Mit einem Ehrenamtsabend im Gasthof "Zur Linde" in Willmersreuth dankte die SPD-Landtagsfraktion allen Mainleusern, die sich unentgeltlich in den Dienst der Allgemeinheit stellen. Mit dabei waren Landtagsvizepräsidentin Inge Aures und ihr Fraktionskollege im Landtag und früherer Selbitzer Bürgermeister Klaus Adelt. "Es sind die Vereine, die aus den Einwohnern eines Dorfes eine Gemeinschaft machen", sagte Adelt.
Auch Inge Aures zollte den vielen Ehrenamtlichen ein Lob: "Ihre Arbeit ist mit nichts zu bezahlen." Diese Aussage bekräftigte Adelt: "Wenn Sie nicht da wären, könnten wir einpacken und den Laden zusperren. Sie sind Stützpfeiler unserer Zivilgesellschaft, unserer Demokratie." In seiner erfrischend volkstümlichen Art befasste sich der Abgeordnete mit der kommunalen Daseinsvorsorge. Danach müsse eine Gemeinde wirtschaftliche, soziale und kulturelle Dienstleistungen für alle Bürger bereitstellten. "Das kann vieles sein oder aber auch wenig, das hängt stark von den Rahmenbedingungen einer Kommune ab." Was der Selbitzer genau darunter versteht: "Wir brauchen und wollen eine wohnortnahe Schule, einen Lebensmittelmarkt, schnelles Internet, Freizeitangebote und kulturelle Vielfalt, wir benötigen eine intakte Infrastruktur."


Bevölkerung schrumpft

Adelt ging auch auf den demografischen Wandel ein. "Wir Deutschen werden weniger. Die Bevölkerung schrumpft, weil weniger Kinder geboren werden als Menschen sterben. Verstärkt wird dies dadurch, dass viele junge Menschen ihre Heimat verlassen und in die Ballungszentren ziehen." Das zeigten auch die Zahlen: Laut Statistischem Landesamt lebten 1995 noch 78 500 Menschen im Landkreis Kulmbach. Heute seien es circa 72 000 und 2032 sollten es nur noch 64 200 Menschen sein. Mainleus stehe da noch ganz gut da. Der ländliche Raum verliere, während die Metropolregionen Bevölkerung hinzugewönnen. Das sei weder für die einen noch für die anderen gut.
Weitere Themen waren die Nahversorgung sowie ein ausreichendes Sport, Kultur- und Freizeitangebot. Klaus Adelt: "Neudeutsch spricht man gerne von den sogenannten weichen Standortfaktoren, die mit darüber entscheiden, wie lebenswert und attraktiv eine Stadt oder Gemeinde ist."
Im ländlichen Raum sind die Träger dieser weichen Standortfaktoren seit jeher die Vereine, Verbände und Organisationen. Freizeit finde auf dem Land im Verein statt. Adelt stellte dabei auch die Frage, warum sich Menschen ehrenamtlich engagieren. Und die Antwort gab er selbst: "Weil es Spaß macht und weil sie Interesse an sozialer Interaktion haben oder etwas für das Gemeinwohl tun wollen." Die Vereine seien wichtige Pfeiler für die Kommunen, sie seien Stützpfeiler kommunaler Daseinsvorsorge, weil sie die Fürsorge um das Gemeinwohl in den Vordergrund rückten." Der demografische Wandel stelle aber auch für die Vereine eine Herausforderung dar. Rei.