anhand der Künstlerpersönlichkeit von Lucas Cranach dem Jüngeren, der 2015 seinen 500. Geburtstag feierte, und dessen familiärem Umfeld wird in einer Art Bild- und Musiktheater die Aufbruchstimmung der Reformationszeit wiedergegeben.


In ganz Franken unterwegs

Die aktuellen wissenschaftlichen Ergebnisse der Forschung werfen ein neues Licht auf den bislang im Schatten des Vaters Lucas Cranach der Ältere stehenden Sohn. Daraus ergeben sich interessante Aspekte, die auch die Reformationsbewegung näher beleuchten.
Mit Jürgen Peter und Nicolaus Peter spielen den Part von Lucas Cranach dem Älteren und Lucas Cranach dem Jüngeren wie im richtigen Leben Vater und Sohn. Mit dabei sind ferner Regisseur Jan Burdinski als Philipp Melanchton sowie Sibylle Mantau, Heinz Petri und Gitti Rüsing. Für die Musik sorgt Andreas Rüsing. Der Neuenmarkter Jürgen Peter war 2015 schon bei der Uraufführung in der Stadtkirche Bayreuth dabei. Neben Trebgast sind in diesem Jahr noch Aufführungen in Königsberg/Mittelfranken, Stein b. Nürnberg und in Ursensollen bei Kastl in der Oberpfalz geplant. Jürgen Peter und Jan Burdinski, der auch an der Naturbühne in Trebgast schon inszeniert hat, kennen sich seit vielen Jahren. "Ich habe auch bei ihm schon in mehreren Stücken gespielt und auch schon Regie geführt. Und er hatte für den Lucas Cranach jemanden in meiner Altersklasse gebraucht und dann bei mir angerufen. Ich hatte Jan nur gesagt, dass ich eigentlich keine Zeit habe. Aber es war für mich eine unwahrscheinlich reizvolle Geschichte und deshalb überlegte ich auch nicht lange. Und Und Jan Burdinski wusste, was er von mir erwarten und kriegen kann", sagt Jürgen Peter.


"Wahnsinnig präzise"

Damit war aber die Suche dem Schauspieler für Lucas Cranach den Jüngeren noch nicht beendet - aber auch da brauchte Jürgen Peter nicht lange zu überlegen: "Jan Burdinski suchte einen Mann, der auf der einen Seite weiß, was er an seinem Vater hat.
Und der auf der anderen Seite aber auch jemanden braucht, der ihm kritisch gegenübersteht. Ich sagte dann, ich wüsste da jemanden und so kam mein Sohn Nicolas ins Spiel, der aber nicht sofort einsteigen konnte." "Ich hatte damals nicht lange überlegt und in meinen Kalender geschaut und hatte gesehen, dass ich zum damaligen Zeitpunkt keine Arbeiten hatte, die ich schreiben muss und dann sagte ich, ja, das haut hin", sagt Nicolas Peter. Es ist die Hauptrolle in dem Stück, das an die zweieinhalb Stunden dauert und davon ist Nicolas Peter, der jetzt bei Radio Plassenburg tätig ist, gute zwei Stunden auf der Bühne: "Dadurch, dass es so viel Text ist, muss es wahnsinnig präzise sein."
Eine besonders schöne und intensive Szene ist der Auftritt von Vater und Sohn Cranach, wenn sie in der Malerwerkstatt sitzen und sich unterhalten. Darauf dürfen sich die Besucher des Bild- und Musiktheaters am Samstag, 11. März, in der Trebgaster Pfarrkirche besonders freuen.
Nicolas Peter wird auch als Sänger zu hören sein. Bis zum Auftritt wird nur einmal geprobt: "Es ist auf der einen Seite natürlich sportlich, aber es ist ein Profitheater und da wird halt so gearbeitet. Da braucht man nicht denken, dass man da vier oder fünf Aufnahmeproben bekommt, sondern da wird davon ausgegangen, dass jeder seine Texte gelernt hat und jeder seinen Part noch einmal rekapituliert hat, was so passiert, wie die Gänge sind und was wo auf der Bühne geschieht."
Zur Frage, wie sich Vater und Sohn verstehen, stellt Cranach der Jüngere fest: "Sie haben ein freundschaftliches Verhältnis."