"Busch" ist bekannt. Ebenso "Althoff", "Knie", "Sarrasani" und natürlich "Krone". Auch "Julius Lauenburger" kennen zumindest im Landkreis die Meisten. Doch am Wochenende machte in Ebelsbach ein bislang unbekannter Zirkus auf sich aufmerksam. Sein komischer Name: "Pölsterer". Seltsam war zudem seine Manege, die nicht rund, sondern eckig und mitten auf der Bühne des Bürgersaales war.

Zu guter Letzt machte der "Zirkusdirektor" einen eher moderierenden Eindruck. Günter Jackl, so sein Name, ähnelte mehr einem Sitzungspräsidenten. Und seine Assistenten, angeblich Direktoren aus ganz Europa? Philip Hückmann, Rolf Laubmeister, Markus Virnekäs, Stefan Seufert, Marco Rüttinger und Dieter Schnaus hätten leicht mit einem auf sechs Mitglieder geschrumpften "Elferrat" verwechselt werden können. Was war da los? Das Rätsel war letztlich schnell gelöst: Die "Stabacher" Närrinnen und Narren, eben die "Pölsterer" aus dem benachbarten Steinbach, hatten sich bei ihren Büttensitzungen dem Thema "Zirkus" verschrieben. Das Fazit: mit ihrem teils atemberaubenden Programm, bestehend aus Clowns, Akrobat*innen, Tänzer*innen, "wilden" Tieren, gut gebauten "Strand"-Jungs und anderen lustigen Gestalten, sorgten sie für einen Abend der Extraklasse.

Außer Rand und Band

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Einen "Zirkus außer Rand und Band" präsentierten beispielsweise die kleineren "Tanz-Kids", während die großen Garde-Mädchen ihre Beine in die Lüfte schwangen. Bleiben noch die Mitglieder der "Show- und Tanzgruppe", die im wahrsten Sinne des Worte "die Puppen tanzen" ließen sowie die "Baywatchers", die dank ihrer "Six-Pack-Körper" gerade bei den Besucherinnen für strahlende Gesichter sorgten. Als Ausgleich dagegen fegte Funkenmariechen Jessica Leisentritt über die Bühne. Die junge Zeilerin erhielt großen Applaus.

Was wäre ein Zirkus aber ohne richtige Live-Band? Wie gut also, dass die "Pölsterer" ihre eigenen "Zirkussänger" haben. Und die kannten schon allerhand Länder. "Wir war`n scho mal in Russland, doch in Russland war es kalt. Wir war`n scho in Korea, doch da werst´a a net alt", gaben Günther Jackl, Dieter Schnaus, Uwe Weichselfelder, Stefan Hauck und Jo Neundorfer musikalisch bekannt, weshalb schnell klar war: "Wir bleib`n lieber doa in Stabach, da passt alles noch gut zam. Im Fasching mach` mer Zirkus, ja da sin mer daham!" Außerdem regiert ja seit einigen Monaten "König Söder, ja was wollen wir noch mehr. Als Zugabe noch obendrein, gibt`s ,Doro - Mantel - Bär!' Zu guter Letzt auch schöne Schlösser, jedoch eines ist verbrannt. Doch des is jetzt des schönsta - ,Museumsschloss' im Land". Ihre Meinung über ihre Heimat war am Ende jedenfalls eindeutig: "Ja in Ebelsbach und Stabach sin die Leut nuch alla cool. Wir brauch`n ka`n dicken Porsche und ka`n groß`n Swimmingpool. Wir brauch`n a richtig g`scheita Wertschaft und a schön`s kalts Seidla Bier. Und Zirkus gibt`s des ganz´a Jahr, ja, ja, des kenna mir". Weil die "Zirkussänger" aber nicht nur mit ihren Stimmen glänzten, sondern zudem mit "Zauberei und Varieté", fiel das Urteil eindeutig aus: Einfach spitze.

Aus royalem Munde

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Auch Anna-Lena Werb vertrat diese Meinung. Und damit gab es sozusagen Lob aus royalem Munde, schließlich ist die 18-Jährige "Stabacherin" seit einigen Wochen neue Prinzessin des "Abt-Degen-Weintals". Dass sie einmal den Thron übernimmt, damit hatte sie nicht gerechnet. Außerdem war es nicht einfach. "Ich hätt des mir ja nie träumen gelasst`, dass ich des bis zur Prinzessin mal schaff`. Aber ich will´s euch heut mal kurz nur sag, bist da des bist, des is fei a Plag", schnaufte die neue "Durchlaucht".

Oberlehrer gibt seinen Senf dazu

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Es hätte letztlich alles so schön sein können, doch "Oberlehrer" Roland Mayer musste auch noch seinen Senf dazu geben. Aber zugegeben: Es war sehr interessant zu hören, dass Walter Ziegler eigentlich ein "0-8-15"-Bürgermeister ist: "0 Ahnung - 8 Stunden rumsitzen - aber A 15 einstreichen", ließ Mayer wissen. Mit einer Frage hat der Pädagoge derweil immer zu kämpfen, wenn im brisanten Derby Ebelsbach auf Steinbach trifft. "Wo stell ich mich hin?". Da kommt er immer wieder ins Grübeln. Ob auf Ebelsbacher oder Steinbacher Seite, spielt dabei keine Rolle. "Es geht darum: Stell ich mich zur Prominenz oder zu Euch?" Bleibt nur eine Antwort: "Pölsterer helau!"