Joachim Schmitz-Klopf vom Ingenieurbüro RSP aus Bayreuth stellte in der Thurnauer Gemeinderatssitzung die Planungen für den Umbau des alten Rathausplatzes vor. In der 48. Kalenderwoche sollen die Ausschreibungen getätigt werden. Am 7. Februar ist die Submission geplant. "Wir können dann Anfang März mit den Arbeiten beginnen"; erläuterte der Experte die Planungen.
Zum alten Rathaus, in das die Sparkasse einziehen wird, soll eine Art "Teppich" verlegt werden: ein anderer Belag, der optische Akzente auf dem Platz setzen soll. Außerdem werden Stellplätze geschaffen, auch Platz für Bäume soll vorhanden sein. Um den Platz optisch ansprechend zu gestalten, soll außerdem ein Fahrradstellplatz installiert werden. Außerdem wird es einen offenen Wasserlauf geben. Der gesamt Platz soll optisch so gestaltet werden, dass er zum Verweilen einlädt und auch für Festivitäten genutzt werden kann.
Bei der Vorstellung der Planungen entbrannte eine Diskussion über den zukünftigen Namen des Platzes. Erwin Schneider (FW) betonte, dass sich Anwohner die Beibehaltung des Begriffes "Alter Rathausplatz" wünschen würden. Veit Pöhlmann (FDP) dagegen gab zu bedenken, dass der Platz nun mal nicht mehr der Rathausplatz sei. Man könne ihn auch Sparkassenplatz oder Positanoplatz nennen. Denn schließlich solle dort eine Skulptur an Thurnaus Partnerstadt in Italien erinnern.


Diskussion nicht erwünscht

"Ich halte den Namen Rathausplatz auch für irreführend", erklärte Dietmar Hofmann (SPD). Doch Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU) wollte eine Diskussion über die Namensgebung nicht aufkeimen lassen. "Der Platz muss nicht umbenannt werden. Wir müssen jetzt erst einmal die Arbeiten voran bringen, wir wollen jetzt keine Diskussion, keinen Unmut", sagte der Thurnauer Bürgermeister. Auch Hans-Friedrich Hacker (CSU) und Klaus Förster (FW) betonten, dass es jetzt darum gehe, die Sanierung voranzutreiben und Aufträge zu vergeben.
Eigentlich geht es bei dem Bauvorhaben, das Gisela Leclerc und Hanspeter Kiefer beantragt haben, nur um den Bau eines Einfamilienwohnhauses mit Doppelgarage. Schon in der Oktober-Sitzung des Thurnauer Marktgemeinderates befassten sich die Räte damit - und vertagten eine Entscheidung. Jetzt, in der Novembersitzung, sahen sich die Räte wieder nicht in der Lage, eine positive oder negative Entscheidung zu treffen.
Tatsächlich liegt das Grundstück, auf dem der Neubau entstehen soll, höher als die angrenzenden. Erschlossen werden kann das Grundstück zudem nur über einen Feld- und Waldweg. Als Auflagen hat der Markt Thurnau deshalb explizit erklärt, dass die Bauherren weder jetzt noch später einen Anspruch auf Asphaltierung des Weges hätten. Außerdem werde auf dem Weg kein Winterdienst geleistet. Alle Kosten für die Erschließung seien von den Bauherren selbst zu tragen.
Problematisch ist außerdem die Tatsache, dass das Grundstück in einer Wasserschutzzone liegt.
Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU) betonte, dass diesbezüglich bereits mit dem Landratsamt Kontakt aufgenommen worden sei. Die Lage sei nicht problematisch. Doch einer Genehmigung stehen weitere Bedenken gegenüber. So habe es bereits 1994 einen Beschluss gegeben. Und der besagte, dass der Gemeinderat damals einer Änderung des Bebauungsplanes zugestimmt hatte. Dieser Beschluss ist aber nie umgesetzt worden.
"Für mich ist es undenkbar, dass man jetzt ein Haus auf dieses Grundstück setzt. Es überragt die anderen. Wir haben doch das Grundstück damals bewusst aus dem Bebauungsplan rausgelassen", gab Hans-Friedrich Hacker (CSU) zu bedenken.
Klaus Förster (FW) gab zu bedenken, dass die Frist, die bei der Genehmigung eines Bauantrages einzuhalten ist, abläuft. "Wir müssen explizit erklären, dass noch Klärungsbedarf ist, sonst tritt die Fiktionsfrist ein", so Förster. Das bedeutet: Wenn die Verwaltung innerhalb der Frist keine Entscheidung trifft, gilt das Verfahren automatisch als genehmigt. Erwin Schneider (FW) erinnerte daran, dass die Erschließungsbeiträge für das Baugebiet schon abgerechnet seien. Auch dieser Punkt sei zu klären.


Entscheidung im Dezember

Schließlich kamen alle Fraktionen überein, in der nächsten Sitzung über die noch unklaren Punkte zu beraten und dann definitiv eine Entscheidung zu treffen.
Weniger beratungsintensiv dagegen war die Beantragung von Fördermitteln. So sollen für das nächste Jahr Fördermittel für die Sanierung des Rathausplatzes, für den Bushalteplatz, für eine öffentliche Toilettenanlage unterhalb der Kirche, für private Sanierungen rund um den Rathausplatz, für das kommunale Förderprogramm Mitte, für Beratungen, für den Bauabschnitt 3b beim Schloss Thurnau und für die Erweiterung der Machbarkeitsstudie rund um den Markplatz beantragt werden. Außerdem soll der Neptunbrunnen saniert werden. Er weist Risse auf, ist instandsetzungsbedürftig.
Neue Leiterin des Standesamtes Thurnau ist Bettina Kieslich.