Rainer Schimpf, der frühere geschäftsleitende Beamte der Gemeinde Neudrossenfeld, ist - wie gestern bereits kurz berichtet - überraschend im Alter von 66 Jahren verstorben. Mit ihm endete in der Kommune eine beeindruckende Ära. Denn bis kurz vor seinem 65. Lebensjahr bestimmte er über vier Jahrzehnte an der Spitze der Verwaltung maßgebend die Geschicke des Dorfes und der zahlreichen Ortsteile mit, was sich in sieben Gemeinderatsperioden unter vier Bürgermeistern manifestierte. Schimpf war auch seit 1978 Geschäftsführer des Abwasserzweckverbandes Rotmaintal. Dass dieser so erfolgreich dasteht, ist mit sein Verdienst.

Der in Neufang bei Wirsberg Geborene hat sein Abitur am Kulmbacher MGF-Gymnasium bestanden, danach die Beamtenfachhochschule Hof absolviert. 1978 wurde er nach kurzer Station beim Landratsamt Kulmbach gleich zum Verwaltungsleiter in Neudrossenfeld ernannt. Er hat in seinem Berufsleben viele große Projekte mitgestaltet, sich für eine umweltgerechte Lebensweise eingesetzt. Schimpf war ökologischer Vordenker für die Baugebiete in Sachen Kanalisation und Regenwassernutzung. Die Gründung der Drossenfelder Bräuwercks AG, dessen Geschäftsführer er am Anfang war, ist auf seine Initiative zurückzuführen.

Der Verstorbene hat sich mit seiner Gemeinde identifiziert, war ein unermüdlich Schaffender mit Ecken und Kanten, innovativ, ideenreich und oft seiner Zeit voraus. Offenheit und auch ein streitbarer Charakter haben ihn gekennzeichnet, er scheute keine Konfrontation, blieb jedoch nie nachtragend.

Der amtierende Bürgermeister Harald Hübner skizzierte den Verstorbenen als einen Mann, "der eine Menge Eigeninitiative an den Tag gelegt hat, die Überstunden nie zählte und nie wie ein typischer Beamter auf die Uhr schaute".

"Ich habe nur meine Arbeit getan, für die mich der Steuerzahler entlohnt hat", war so eine treffende Schimpf-Aussage in aller Bescheidenheit über seine Tätigkeit. Und eines wollte er der Nachwelt noch mitgeben: "Dass wir endlich aufhören über unsere Verhältnisse zu leben ,der Umwelt zu liebe." Horst Wunner