Der Streit der Nachbarn Weilersbach und Kirchehrenbach um die künftige Nahversorgung kocht immer höher. In einer schriftlichen Stellungnahme bezieht sich di...
Der Streit der Nachbarn Weilersbach und Kirchehrenbach um die künftige Nahversorgung kocht immer höher. In einer schriftlichen Stellungnahme bezieht sich die Gemeinde Weilersbach auf die "massiven Bedenken" gegen die Planung eines Supermarktes in Weilersbach, die vom Betreiber des Nahkauf-Einkaufsmarktes Lochner in Kirchehrenbach geäußert worden seien. Die Kommune und "insbesondere der Erste Bürgermeister Gerhard Amon" verwahren sich gegenüber "mannigfaltigen falschen Behauptungen" und Vermutungen auf Facebook.
Zum Hintergrund: Nach der - trotz großer Bemühungen nicht zu verhindernden - Schließung des Lebensmittelladens in Oberweilersbach bot sich ein Investor an, in der Nähe der hochfrequentierten B 470 ein Nahversorgungszentrum für Weilersbach zu errichten. Die geplante Verkehrsfläche von 1200 Quadratmetern ist nach dem Landesentwicklungsprogramm in allen Gemeinden erlaubt.
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Die Kirchehrenbacher fürchten nun allerdings um den Fortbestand ihres örtlichen Ladens.
Keine Anweisung
Auslöser für die Stellungnahme ist nun die Behauptung, Bürgermeister Amon (CSU) habe den Angestellten des Weilersbacher Kindergartens verboten, weiterhin im Nahkauf von Lochner einzukaufen. Dazu heißt es wörtlich in dem Schreiben: "Im Rahmen der Wirtschaftlichkeit entscheidet die Gemeinde Weilersbach, wo sie den Bedarf für ihre eigenen Einrichtungen, zum Beispiel die Mittagsbetreuung einkauft. Eine Weisung für Angestellte, wo sie einkaufen sollen oder gar an die Kindergartenkinder oder deren Eltern besteht selbstverständlich nicht." Solche Aussagen seien "völlig abwegig".
Kampf um Kaufkraft
Ferner wird infrage gestellt, weshalb Lochner nun gegen die Planung eines Nahversorgungsbetriebes in Weilersbach Sturm
laufe, nachdem er gegen das "Nahversorgungszentrum" und die Ansiedelung der Norma in Kirchehrenbach vor zehn Jahren keinerlei Reaktionen gezeigt habe. Eine Norma, die derzeit eine Vergrößerung der Verkaufsfläche in Kirchehrenbach plane, werde "dem Nahkauf wesentlich mehr Kaufkraft abziehen als ein eventueller Einkaufsmarkt im zwei Kilometer entfernten Weilersbach".
Zu den Einwendungen der Stadt Ebermannstadt merkt die Gemeinde Weilersbach an, "dass diese die Errichtung eines weiteren Lebensmittelmarktes durch Bürgerentscheid abgelehnt hat, da dort offenbar kein Bedarf an zusätzlicher Nahversorgung besteht". Weilersbach dagegen mit über 2000 Einwohnern benötige dringend eine örtliche Einkaufsmöglichkeit. Der Bürgermeister pocht auf die gemeindliche Planungshoheit. Seine Gemeinde habe dies bisher auch immer so akzeptiert. red