Daniel Ruppert

Déjà-vu für die Longhorns: Nach der Hinrunde der vergangenen Saison hatten die Basketballmänner der TS Herzogenaurach nur sechs Punkte auf dem Konto, auch nach der Hälfte der Spielzeit 2016/2017 weist die Mannschaft lediglich drei Siege auf und steht erneut auf dem vorletzten Platz der 1. Regionalliga. Damals startete die TSH eine Aufholjagd, gewann neun der 13 Rückrundenpartien. Trainer Benedikt Aumeier ist skeptisch, dass sich auch der positive Teil der Geschichte wiederholt.


Potenzial, aber keine Erfahrung

"Letztes Jahr hatten wir einen ganz starken Kader, der sich erst finden musste", sagt der im Spätsommer vom Co- zum Cheftrainer aufgestiegene Aumeier. Die Hoffnung auf eine gute Rückrunde habe er zwar auch jetzt - "Die Spieler haben Potenzial" -, doch mangele es den Jungspunden an Erfahrung. "Die können mit Rückschlägen noch nicht so gut umgehen und stecken schnell den Kopf in den Sand", erklärt der 27-Jährige. Das größte Problem sei die fehlende Harmonie: "Ich habe immer nur die halbe Mannschaft im Training", klagt Aumeier.
Während die älteren Longhorns regelmäßig an den Einheiten teilnehmen, tanzen die U19-Akteure gleich auf drei Hochzeiten. Neben der Regionalliga kommen diese nämlich im Zweitliga (ProA)- und im Nachwuchsteam (NBBL) des Kooperationspartners Falcons Nürnberg zum Einsatz. "Die eine Hälfte macht immer was anderes als die andere", beschreibt der Erlanger Sportstudent die Situation, die sich in der zweiwöchigen Weihnachtspause nahtlos fortsetzt, denn die "Nürnberger" müssen auch zwischen den Jahren ran.
"Angesichts dessen stehen wir genau da, wo es zu erwarten war", findet Aumeier. Nach zwei schweren Verletzungen hat er seine aktive Karriere beendet, gleichzeitig weitete er sein Übungsleiter-Pensum aus: Zusätzlich zu seiner Stelle bei den Longhorns hat er die U14 der TSH unter seinen Fittichen, ist Headcoach der Nürnberger NBBL-Mannschaft und Co-Trainer des ProA-Teams der Falcons. "Manchmal wird das zeitlich ganz schön eng", räumt der Student schmunzelnd ein.
Ins neue Jahr nimmt Herzogenaurach eine Hypothek von fünf Pleiten am Stück mit. Vor allem bei der jüngsten Niederlage gegen Schwabing habe sich die bescheidene Trainingswoche bemerkbar gemacht. Das 59:104 im ersten Saisonspiel in Vilsbiburg ließ sogar Schlimmeres befürchten. "In der Rückrunde brauchen wir vier oder fünf Siege für den Klassenerhalt" erklärt Aumeier. Auf dem drittletzten Platz wäre sein Team höchst wahrscheinlich in Sicherheit. "Ein Abstieg wäre aber auch kein Weltuntergang", sagt der 27-Jährige.
Nachdem sein Heimatverein auch schon 2015 in der Auftaktpartie in Vilsbiburg eine Klatsche kassierte, kann Aumeier auf ein weiteres Déjà-vu verzichten und würde den ersten Gegner 2017 anders als im Rückspiel der vergangenen Saison gerne etwas ärgern. "Die Teams, mit denen wir uns messen, sind aber andere", sagt der Coach über den Kontrahenten, der damals wie heute auf dem vierten Platz überwintert.