"Traumatherapie wo der Pfeffer wächst" lautete das Thema des Heiligenfelder Gesprächs, das am 21. Februar über 80 Interessierte in die Akademie Heiligenfeld lockte. Referent Prof. Dr. Thomas Loew, unter anderem Professor für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Universität Regensburg und Chefarzt der dortigen psychosomatischen Abteilung, berichtete, dass es mittlerweile nicht nur über 1000 Trauma-Helfer in Deutschland, sondern auch schon 400 in Asien gibt. "Psychotherapeuten sind rar. Auch Psychologen sind dort wesentlich seltener als bei uns zu finden und zudem viel schlechter ausgebildet. Insbesondere im Bereich der Psychotherapie", begründet Loew den Schritt der Traum-Helfer, den Sprung nach Asien zu wagen.
Es handelt sich dabei um ein Laien- und Multiplikatoren-basierendes Konzept, das in Deutschland als Konsequenz aus der Flüchtlingskrise heraus entstand und nun auch in den Heimatländern der Flüchtlinge zum Einsatz kommt.
Von einem Trauma oder von posttraumatischen Belastungsstörungen sind aber auch Soldaten im Auslandseinsatz betroffen, dennoch gesteht sich dies nicht jeder Soldat ein. "Grundsätzlich würde ich sagen, je erfahrener und älter die Soldatinnen und Soldaten sind, desto höher ist die Bereitschaft, eine Belastung zuzugeben und sich Hilfe zu holen. Mittlerweile ist der Umgang mit dem Thema, zum Beispiel in der Bundeswehr, sehr professionell", meint Loew. Die Einsatzvorbereitung sei von psychologischer Seite her gut, allerdings würden die körperorientierten Selbstregulationsmöglichkeiten noch zu kurz kommen.
Seit 2016 bildet Prof. Dr. Loew Trauma-Helfer in Deutschland aus. Diese Fortbildung bieten der Regensburger und die Erfinderin des Konzepts, Beate Leinberger, demnächst auch in der Akademie Heiligenfeld an. Die Fortbildung richtet sich an all jene, die wissen wollen, wie sich Traumafolgestörungen besonders bei Kindern und Jugendlichen, aber auch bei Erwachsenen zeigen, wie sich diese Symptome im Alltag erkennen lassen und welche Stabilisierungstechniken in diesen Situationen zum Einsatz kommen können. Besonders ansprechen wollen die beiden vor allem Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher sowie Betreuer aus Tagesstätten, Pflegekräfte, Arzthelferinnen, Ärztinnen und Ärzte, Psychologen und Sozialarbeiter. Auch für Einsatzkräfte, wie Polizei und die schon erwähnte Bundeswehr, wird es spezielle Angebote geben, die im Kern den Trauma-
Helfer-Schulungen sehr ähneln.