Der neue Landesliga-Modus stellt sich für den FC Coburg als Glücksfall heraus. Die optimistische Rechnung der Vestekicker ist tatsächlich aufgegangen. Ganz bewusst stimmten die FCC-Verantwortlichen zu Beginn der Saison für eine Spaltung der Liga. Ziel der Coburger war es, in der um die Hälfte der Teams reduzierten Vorrundengruppe mindestens Tabellenplatz 4 zu erobern, um im Frühjahr 2022 sorgenfrei an der Aufstiegsrunde teilnehmen zu können. Und genau so trifft es jetzt ein.

Müller fühlt sich in seiner Arbeit bestätigt

"Ich bin sehr froh, dass wir unser erstes Ziel erreicht haben. Jetzt haben wir erst einmal Ruhe und nichts mit dem Abstieg zu tun", freut sich Lars Müller. Der junge Trainer des FC Coburg fühlt sich in seiner Arbeit bestätigt. In den zurückliegenden Jahren mussten die Vestekicker oft genug bis zum letzten Spieltag oder sogar darüber hinaus bis zur Relegation um den Klassenerhalt zittern. Die Corona-Saison kam dem FCC sportlich betrachtet auch entgegen: Denn als der Abstieg drohte, blieb die Mannschaft nur dank des besseren Quotienten in der Landesliga.

Das große Zittern ist jetzt erst einmal vorbei: "Wir haben dank dieses Systems vorzeitig Planungssicherheit", weiß Christian Tremel, der Sportliche Leiter. Und seinem Trainer ist es wichtig, dass er im Frühjahr bereits junge Spieler aus dem Nachwuchsleistungszentrum, nämlich die des Jahrgang 2003, schon ins kalte Wasser werfen kann: "Die Jungs können sich dann in der Landesliga zeigen. Mal schauen, wo die Reise der Burschen dann hingeht, aber mindestens zwei Jungs wollen wir schon in den Kader der 1. Mannschaft einbauen", verspricht Müller.

"Wir hatten einen unglücklicher Start"

Den Saisonbeginn mit knappen Niederlagen bezeichnet der Übungsleiter rückblickend als äußerst unglücklich. "Wir waren in etlichen Spielen nicht konzentriert genug und haben viele Punkte nach Führungen in der Schlussphase noch verspielt oder ein Unentschieden noch leichtsinnig aus der Hand gegeben."

Aber dann! Der "Dosenöffner" - wie Müller den wichtigen Sieg gegen Gochsheim bezeichnet. "Das hat uns natürlich viel Selbstvertrauen gegeben und dann kamen auch gleich zwei Hochphasen mit zwei, drei Siegen in Serie. Gegen Lichtenfels, Euerbach und Friesen - da sind wir mit jeder Menge Willen und Mut ins Spiel gegangen und haben verdient die Dreier eingefahren", erinnert sich der Coach. Selbst der zwischenzeitliche "Hänger" nach einer Niederlage gegen Schweinfurt hätte seine Jungs nicht aus der Bahn geworfen.

Lob für die junge Mannschaft

"Daumen hoch für unsere junge Truppe. Toll wie die sich da herausgezogen haben und in den letzten Spielen die Punkte mit zwei engen Kisten eingefahren haben", lobt der Trainer. Natürlich habe man erneut gezittert und es seien kurzfristig auch noch einmal unnötig Zweifel aufgekommen, doch Sener, Baur, Heinze & Co. hätten die richtigen Schlüsse aus den zu Saisonbeginn gemachten Fehlern gezogen: "In diesen letzten Spielen war für mich der Reifeprozess erkennbar. Plötzlich hatte unsere Defensive deutlich an Stabilität gewonnen und wir haben auch enge Ergebnisse über die Zeit gebracht. Das macht mich stolz. Früher ist uns das so nicht gelungen." Deshalb sind Müller und Tremel auch optimistisch, was die Aufstiegsrunde angeht. Der 4. Platz im Endklassement sei machbar. "Und vielleicht sogar noch ein wenig mehr", sagt Müller und schmunzelt dabei.

Die harte Vorbereitungsphase beginnt für die Vestekicker am 1. Februar. Danach folgen mindestens sechs Wochen, in denen zu Beginn die Grundlagenausdauer im Mittelpunkt steht. Da aber der städtische Kunstrasenplatz an der Wiesenstraße auch optimale Voraussetzungen im Winter bietet, will Müller mit seinem Co-Trainer David Reich viele Einheiten auf dem Platz machen. Dazu kommen einige Testspiele. Ob dann bereits der eine oder andere Neuzugang dabei sein wird, verraten Müller und Tremel noch nicht.

Neuzugänge - "da ist nichts spruchreif"

"Da ist nichts spruchreif", sagt Müller - wohlwissend, dass seine Verantwortlichen mit dem letztjährigen Mannschaftskapitän Sertan Sener einen "dicken Fisch" an der Angel haben. Der Spielgestalter und Torjäger von einst hat, wie bereits gemeldet, sein Engagement beim Bayernligisten TSV Großbardorf beendet und soll für eine Rückkehr an die Wiesenstraße bereit sein.

Sicher ist, dass mehrere Eigengewächse aus der A-Jugend die Männer-Vorbereitung absolvieren. Das erste Spiel in der attraktiven Aufstiegsrunde soll am 19. März angepfiffen werden. Eine Woche davor ist ein Pokalspiel auf Landesebene angesetzt. Dann hoffen die Coburger, dass ihre Rechnung wieder aufgeht.