Bisher haben die Untersteinacher 1,42 Euro für einen Kubikmeter Wasser gezahlt. Ab 1. Oktober wird die Gebühr auf 3,20 Euro steigen. Dies beschlossen die Räte gegen die Stimmen von Helmut Bergmann, Markus Weigel (beide FW-WGU), Alexander Laaber (CSU) und André Pöhlmann (CSU). Dabei hatten die Befürworter deutlich gemacht, dass niemand über die Steigerungen glücklich sei.

Geschäftsstellenleiterin Christiane Schuck legte das Zahlenwerk der Kommunalberatung Dr. Schulte Röder offen. Demnach muss bei der Kalkulation eine Unterdeckung aus den vier Vorjahren in Höhe von 275 638 Euro ausgeglichen werden. Das, so Schuck, sei ein ganz schöner Rucksack.

"Die Gemeinde drückt jetzt das, was sie selbst nicht auf die Reihe kriegt, den Bürgern auf", eröffnete Helmut Bergmann sein Statement. Er vermisste eine Aufschlüsselung der Kosten, die durch den Zukauf von FWO-Wasser entstehen. Außerdem kritisierte er, dass die Berechnung nicht im Rathaus erfolgte. "Das ist ein Armutszeugnis." Selbst ein Drittklässler könne solche Rechenaufgaben lösen. Tatsächlich führt die Kommunalberatung Dr. Schulte Röder schon seit vielen Jahren für die Verwaltungsgemeinschaft die komplizierten Buchungen und Abschreibungen durch.

Dass die Kosten für Brunnen- und FWO-Wasser nicht getrennt aufgeschlüsselt seien, liege vor allem daran, dass es für ganz Untersteinach eine Satzung gebe, erläuterte Schuck. "Was würde sich denn ändern, wenn wir die Zahlen aufschlüsseln würden? Der Betrag würde doch bleiben", meinte Hans-Peter Röhrlein (CSU). Markus Weigel merkte an, dass er auch die genauen Vor- und Nachkalkulationszahlen gerne im Vorfeld der Sitzung bekommen hätte. "Wir haben Bauchschmerzen", sagte Weigel.

"Das Problem ist, dass wir vier Jahre lang einen Euro zu wenig erhoben haben", kommentierte Thomas Rosenberger (UBG). "Wenn wir uns umschauen, sehen wir, dass sämtliche Gemeinden den Wasserpreis erhöhen müssen. Eine sukzessive Erhöhung ist besser", sagte Cornelia Wehner (SPD). "Man muss ja nicht auf einmal erhöhen", sagte Alexander Laaber (CSU) und monierte, dass dieser Sprung zu hoch sei.

"Der Wasserpreis ist nicht verhandelbar. Es geht nicht darum, was wir wollen, sondern darum, dass wir kostendeckend abrechnen müssen. Wir müssen das kommunale Abgabengesetz vollziehen", erklärte Christiane Schuck.

Ganz anders stellte sich die Sachlage bei den Abwassergebühren dar. Diese können von 3,83 auf 3,61 Euro je Kubikmeter gesenkt werden.

Helmut Bergmann hielt auch diese Gebührt für noch zu hoch. Er werde einen Antrag vorbereiten, eine gesplittete Abwassergebühr einzuführen. "Es ist doch nicht in Ordnung, dass die Bürger für die Firmen mitbezahlen."

Neue Gebühren sind auch in Gumpersdorf fällig. Dort war die Wasserversorgung lange Zeit privat. Erst seit 2017 gibt es überhaupt eine Kalkulation. Allerdings wurde die verbrauchte Wassermenge um hundert Prozent zu hoch eingeschätzt. Bislang zahlten die Gumpersdorfer einen eher geschätzten Preis von 0,74 Euro für den Kubikmeter Wasser, ab 1. Oktober erhöht sich der Preis auf das Untersteinacher Niveau von 3,20 Euro. "Es ist Zufall, dass der Preis centgenau so hoch ist wie in Untersteinach", so die Geschäftsstellenleiterin.

Auch im Bereich Abwasser wird es eine Erhöhung der Gebühren geben müssen. Der genaue Anstieg wird noch beschlossen. Erste Kalkulationen hätten einen Anstieg auf 7,96 Euro ergeben. Dies solle aber noch einmal hinterfragt werden.

"Ich stimme da nicht mit"

"Wir können das auch verschieben. Ich stimme da nicht mit", merkte Markus Weigel an. "Es ist unmöglich, dass man den Leuten vorgegaukelt hat, dass es ein Vorteil ist, wenn sie an die Kläranlage Kulmbach anschließen. Die haben ja schon fünfstellige Herstellungsbeiträge bezahlt", ergänzte Bergmann. Doch in diesem Punkt war der Gemeinderat falsch informiert. "Herstellungsbeiträge wurden noch nicht abgerechnet", stellte die Geschäftsstellenleiterin richtig und verwies die Aussagen von Bergmann in den Bereich der "Fake-News".

Helmut Bergmann und Markus Weigel lehnten die Einführung der neuen Satzung und auch alle weiteren Gebührenneukalkulationen ab.