Insgesamt 2550 junge Menschen haben im vergangenen Jahr eine Ausbildung im unterfränkischen Handwerk begonnen. Die Zahl neuer Lehrverträge ist 2020 im Vergleich zum Vorjahr damit um 7,6 Prozent zurückgegangen. Die Pandemie, aber auch sinkende Schülerzahlen und der anhaltende Trend zu weiterführenden Schulen sind Hauptgründe für dieses Ergebnis. Dabei schnitt die Region Schweinfurt-Main-Rhön mit einemn Rückgang von 5,1 Prozent etwas besser ab als der gesamte Bezirk.

Trotz Corona-Krise bleibt das Ausbildungsengagement der regionalen Betriebe hoch, so die Handwerkskammer in Würzburg in einer Mitteilung. Für das neue Ausbildungsjahr melden die Unternehmen demnach bereits knapp 1700 freie Lehrstellen.

"Die Corona-Pandemie hat im letzten Jahr zur Absage vieler Berufsorientierungsmaßnahmen und Veranstaltungen geführt. Durch die Schließung der Schulen war der Kontakt zu Schülern und Lehrern in den ersten Monaten stark eingeschränkt", analysiert Ludwig Paul, Hauptgeschäftsführer der Kammer für Unterfranken.

Neben der Corona-Pandemie haben aber auch weiterhin sinkende Schülerzahlen Einfluss auf das Jahresergebnis der Ausbildungszahlen. So verließen laut Kultusministerium im vergangenen Schuljahr knapp acht Prozent weniger junge Menschen die allgemeinbildenden Schulen in Unterfranken. "In Relation dazu hat sich die Zahl der neuen Auszubildenden im unterfränkischen Handwerk stabil entwickelt", so Paul.

2020 entschieden sich erneut mehr junge Menschen mit (Fach-) Hochschulreife für eine Ausbildung im Handwerk. Ihr Anteil an den neuen Lehrlingen beträgt elf Prozent (Vorjahr: 9,2 Prozent). Der Anteil der neuen Auszubildenden mit Mittelschulabschluss ist mit 46,2 Prozent leicht rückläufig, ebenso der derjenigen mit Realschul- oder mittlerem Abschluss (36,7 Prozent).

Digitale Kanäle werden wichtiger

Die Handwerkskammer für Unterfranken setzt jetzt auf digitale Kanäle, um Jugendliche, deren Eltern sowie Lehrer auch in Zeiten strenger Kontaktbeschränkungen und Schulschließungen umfassend über Ausbildungsmöglichkeiten im Handwerk zu informieren. Sie werden bei virtuellen Elternabenden, Webinaren, digitalen Messen oder über Videotutorials angesprochen. Auch Ausbildungsbetriebe erhalten Unterstützung bei der Digitalisierung von Bewerbersuche und Bewerbungsprozess. "Die letzten Wochen und Monate haben gezeigt, dass diese Informationsangebote sehr gut angenommen werden, was uns zuversichtlich ins neue Ausbildungsjahr blicken lässt", sagt Paul.

Informationen rund um Ausbildungsberufe und Karrieremöglichkeiten finden Jugendliche unter www.hwk-ufr.de/die-passende-ausbildung. Die Ausbildungsexperten der Handwerkskammer sind zudem telefonisch über die Hotline 0931/30908-3333 sowie per Whatsapp unter der Telefonnummer 0151/721 844 56 erreichbar. red