Andreas Dorsch Dass Helfen und Retten auch gefährlich sein kann, erlebte die Besatzung eines Tanklöschfahrzeugs der Höchstadter Feuerwehr am gestrigen Vormittag. Als sich die Einsatzkräfte mit Blaulicht und Martinshorn zu einem Lkw-Unfall auf der A3 aufmachten, wurden sie im Bereich der Autobahnauffahrt Höchstadt-Ost jäh gestoppt. Auf der Kreuzung krachte das Feuerwehrauto mit einem Sportwagen zusammen.

Wie die ersten Ermittlungen der Polizei ergaben, wollte der 65-jährige Fahrer einer Corvette aus dem Gewerbepark Gremsdorf kommend nach links Richtung Höchstadt abbiegen. Als die Ampel auf Grün schaltete, fuhr der 65-jährige Höchstadter in die Kreuzung ein. Hier erfasste ihn das mit Blaulicht und Martinshorn aus Richtung Gremsdorf kommende Tanklöschfahrzeug.

Durch den Aufprall wurde der Sportwagen erheblich beschädigt und von der Fahrbahn in den Straßengraben geschleudert. Der 65-Jährige, der allein im Fahrzeug saß, wurde mit schweren Verletzungen in die Uniklinik nach Erlangen gebracht. Drei Helfer der sechsköpfigen Besatzung im Feuerwehrauto erlitten leichte Verletzungen, zwei von ihnen kamen vorsorglich ins Kreiskrankenhaus Höchstadt.

Beim Versuch, den Zusammenprall zu verhindern, touchierte das Feuerwehrauto noch einen auf der gegenüberliegenden Linksabbiegespur wartenden Personenwagen. Zur Klärung des Unfallhergangs schickte die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth einen Gutachter. Auch ein Polizeihubschrauber war in den Einsatz eingebunden.

Wie Sebastian Weber, Pressesprecher der Kreisbrandinspektion Erlangen-Höchstadt, am Unfallort erklärte, habe die Feuerwehr im Einsatz mit Blaulicht und Martinshorn grundsätzlich Sonderrechte im Straßenverkehr und auch ein Wegerecht. Normalerweise müssten alle anderen Fahrzeuge stehen bleiben und den Einsatzkräften Platz machen. Ob das Feuerwehrauto eventuell zu schnell war, oder eine rote Ampel überfahren hat, soll noch geklärt werden. Den an dem Unfall entstandenen Gesamtschaden schätzt die Polizei auf rund 50 000 Euro.

Helfer waren sofort zur Stelle

Glück im Unglück hatte der Corvette-Fahrer, dass die Ersthelfer sofort zur Stelle waren, den Verletzten aus seinem Auto befreien und Notarzt und Rettungsdienst verständigen konnten. Nicht so einfach dürfte die Klärung der Schuldfrage werden. Bei Fahrten mit Sondersignalen gelte in Feuerwehrkreisen immer der Spruch "passieren darf nichts", sagte der Feuerwehr-Pressesprecher. Feuerwehrleute würden das Fahren mit den schweren Einsatzfahrzeugen - Wassertank und Besatzung sorgen für hohes Gewicht - trainieren und auch im Überfahren von roten Ampeln geschult.

Auf der B 470 kam es durch den Unfall im Kreuzungsbereich bis um die Mittagszeit zu erheblichen Verkehrsbehinderungen, es bildeten sich lange Rückstaus. Auch auf der A3 stauten sich an der Ausfahrt die Fahrzeuge.

Zum ursprünglichen Einsatz auf der Autobahn rückten die übrigen Fahrzeuge der Wehren Höchstadt und Gremsdorf aus.