Die Bürgermeisterin Rose Stark (SPD/Ökol.) trug in der Sitzung des Marktgemeinderates Pretzfeld vor, dass gemäß des Bauantrags zur Revitalisierung des Vereinsheims in Pretzfeld die Herstellung von Fenster- und Türenfaschen (Umrahmungen) vorgesehen war. Bei der Ausschreibung und Vergabe der Außenputzarbeiten seien diese jedoch "versehentlich nicht berücksichtigt worden".

Die Verwaltung hatte deshalb den Beschlussvorschlag vorgelegt, diese nachträglich herstellen zu lassen. Die geschätzten Kosten hierfür betragen etwa 3500 Euro. Vom Marktgemeinderat waren ohne Treppenlift etwa 405 000 Euro genehmigt worden. Die bisher vergebene Auftragssumme ohne Treppenlift beläuft sich auf circa 391 000 Euro. Die bisher tatsächlich getätigten Ausgaben betragen etwa 333 000 Euro.

"Die Faschen sind eine Anregung von Karl-Ludwig Grodd und Hermann Bieger", meinte die Bürgermeisterin. Das Gremium zeigte sich überrascht, dass die Faschen "versehentlich" nicht berücksichtigt worden waren. Gerhard Kraft (FW) schimpfte und wollte wissen, ob da wieder etwas schiefgelaufen sei wie beim Dach und fragte, ob man erneut ein Gerüst anbringen müsse, nachdem dieses ja erst abgebaut worden war.

Rose Stark versicherte, dass kein Gerüst benötigt werde. Steffen Lipfert (FW) fragte nach, ob die Kosten im Haushaltsplan vorgesehen waren, was die Bürgermeisterin nicht beantworten konnte. Gerhard Kraft schimpfte: "Wir fangen wieder bei Null an. Da sind so viele Fehler passiert. Ich will nicht noch einen decken."

Mit sechs Gegenstimmen wurde beschlossen, dass die Fenster- und Türenfaschen nachträglich hergestellt werden.

Danach beschloss das Gremium, an den barrierefreien Eingängen des Vereinsheims Geländer in einfacher Metallausführung anzubringen. "Das ist genauso wieder ein Planungsfehler", sagte Lipfert. Georg Nützel (WTH) meinte: "Ein sehr merkwürdiger Ingenieur."

Zweiter Bürgermeister Walther Metzner (WPA) gab zu bedenken, dass nicht die Gemeinde an den Fehlern schuld sei, sondern dass man wegen des Förderprogramms so schnell habe reagieren müssen. Er freute sich, dass jetzt ein altes Gebäude im Ortskern schön hergerichtet wurde. Zuvor hatte die Bürgermeisterin informiert, dass das Gebäude gereinigt sei und jetzt eingerichtet werden könne.